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Grubenkreuz_BBI_Wackersdorf_1 Mitglieder der Krieger- und Reservistenkameradschaft sowie des Knappenverein hatten sich zur Jubiläumsfeier auf dem Kalvarienberg versammelt. Alle Bilder: © Hans-Peter Weiß

100 Jahre BBI-Grubenkreuz in Wackersdorf

3 Minuten Lesezeit (541 Worte)

Wackersdorf. Bei einem kleinen Festakt auf dem Kalvarienberg wurde das Kriegergedächtniskreuz in den Mittelpunkt gestellt, das vor 100 Jahren zu Ehren der BBI-Beschäftigten aufgestellt wurde. Rund 100 Kumpel zogen in den Ersten Weltkrieg, 31 kamen nicht mehr heim. Krieger und Knappen hatten zum Jubiläum eine Gedenkandacht initiiert.


Versteckt hinter dichtem Grün steht auf dem Kalvarienberg inmitten des ehemaligen Betriebsgeländes der Bayerischen Braunkohlen Industrie AG (BBI) das Kriegergedächtniskreuz. Es erinnert an die etwa  31 BBI-Beschäftigten, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren. Am 18. Dezember 1921 hatte die BBI-Direktion zum Gedenken ein großes Holzkreuz an der Grubeneinfahrt errichten lassen. Lange Zeit führte es ein Schattendasein. Zwischenzeitlich war es auch renovierungsbedürftig geworden. Die Krieger- und Reservistenkameradschaft (KRK) kümmerte sich um die Sanierung. Aus Anlass des bevorstehenden 100-jährigen Jubiläums hatten die KRK und der Knappenverein zu einer Gedenkandacht auf den Kalvarienberg geladen. Angestrahlt von der untergehenden Sonne hatten sich rund um das große Kruzifix Vereinsvertreter versammelt.

Der KRK-Vorsitzende Josef Hartinger und Jürgen Müller, Vorsitzender des Knappenvereins, hießen neben Bürgermeister Thomas Falter und Pfarrer Christoph Melzl zahlreiche Kameraden und die Besucher der Andacht an diesem idyllischen Ort willkommen. Von einem geschichtsträchtigen Ereignis sprach Bürgermeister Falter in seiner Festansprache. „Wir sind hier an einem Ort der Ruhe, der Beschaulichkeit und auch des Gedenkens, aber auch ein Ort der unsere Bergbauvergangenheit lebendig und sichtbar macht, auf die wir alle gemeinsam stolz sind", sagte der Sprecher. An die Festbesucher appellierte Falter, dass es wichtig ist, seine Identität zu kennen, sich zu ihr zu bekennen, damit man auch die Zukunft gestalten kann. „Die BBI und die Bergbauvergangenheit sind ein zentrales Fundament unserer regionalen Identität", unterstrich der Bürgermeister. Das Kreuz hier auf dem Kalvarienberg hält die Erinnerung an die Mitarbeiter der BBI lebendig, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. „Sie waren eine Gemeinschaft, eine große und bergmännische Familie und auch Teil der BBI-Familie, die wiederum ein Teil von Wackersdorf und unserer Bergbauregion ist.", betonte das Gemeindeoberhaupt.

Über die Geschichte des Gedenkkreuzes referierte anschließend Walter Buttler, der Leiter des benachbarten Heimat- und Industriemuseums. „Heute nach fast 100 Jahren stehen wir wieder an der Stelle, um an dieses Kreuz zu erinnern und zu verehren. Am 18. Dezember 1921 war es eingeweiht worden. Der Sprecher erinnerte sich, als er als junger Bursch immer am Berg vorbeimarschierte um seinem Vater das Mittagessen zu bringen. „Der Kalvarienberg kam mir immer etwas geheimnsivoll vor, bis mir mein Vater erklärte, dass hier ein Kreuz steht", erzählte Buttler. Das unauffällige Dasein hatte erst 1994 ein Ende, als die KRK hier ihr 70jähriges Bestehen feierte. Krieger und Knappen kommen hier zu besonderen Anlässen zusammen und bei Museumsführungen ist man immer bemüht das Grubenkreuz zu besuchen.

Bei einer kurzen Andacht rückte Pfarrer Christoph Melzl das Kreuz in den Mittelpunkt einer kurzen Predigt und segnete es. KRK-Kanonier Alfred Neft schoss anschließend Ehrensalut für die gefallenen BBI-Mitarbeiter, während die Vereinsvorsitzenden Josef Hartinger und Jürgen Müller sowie Bürgermeister Falter ein Blumengebinde niederlegten. KRK-Vorsitzender Hartinger mahnte abschließend, sich entschlossen für Frieden und Freiheit einzusetzen. „Der Friede ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts", so der KRK-Vertreter. Die musikalische Umrahmung des Festaktes hatte die Bergmannskapelle unter ihrem Leiter Andreas Königsberger übernommen. 

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