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30 Jahre WAA-Aus: Wer sind die "apokalyptischen Narren"?

30 Jahre WAA-Aus: Wer sind die "apokalyptischen Narren"?

2 Minuten Lesezeit (313 Worte)

Gegen den Religionslehrer und Pfarrer Leo Feichtmeier (Nittenau)  hat die bayerische Staatsregierung in den Zeiten der WAA-Auseinandersetzungen zwei Disziplinarverfahren eingeleitet. In seiner Ansprache am Sonntag am Franziskusmarterl im Taxöldener Forst zitierte er den „Propheten der Kernenergie“. Der damalige bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß habe die Kernkraftgegner als „apokalyptische Narren ihrer eigenen Dummheit“ beschimpft. „Wer sind diese Narren 30 Jahre nach Tschernobyl und fünf Jahre nach Fukushima?“ fragte der Geistliche rhetorisch.

 

Für Hubert Weiger, dem BUND-Landesvorsitzenden und Vorsitzenden des „Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland“, war damals die Demokratie in Gefahr. Und heute sieht er eine Gefahr für die Kernkraftwerke durch terroristische Anschläge. Für Hubert Weiger ist die Technologie nicht beherrschbar. Er nennt die Atomenergie „eine Kriegserklärung an das Leben und die Schöpfung“ und fordert den sofortigen Ausstieg. Die Zeche zahlten die nachfolgenden Generationen. Sie müssten dafür sorgen, dass der radioaktive Atommüll über einen Zeitraum von einer Million Jahre nicht in den natürlichen Kreislauf gelange.

Hubert Weiger geht davon aus, „dass ein Endlager nicht vor Ende dieses Jahrhunderts gefunden wird“. In die Untersuchung des Salzstocks in Gorleben seien Milliarden investiert worden. Vergeblich! „Bei der Suche nach einem Endlager stehen wir wieder am Anfang“, so der BUND-Vorsitzende.

Altlandrat Hans Schuierer gilt als Symbol des Widerstandes gegen die WAA Wackersdorf. Dies betonte der Kreisvorsitzende des „Bundes Naturschutz“, Arnold Kimmerl, bei der Andacht.  Gemeinsam mit dem Landes- und Bundesvorsitzenden Hubert Weiger verlieh er Hans Schuierer das Vereinsabzeichen in Gold.

Der einstige Widerstandskämpfer betonte in seiner Rede: „Die Sache ist noch  nicht vorbei“. So lange auch nur ein einziges Kernkraftwerk in Betrieb sei,  müsse der Widerstand weitergehen. Hans Schuierer malte sich aus, was aus Wackersdorf geworden wäre: „Eine Wiederaufarbeitungsanlage, ein Zwischenlager und schließlich das Endlager“. Gemeinsam mit Wolfgang Nowak, „dem wichtigsten Mann im Widerstand“, suche er regelmäßig Schulen auf, um den jungen Leuten von der damaligen Zeit zu erzählen, sagte Hans Schuierer. Damit sie nicht in Vergessenheit gerate.

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