Ende Oktober 2012 ertappte der werksinterne Ermittlungsdienst eines Automobilkonzerns in Landshut den Mitarbeiter einer auf dem Werksgelände tätige Fremdfirma auf frischer Tat beim Diebstahl von Fahrzeugteilen. Die umgehend hinzugerufene Kripo Landshut fand bei ersten Durchsuchungen eine Vielzahl an Diebesgut auf. Die Staatsanwaltschaft Landshut leitete gegen den 34-jährigen Tatverdächtigen ein umfangreiches Ermittlungsverfahren ein. Dem jetzt vorliegenden Bericht der Ermittlungsbehörden ist eine Vielzahl von Diebstählen mit einer Beutesumme von über 400.000 Euro zu entnehmen.
Seit einigen Jahren war der 34-jährige Tatverdächtige für eine externe Reinigungsfirma als Vorarbeiter eingesetzt. In dieser Funktion war er mit Reinigungsarbeiten auf dem Werksgelände des Automobilkonzerns beauftragt. Aufgrund seiner Stellung hatte der rumänische Staatsangehörige Zugang zu vielen Bereichen der Landshuter Niederlassung des Automobilherstellers. Diesen Umstand nutzte der im Landkreis Landshut wohnende Mann und startete eine Diebstahlsserie. Im großen Stil hatte der Beschuldigte es auf Kfz-Motoranbauteile abgesehen. Während günstiger Zeiträume raffte er die Teile zusammen und verstaute die gestohlenen Gegenstände in seinem Firmenfahrzeug und schmuggelte so die Neuteile im Abfall verborgen vom Werksgelände. Zunächst zielte der 34-Jährige nur auf Motoröl ab. Später entwendete er dann auch Motoranbauteile, z.B. Injektoren, Wasserpumpen, Kompressoren. Der Beuteschaden bei den nachweisbaren Diebstahlsfällen summiert sich auf über 400.000 Euro.

Nach der vorläufigen Festnahme durchsuchten die Beamten der Kripo Landshut nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Landshut die Wohnung und das Auto des Tatverdächtigen. Die Ermittler fanden Diebesgut im Wert von fast 80.000 Euro vor. Zudem bewahrte der Festgenommene Bargeld im vierstelligen Eurobereich auf. Die Diebstähle lagen erst wenige Tage zurück und konnten im Zusammenwirken mit dem Werksermittlungsdienst rekonstruiert werden.

Bei der Wohnungsdurchsuchung am Festnahmetag fanden die Einsatzkräfte auch eine geringe Menge illegaler Betäubungsmittel auf. Der Beschuldigte konnte noch am gleichen Tag wieder entlassen werden und wartet nun auf den Beginn der Hauptverhandlung. Die Staatsanwaltschaft Landshut wirft dem 34-Jährigen gewerbsmäßigen schweren Diebstahl vor.

Aufwändige Ermittlungen seitens Staatsanwaltschaft und Polizei hinsichtlich der Abnehmer und Auftraggeber folgten und dauern weiter an.