Charmante Stadt mit Sucht-Potential: Bamberg

Die Oma hätte es geliebt – und die Freundin aus England täte es auch: Kuscheln auf bequemen Sofas oder auf der Couch und eine heiße Tasse Tee in der Hand. Aber halt, damit an dieser Stelle gar keine Missverständnisse aufkommen: Ein Aufenthalt in der Weltkulturerbe-Stadt Bamberg ist nicht nur etwas für die ältere Generation oder Touristen, die ihr „Ganz Deutschland in sieben Tagen“-Programm abhaken möchten. Beileibe nicht! Bamberg ist jung, frisch, gemütlich und aufregend, wunderbar grün und ungemein gastfreundlich. Und zu sehen gibt es natürlich auch jede Menge. So viel, dass es gleich für mehrere Urlaube reicht.

Doch zunächst erst noch einmal zurück zu oben beschriebener Auszeit bei Tee, englischem Früchtebrot und Scones mit Cream und Erdbeermarmelade. Dieses ganz besonders Lebensgefühl vermittelt in der Bier-Stadt Bamberg (mit noch immer zehn Brauereien) die Teegießerei am Pfahlplätzen – unser Tipp für etwas gemütliche Entspannung beim Sightseeing. Nur ein paar Schritte von Dom, Rathaus oder Schloss Geyerswörth entfernt lassen sich hier hervorragend die vielleicht vom vielen Laufen schweren Füße ausstrecken und die nächsten Stationen des Stadtrundgang planen.

In der Teegießerei

Klar, auch Bamberg hat diese „Must-have“-Attraktionen, die man bei einem Besuch hier unbedingt gesehen und erlebt haben sollte. Der Kaiserdom, der Rosengarten oder oder die ehemalige Fischersiedlung klein Venedig an der Regnitz (unser Titelbild), gehören dazu. Wer sich all dies im Rahmen einer Stadtführung erklären lässt (von denen es in Bamberg jede Menge gibt), bekommt zu den unvergesslichen Eindrücken auch die eine oder andere ungewöhnliche, amüsante und nachdenkenswerte Geschichte gleich mitgeliefert.

A propos unvergesslich: Ein ganz besonderer Blick auf Bamberg und seine Historie erschließt sich Besuchern zwischen Mai und Oktober bei fast völliger Dunkelheit in der Katharinenkapelle der Alten Hofhaltung. „Licht und Schatten“ heißt das Schattenspiel, das an den Wochenenden von Kaiser Heinrich und seiner großen Liebe erzählt, von den Bürgern der Inselstadt und den Bamberger Gärtnern, aber auch von Hexenverfolgung und Krieg. Tickets gibt es über das Tourismusbüro.

Oase der Ruhe: der Hain-Park

Wer dann in Bamberg von Museen, Ausstellungen, Kirchen und Klöstern oder Shopping schon etwas erschöpft ist, braucht eindeutig etwas Natur und Abwechslung. Wie wäre es mit einer kleinen Tour hinaus zum Kloster auf dem Michaelsberg (dessen faszinierende Kirche derzeit leider aufgrund einer dringend anstehenden Sanierung leider nicht besichtigt werden kann)? Von dort aus führt mit dem Schöpfungsweg eine wunderbare Fünf-Kilometer-Rundwanderung über Wiesen und durch ruhige Laubwälder. Auf einem weiteren Berg über der Stadt thront mit der Altenburg ein ebenso besuchenswertes Ausflugsziel, das sich leicht erwandern lässt. Und wer die Stufen auf den hohen Turm hinaufgeklettert ist, wird mit einer sagenhaften Fernsicht ins fränkische Land belohnt. Etwas innenstadtnäher bietet auch der Hain mit seinen Park, Wald- und Wisenflächen sowie dem Botanischen Garten schier unerschöpfliche Möglichkeiten für stundenlange (oder bei Bedarf gerne auch kürzere) Spaziergänge.

Bamberg ohne geht nicht: ein Seidla Rauchbier

Wer die Entspannung eher am Wirtshaustisch als auf Waldwegen findet, der ist in Bamberg natürlich ebenfalls bestens bedient. Zumindest einmal versucht haben muss man da natürlich das berühmte Bamberger Rauchbier – idealerweise in Kombination mit einer schönen, deftigen Brotzeit. Mancher liebt es sofort, vorbehaltslos und vollumfänglich. Und so mancher, der zu Anfang angesichts des kräftigen Raucharomas noch etwas skeptisch an seinem Seidla nippt, gewöhnt sich nach dem zweiten oder dritten Krug dann doch recht gerne daran...

Während der warmen Monate empfiehlt sich übrigens der Genuss des Bieres „auf dem Keller“. Für Nicht-Bamberger: Das sind die am Stadtrand gelegenen Biergärten - angesiedelt dort, wo früher das Bier in Kellern kühl behalten wurde. Und wenn‘s draußen kalt ist? Dann bietet eine Gaststube mit Kachelofen doch eine hervorragende Alternative. Und wiederkommen für einen Besuch „auf dem Keller“ kann man ja im nächsten Frühjahr.