Auf den Spuren von Jesus Christus

Für einige der Pilger bot die Pfarrwallfahrt nach Israel ein Wiedersehen, für die anderen war es die erste Reise ins Heilige Land. Neben Pfarrer Johann Trescher brachen weitere 39 Erkundungswillige auf, sammelten Eindrücke von einem Land, das die Bibel sehr ausführlich beschreibt: Hier hat Jesus Christus gelebt und gewirkt, blieb den Pilgern stets bewusst.

Eine Reise nach Israel ist eben mehr als nur eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten. Die Teilnehmer aus der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr, Alten- und Neuenschwand, aus Bruck, Neunburg, Penting und Schwandorf bestiegen den Bus, der sie nach München brachte. Von dort ging es mit dem Flugzeug zur Zwischenlandung in Frankfurt, von da nach Tel Aviv. Reiseleiter Shibli und Busfahrer Fadi, beides Araber aus Betlehem bzw. Nazareth, erwarteten die Ankömmlinge und brachten sie per Bus zur ersten Unterkunft in Netanya am Mittelmeer. Bereits am frühen Morgen hieß es „Yalla!“. Dieses arabische Wort, das übersetzt „beeil dich“ bedeutet, bekam die Reisegruppe immer wieder vom stets gut gelaunten und sehr kompetenten Reiseführer Shibli zu hören, den alle bald ins Herz geschlossen hatten. Denn während der achttägigen Reise sollten die Pilger so viel wie möglich nicht nur sehen, sondern auch erleben können.

Nazareth mit seiner Josefs- und seiner orthodoxen Gabriels-Kirche bildete die erste Station. Weiter ging es ins nahegelegene Kana, danach nach Galiläa zum Berg der Seligpreisenden. Eine Schifffahrt über dem See Genezareth nach Tiberias bildete den Tagesabschluss. In Tiberias bezog die Gruppe die Gruppe das nächste Hotel. Tags darauf ging es per Bus zum biblischen Cäsarea Philippi, zur Jordanquelle Banyas, dann entlang der syrischen Grenze über die Golanhöhen an den See Genezareth, später nach Kafarnaum. Der Berg Tabor war das Ziel am nächsten Tag, das Jordan-Tal. Später beschäftigte sich die Gruppe mit den Ausgrabungen von Qumran. Danach überzeugte sie sich beim Bad im Toten Meer davon, dass man wirklich wegen des hohen Mineralgehaltes nicht untergehen kann. Nach einem Zwischenstopp in Jericho führte der Weg nach Betlehem, wo man für die kommenden vier Nächte Quartier im Hotel nahm.

Am nächsten Tag besuchten die Pilger Jerusalem. Tempelplatz, Al-Aqsa-Moschee, Felsendom faszinierten ebenso stark wie der Ölberg, die dortige Himmelfahrts-Kapelle und die Vaterunser-Kirche. Am Fuß des Berges besichtigte die Gruppe den Garten Getsemani und die Kirche der Nationen, an dem Jesus am Gründonnerstag Todesangst litt und von Judas Iskarioth verraten wurde. Besucht wurde anschließend das orthodoxe Mariengrab, das Elias-Kloster, ehe es zurück in die Altstadt ging. In der belebten Via Dolorosa wurde der Kreuzweg gebetet, ehe man die Grabeskirche erreichte. In ihr führte eine Treppe hinauf zu Kalvaria, wo das Kreuz Jesu gestanden hat. Geduld war gefragt angesichts der langen Schlange Wartender, die das Heilige Grab ebenfalls aufsuchen wollten. Am nächsten Tag ging es nach Ein Karem, in dem Johannes der Täufer geboren wurde. Johannes- und Heimsuchungskirche wurden besichtigt, danach das Jerusalem-Museum besucht. In einer Höhle auf den Hirtenfeldern feierten die Pilger mit Johann Trescher eine Weihnachtsmesse. Danach schloss sich die Besichtigung der Geburtskirche an. Am nächsten Tag bestand Gelegenheit, Andenken und Andachtsgegenstände im Markt einer christlichen Genossenschaft in Betlehem zu erstehen. In Jerusalem besuchte man die Kirche St. Peter in Galli Cantu, wo Jesus von Petrus drei Mal verleugnet wurde. Danach beobachteten die Pilger die Juden beim Beten an der Klagemauer, da es Sabbat war. Nach dem Abendessen brach man zu einer dreistündigen Nachtfahrt nach Jerusalem auf, kam zum Parlamentsgebäude, der Knesseth. Die Ereignisse Revue passieren ließen die Gläubigen beim Blick über den Ölberg, der in einem Lichtermeer eingetaucht war. Noch einmal ging es an die Klagemauer. Inzwischen war das Fotografieren wieder erlaubt, da der Sabbat zu Ende gegangen war.

Am letzten Tag fuhr die Gruppe nach Abu Gosh, einem Ort, dem die Emmaus-Geschichte zugeordnet ist. Etwas Wehmut kam bereits in Jaffa auf. Denn bald darauf hieß es Abschied nehmen nach einer wunderschönen Reise mit vielen unvergesslichen Eindrücken. Pfarrer Johann Trescher las an den neuralgischen Punkten die entsprechenden Bibelstellen. Vor Ort dargestellt blieben bei den meisten starke Emotionen nicht aus. Reiseleiter Shibli ergänzte diese mit historischen Details. Und jeden Tag hielt der Geistliche eine heilige Messe in einer der Kirchen ab. Immer im Blick waren neben dem Land auch die Menschen aller Kulturen, die hier tagtäglich friedlich zusammenleben. Das Sicherheitsgefühl war keinen Moment gestört. Und doch blieben die Probleme des Landes nicht völlig verborgen. Die acht Meter hohe Betonmauer, die Israel von Palästina trennt, ist ein Beispiel dafür. Am Flughafen Tel Aviv hieß es Abschied nehmen, von Reiseleiter Shibli und Busfahrer Fadi. Über Frankfurt gelangte die Pilgergruppe wieder nach München. Von dort bestiegen sie wieder den Bus in Richtung Heimat. Für November ist ein Nachtreffen geplant. Beim Zeigen der Bilder werden die Erinnerungen sicher wieder geweckt.