Auf den Spuren von Bauernhäusern und Kirchen

Auf den Spuren von Bauernhäusern und Kirchen

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Der Arbeitskreis Heimatforschung bot einen interessanten Tag mit Heimatgeschichte, Architektur und Kunst.

 

Am Samstag fand die alljährliche heimatkundliche Exkursion des Arbeitskreises Heimatforschung statt. Auch in diesem Jahr konnte Vorsitzender Hans Wrba wieder zahlreiche Teilnehmer begrüßen. Ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Programm war von Haymo Richter zusammengestellt worden. Besonders die Begegnung mit dem Bildhauer Johann Paul Hager stand auf dem Programm. Man wolle auch in diesem Jahr über den Tellerrand hinausblicken, so Wrba. Ein besonderer Gruß ging an Ludwig Baumann und Haymo Richter.

Nach der Abfahrt in Cham war die erste Station Steinbühl. Die dortige Expositurkirche beherbergt nicht nur Skulpturen des Bildhauers Hager, sondern beeindruckt auch durch das gotische Presbyterium und ihre Fresken, die 1956 frei gelegt wurden. Sie sei ein Juwel des Zellertals, eine der ältesten Kirchen in unserem Bereich, so Haymo Richter. Der Altar wurde 1352 geweiht. Beeindruckend waren die Besucher auch von der „Hufeisentür“. Die Hufeisen wurden hier von den Bauern als Votivgaben angebracht. Dann ging es weiter nach Arnbruck, dort wurde ein saniertes Bauernhaus in der Dorfmitte besichtigt, das jetzt als Hofladen der Familie Graßl genutzt wird. Der Eigentümer erzählte den Besuchern aus Cham von der Idee und der Sanierung.

Auch in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Arnbruck finden sich Skulpturen von Johann Paul Hager. Außerdem hat die Kirche Deckengemälde des Kirchenmalers Josef Wittmann zu bieten. Auf der Rückfahrt ging es dann vorbei an der großen Totenbrettgruppe. Auch während der Busfahrt erzählte Haymo Richter viel Wissenswertes und Interessantes zur Region oder den jeweiligen Ortschaften. In Oberried wurden dann auch zwei sanierte Bauernhöfe besichtigt und hier gab es auch wieder die Gelegenheit mit einem Besitzer zu sprechen. In Unterried gab es dann einen „Italienischen“ Bauernhof der Familie Strohmeier zu sehen. Diese Häuser wurden, anders als zu dieser Zeit in der Gegend üblich, nicht mit Holz sondern mit Ziegeln erbaut. Es gab viele italienische Wandermauerer, die die Ziegel dann auch vor Ort herstellten. Seit 1901 ist die Familie Strohmeier jetzt auf dem Hof, erbaut wurde das Haus 1873. Auf der Frath angekommen führte die Seniorchefin die Besucher über das Anwesen und zeigte das Ensemble. Der Ort wurde erstmals 1440 urkundlich erwähnt und seit 1642 ist die Familie Geiger auf dem Hof.

Ein „italienischer“ Bauernhof

Im Gasthof wurde dann auch zu Mittag gegessen. Gestärkt ging es dann weiter nach Geiersthal. Dort erzählte Mesner Paul Fleischmann zuerst von der Burg Altnußberg, auf die man von der Kirche aus einen sehr schönen Blick hat und stellte Geiersthal vor. Dann ging es in die Pfarrkirche, die über 800 Jahre alt ist und auch wieder Hager-Figuren beheimatet sowie Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Weitere Skulpturen von Hager finden sich in der barocken St. Augustinus-Kirche in Viechtach, der nächsten Station. Die Kirche werde auch der Dom des bayerischen Waldes genannt, so Richter. Außerdem gibt es dort Deckenfresken von Otto Gebhard. Auch die Nebenkapelle St. Anna mit dem Totentanz wurde besichtigt.

Der Abschluss der Exkursion war Wettzell. Dort wurde die Galerie „Wolferlhof“ von Achim Lerche besucht, der diese auch in einem sanierten Bauernhaus eröffnet hat. Dann kehrte die Gruppe noch in den Gasthof Graf in Wettzell ein. Dort dankte Hans Wrba Haymo Richter herzlich für den interessanten Tag mit einem Präsent.

Info: Johann Paul Hager: Bildhauer aus Kötzting, geboren 1698 in Stadtamhof, verstorben 1769 in Kötzting. Der Bildhauer kam wohl in den Landkreis Cham, da es dort ein reiches Betätigungsfeld für ihn gab. Sein bedeutendstes Werk ist der Altar in Weißenregen. Es finden sich zahlreiche seiner Werke in den Landkreisen Cham und Viechtach.


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