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100 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge - Dank-Empfang 2019 für erfolgreiche Sammler in der Oberpfalz

3 Minuten Lesezeit (577 Worte)
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Cham. Zu einem Dankempfang hatte der Bezirksverband Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Oberpfalz nach Cham eingeladen. Im altehrwürdigen Langhaussaal des Rathauses fanden sich 150 Sammler aus der gesamten Oberpfalz ein. Durch das Programm führte der Bezirksgeschäftsführer Markus Nägel.

Nach der Begrüßung durch Markus Nägel, hielt Msgr Thomas Pinzer das Totengedenken. Umrahmt wurde es durch das Lied „Ich hatt´ einen Kameraden", gespielt von der Stadtkapelle Kolpingmusik Cham.

Die Bürgermeisterin von Cham, Frau Karin Bucher, hieß die Gäste in Cham willkommen. Sie las einen Brief ihres Großvaters, der in Russland an der Front war, an ihre Großmutter vor. Er berichtete, davon dass sie vor Dreck aussahen, wie die Sau und das er sich darauf freue, endlich alle in der Heimat wiederzusehen. Als der Brief in Cham ankam, war er schon gefallen. Der Volksbund hat später das Grab gefunden und dem Toten eine würdige Begräbnisstätte gegeben. So konnte Frau Bucher das Grab des Großvaters durch den Volksbund besuchen.

Dies sagt alles über die Arbeit des Volksbundes aus, so Regierungspräsident Axel Bartelt, in seiner Ansprache. Nach dem verehrenden Krieg von 1914-1918 mit fast 10 Mio. Toten Soldaten, davon allein 2 Mio. Deutsche, sahen die Gräber furchtbar aus. Viele waren nicht mehr zu finden. Da fand sich eine Bürgerinitiative zum Pflegen der Gräber zusammen. Daraus ist 1919 der Volksbund entstanden. Über 800 Friedhöfe mit fast 3 Mio. Tote, in 45 Ländern, pflegt der Volksbund heute. Diese Friedhöfe mahnen zum Frieden. Sie mahnen auch, dass dies nur in einem vereinten Europa geht. Sie sind aber auch Lernorte auf drei Säulen: 

1. Suchen Umbettung und anlegen von Gräbern

2. Gedenkstätten 

3. Lernort für die europäische Jugend

Das Europäische Jugendprojekt der Oberpfalz zeigt dies eindrucksvoll, so Bartelt, der im letzten Jahr mit den Jugendlichen in Polen war. Diese Reise wurde von den Jugendlichen eindrucksvoll vorgestellt. Zusammen mit polnischen Jugendlichen, unter Leitung vom EJPO Hartmut Schendzielorz, besuchten sie Kriegsgräber, aber auch Auschwitz. Diskussionen über Frieden und Krieg gab es auch. Aber auch Sightseeing. Auch ihre Antwort ist „Europa".


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Der Regierungspräsident bedankte sich besonders bei den vielen und langjährigen Sammlern, die diese Arbeit erst möglich machen. Er dankte auch der Bevölkerung für ihre Spendenbereitschaft.

Der Landesgeschäftsführer Jörg Raab ging dann noch mal auf die Geschichte des Volksbundes ein. Kaum einer weiß, dass es nur 14 Männer waren, die den Volksbund am 14. 9. 1919 gründeten. Einer davon war Geheimrat Friedrich von Thiersch, dem Baumeister des Justizpalastes. An der Spitze stand ein fronterfahrener Mann aus dem Volk, Vizefeldwebel Hans Fröhlich. Heute hat der Volksbund über 95.000 Mitglieder. Jeder kann schon für wenig Geld Mitglied werden und damit ein Stück für die Arbeit des Volksbundes leisten. Das Sammelergebnis für die Oberpfalz betrug 2018 279.066,- €.

Zum Schluss kamen die Ehrungen: Es wurden die erfolgreichsten Orte in den jeweiligen Landkreisen der Oberpfalz mit einer Urkunde und einem Geschenk ausgezeichnet. Ebenso die Schulen und das Europäische Jugendprojekt in der Oberpfalz. Danach erfolgte die Ehrung langjähriger Sammler.

Mit der Silbernen Verdienstspange für 10-jährige Sammeltätigkeit wurden Reiner Hofmann aus Michaelpoppenricht und Björn Wiegand aus Regenstauf ausgezeichnet; für 20 Jahre Verdienstspange in Gold, Fabian Forster aus Regensburg; für 25 Jahre Organisation der Sammlung die Verdienstspange in Gold, Anton Lanzl aus Roßbach-Wald; für 30 Jahre Organisation des Gedenkkerzenverkaufs bekam Gottfried Hansel aus Wenzenbach ebenfalls die Goldene Verdienstnadel. Mit der Weißgoldenen Verdienstspange für 40-jährige Sammeltätigkeit wurde Josef Graf aus Dürnsricht ausgezeichnet. Hubert Magdas aus Hainsacker wurde für das beste Sammelergebnis in der Oberpfalz, mit einem Buchpreis ausgezeichnet.

Danach folgten die Ehrungen der besten Ortschaften in den Landkreisen.
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