Anzeige
Dem Bier auf der Spur

Dem Bier auf der Spur

2 Minuten Lesezeit (437 Worte)

„In Rieden befand sich das Kurfürstliche Umgeldamt, an das unter anderem auch die Biersteuer zu entrichten war,“ erläuterte Ortheimatpfleger Hubert Haas. Zu einer kulturellen, einer wirtshausgeschichtlichen Wanderung hatte der Heimatverein am Vortrag des St. Georgs-Tages, des Tags des Bieres, eingeladen.

Die rund 40 Teilnehmer, meist Mitglieder der Sektion Amberg des Bayerischen Waldvereins, erfuhren weiter: „Allein für das Kloster Ensdorf war im Jahr 1758 ein ,Zapfgeld‘ von 73 Gulden und 40 Kreuzer fällig.“ 30 Jahre später seien es 315 Gulden und acht Kreuzer gewesen, so Haas, „was unschwer auf den höheren Bierkonsum in Rieden schließen lässt“. Und er ging auch ins Detail, „denn pro Sud, der aus 34 Eimern zu je 108 halben Litern bestand, mussten ein Gulden und 45 Kreuzer bezahlt werden“.

Beim ältesten Riedener Gotteshaus, der Filialkirche St. Georg im Ortsteil Schnarrendorf links der Vils: Rund um die Kirche gebe es die alteingesessenen Gaststätten Hirschenwirt, den Gasthof Haas (Zum Poppn) und das erst nach dem zweiten Weltkrieg eröffnete Café Färber, heute „Zum Brücklwirt.“ Bis etwa 1920 hätten die damals 14 Riedener Wirte in der Hirschwalder Straße ein gemeinsames Brauhaus betrieben, „hätten sich jedoch zerstritten und Bier dann von auswärtigen Brauerein, mein vom Ensdorfer Klosterbräu bezogen“ informierte Haas.

Rund um den Marktplatz mit der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt konzentrierten sich auch heute noch Gaststätten wie der Löwenwirt (früher „Zum Goldenen Löwen“) mit Bäckerei, der Landgastof „Zum Bärenwirt,“ bereits 1701 als Wirt zum schwarzen Bären genannt, der Kronenwirt (Stettner) und der „Bierkönig,“ früher als Stelzerwirt bekannt. Erinnern, so Haas, wolle er auch an den „Stiglbäck“ am Marktplatz (heute Bäckerei Großer), die ehemaligen Wirtshäuser „Zum Ochsenwirt“ an der Ecke Reitergasse, das Schwandner-Wirtshaus in der Hauptstraße und das in der gleichen Straße gelegene 1701 erstmals genannte und gegen 1930 geschlossene Wirtshaus „Zum Weißen Rössl“. Zu vielen der Riedener Gaststätten gehörten auch Kegelbahnen.

In den Pastoralberichten der jeweiligen Riedener Pfarrherren an das Bischöfliche Sekretariat in Regensburg sei die Anzahl Riedener Wirtshäuser oder Bierschänken, in den Jahren 1864 bis 1895 mit jeweils 14 angegeben worden. Zur Frage einer Teilnehmerin nach der Kongo-Bar, ihr aus den siebziger Jahren noch in Erinnerung, wusste Haas, dass dies der ehemalige Stelzer-Keller gewesen und heute als Funny bekannt sei. Nach einem Spaziergang über die Reitergasse und den Kreuzweg zur Bergkapelle konnten die Teilnehmer an der Wanderung bei herrlichem Frühlingswetter ihren Blick über das Vilstal und Rieden schweifen lassen.

„Wenn ma scho da heroben sind,“ gab der Heimatvereinvorsitzende auch noch Erläuterungen zur Riedener Burg, deren Mauerreste heute noch zu sehen sind. Ein gemütliches Beisammensein im Wirtsgarten des Landgasthofs „Zum Bärenwirt“ bei süffigem Bier und einer deftigen Brotzeit rundete diese wirtshausgeschichtliche Wanderung zum Auftakt zum Tag des Bieres ab.

 

Anzeige

Updates abonnieren Abo beenden Drucken

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.ostbayern-kurier.de/

Region Schwandorf

13. Mai 2021
Schwandorf. Musikalische Früherziehung – wenn man diesen Begriff hört, könnte man denken, es sollten kleine Mozarts und Beethovens herangedrillt werden. Dass nichts weiter wegliegen könnte, stellten die Musikschule Schwandorf am Mittwochmorgen im Kin...
13. Mai 2021
Perschen. Das gesamte Team des Freilandmuseums Oberpfalz freut sich, dass ab dem 14. Mai 2021 das Museum wieder öffnen darf. Dabei steht selbstverständlich die Sicherheit für die Besucher und Mitarbeiter an oberster Stelle. ...
12. Mai 2021
Schwandorf. Mit 23 Fällen am Dienstag steigt die Gesamtzahl der Corona-Infektionen zwar auf 8.055, die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt aber von 96,0 auf 85,2 und liegt damit an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100. Das Landratsamt auf diese erfreulic...
12. Mai 2021

Drei Gemeinden sind seit vier Wochen oder länger ohne Fall.

12. Mai 2021

34.730 erhielten im Impfzentrum und 20.246 bei den Hausärzten die Corona-Impfung.

12. Mai 2021
Nittenau. Der langjährige Mitarbeiter der Stadt Nittenau, Peter Weber, wurde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Er kann auf eine abwechslungsreiche Arbeit im Bauhof zurückblicken. ...
Anzeige

Amberg, Sulzbach-Rosenberg

12. Mai 2021
Amberg-Sulzbach. Das Schauspiel wiederholt sich jedes Jahr: Zecken kommen pünktlich mit dem Frühling und bleiben aktiv bis spät in den Herbst hinein. Die kleinen Blutsauger leben im Gras, auf Sträuchern und im Unterholz und warten dort auf Spaziergän...
30. April 2021
Amberg/Amberg-Sulzbach. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit stuft die Infektionsgefahr für Wild- und Hausgeflügel in der aktuellen Risikobewertung als gering ein. ...
29. April 2021

Amberg-Sulzbach. Die Versorgung der Schulen und Kindertageseinrichtungen mit Selbsttests ist weiter in vollem Gange.

27. April 2021
Amberg-Sulzbach. Was gilt kommende Woche für den Schulbetrieb und sind Tagesbetreuungsangebote für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige möglich? Diese Einschätzung wurde in den vergangenen Wochen immer freitags vom Landratsamt Amberg-Sulzbach an...
19. April 2021
OBERPFALZ. In der Oberpfalz gehören überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit zu den Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. Mit einem 24-Stunden-Blitzmarathon soll das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer geschärft werden. ...
15. April 2021
Sulzbach-Rosenberg. Ein aufmerksamer Lokführer hat am Mittwoch, 14.04.2021, gg. 18.45 Uhr im Bereich der Sulzbach-Rosenberger Bahnhofstraße mehrere Kinder gemeldet, die sich im Gleisbereich aufhielten und über die Gleise liefen. ...

Für Sie ausgewählt