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Neiser1 Dr. Neiser, der Kunstgeschichte als auch Theologie studierte, führte die Zuhörer in religiöse Bilderwelten ein. Bilder: (c) Hans-Peter Weiß

Bilderwelten im Heimatmuseum

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​Die Bildsprache religiöser Bilder verdeutlichte Dr. Wolfgang Neiser bei einem Vortrag im Braunkohle- und Heimatmuseum. Die Inhalte und sein Fachwissen werden in die Umstrukturierung des Sakralraums, mit dem die Mitarbeiter des Museums im neuen Jahr anfangen wollen, einfließen.

Zur letzten Veranstaltung 2019 war der Vorführraum gut besucht. Dr. Wolfgang Neiser, der die kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung der Museen der Stadt Regensburg betreut, hatte schon vor längerem den Sakralraum des Braunkohle- und Heimatmuseums begutachtet. In einem Vortrag stellte er nun die Bildsprache religiöser Bilder eindrucksvoll dar. „Tagtäglich werden wir mit Bildern konfrontiert, die uns ein Leben lang begleiten. Katholische und Protestantische Bilder ergeben zusammen eine Bilderwelt", betonte der Referent. Vor rund 500 Jahren entwickelte sich eine neue Form der Betrachtung. Anfänglich nur auf Kirchen beschränkt, holte man sich später die Bilder in die Wohnung. Heilige wurden an Josephi, an Johanni, Mariä Namen oder an Stephanus besonders verehrt. Zu besonderen Anlässen wie Erstkommunion, Firmung, Primiz oder dem Sterbetag gab es Erinnerungsbilder. Die sogenannten Beichtzettel dienten der Kontrolle, so Dr. Neiser und ging dabei auch auf Fleißbildchen, Schutzengelbilder, Marien- und Jesusdarstellungen sowie das letzte Abendmahl ein.

Anhand ausgewählter Marien- und Christusbilder zeigte der Fachmann für religiöse Kunst deren theologischen und bildgeschichtlichen Kontext auf. Gerade die Betonung der Christus- und Eucharistiefrömmigkeit in der Zeitspanne zwischen den beiden Vatikanischen Konzilen lässt in der Auswahl der Bildthemen eine starke Betonung der sakramentalen Opfertheologie der Hl. Messe erkennen. In diesem Zusammenhang legte Wolfgang Neiser den Zuhörern auch die Geschichte und Entwicklung der Herz-Jesu-Bilder dar, die von Frankreich ausgehend gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch im deutschsprachigen Raum weite Verbreitung fanden. In einer langen, bis weit ins fünfte Jahrhundert zurück reichenden Frömmigkeitstradition steht die bildliche Darstellung Marias, die den Gläubigen bis heute als jungfräuliche Gottesmutter in den unterschiedlichsten Ausführungen den Gläubigen vor Augengestellt wird. Der Einsatz von Bildmedien für die private Frömmigkeits- und Andachtspraxis, der durch die "Devotio moderna" des 15. Jahrhunderts bis in die heutigen Tage neue Impulse erhalten hat, diente innerhalb der Katholischen Kirche sowohl einer dogmatisierenden Verbreitung von Glaubensinnhalten, als auch der Abgrenzung theologischer Positionen gegenüber den anderen christlichen Konfessionen, betonte Dr. Neiser.

In allen Konfessionen sind Bilderwelten entstanden, sich voneinander abgrenzen. Die Sammlung im Museum Steinberg ist einmalig und spannend zugleich. Gleichzeitig bieten die ausgestellten Objekte die Gelegenheit sich des hohen Identifikationsfaktors katholischer Bildmedien und der durch sie erzeugten Bilderwelt, in der zurückliegende Generationen aufgewachsen sind und mit deren Hilfe sie den Glauben gelernt haben, bewusst zu machen, meinte Dr. Wolfgang Neiser.

Anfang des neuen Jahres werden die HAK-Mitarbeiter unter der Leitung von Dr. Neiser und Museumsleiter Christian Scharf den Sakralraum überarbeiten und mit der Inventarisation der Exponate beginnen.


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