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Andenken an Grube Hermine

Andenken an Grube Hermine

2 Minuten Lesezeit (453 Worte)

Am 27. Mai 1987 wurde die letzte Lore Flussspat aus der Grube Hermine ans Tageslicht geholt. 30 Jahre später erinnern nur noch die alte Schlosserei und das Steigerhäusl an die Blütezeit der erschöpften Lagerstätte. Jetzt wurde durch den Bergknappenverein Stulln-Schwarzenfeld eine Gedenkstätte errichtet.

 

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Das einst größte Flussspatrevier Deutschlands ist längst Geschichte. Fast Tag genau vor 30 Jahren wurde auf der ehemaligen Schachtanlage Hermine eine Gedenkstätte für die damals dort tätigen Bergleute eingeweiht. An der Gedenkfeier nahe Lissenthan beteiligten sich neben der Bevölkerung und örtlichen Vereinen auch die Knappenvereine Wölsendorf, Wundsheim, Wackersdorf, Sulzbach-Rosenberg und Königstein.

Die neue Gedenkstätte mit einem großen Metall-Kreuz wurde direkt auf dem Standort des ehemaligen Förderturms errichtet. Zwei große Tafeln mit geschichtlichen Daten erinnern an die bis 1987 betriebene Abbaustätte. Nach einem kleinen Festzug, angeführt durch die Bergknappenkapelle Stulln-Schwarzenfeld, konnte Vorsitzender Jürgen Ferschl eine Reihe von Bürgermeistern aus den umliegenden Gemeinden begrüßen. Anschließend segnete bei einer kleinen Andacht der Geistliche Richard Salzl die Gedenkstätte, die er als Industrie- beziehungsweise Sozialdenkmal bezeichnete.

Als bestgekleidetste Bergkittelvertreter begrüßte Ferschl anschließend den stellvertretenden Landrat Jakob Scharf, der in einer kurzen Rede an die Anfänge des Bergbaus mit all seinen Facetten in der Oberpfalz erinnerte. „Erste bergbauliche Tätigkeiten im Raum Stulln/Wölsendorf gab es bereits um 1500 wie der Venezianerschacht beweist. Am 27. Mai 1987 war „Schicht im Schacht“ und die Grube wurde als letzte im Revier aufgrund der Erschöpfung der Lagerstätte stillgelegt“, betonte Scharf.

Es ist nicht selbstverständlich, dass 30 Jahre später die Erinnerung daran weiter wach und lebendig gehalten wird. Dafür gilt dem Bergknappenverein Stulln /Schwarzenfeld ein besonderer Dank. Im Landkreis Schwandorf gibt es eine Reihe von Knappenvereinen, die das bergmännische Gedankengut aufrechterhalten und die Tradition pflegen. Die Verbindung untereinander ist teilweise ziemlich lose, teilweise auch enger. Jakob Scharf regte deshalb an, dass wir, die alle die gleiche Gesinnung haben, auf Landkreisebene noch enger zusammenschließen sollten. „Ich werde im nächsten halben Jahr alle Knappenvereine zu einem Gedankenaustausch einladen. Gemeinsam, vielleicht in einem Arbeitskreis, ginge hier sicher manches leichter. Vielleicht fände man sogar eine Lösung des heißen Eisens „Reichart-Schacht“, obwohl er persönlich nicht mehr daran glaube. Das wäre sehr schade für die ganze Region, weil es das einzige Besucherbergwerk im Landkreis wäre, meinte der stellvertretende Landrat.

In einem Schlusswort erinnerte der Vorsitzende des Bergknappenvereins Ferschl an das Ende des Flussspatbergbaus vor 30 Jahren, der die Menschen in der Region immens geprägt hat sowie an den Zusammenhalt im Verein und in den Dörfern. „Dieses hat durchaus etwas mit dem Bergbau und den dort tätigen Menschen zu tun. Viel wichtiger ist, dass dieser Zusammenhalt auf die Folgegenerationen weitergegeben wurde“, konstatierte der Sprecher. Den Hauptakteuren Helga und Konrad Wisneth, die maßgeblichen Anteil an der Errichtung und Gestaltung der Gedenkstatte hatten, überreichte Ferschl zum Dank ein Präsent.


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