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MAGGIE_Bundespreis-Umwelt_und_Bauen_OTH-Regensburg Architekt Christian Kirchberger (Mitte) erhielt den Preis vom Parlamentarischen Staatssekretär Florian Pronold (links) und dem Leiter des Bundesumweltamts, Prof. Dr. Dirk Messner. Bild: © Christoph Wehrer/BMU

Der „Bundespreis Umwelt und Bauen 2021“ geht nach Regensburg

3 Minuten Lesezeit (561 Worte)

Regensburg. Mit dem „Bundespreis Umwelt und Bauen 2021" ist die Sanierung des baugenossenschaftlichen Wohnviertels Margaretenau unter Leitung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) ausgezeichnet worden.

Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium würdigen nach eigenen Angaben mit dem Preis „Leuchtturmprojekte nachhaltigen Bauens", die „zeigen, wie zukunftsfähiges Bauen, gerade auch im Bestand, schon heute realisiert werden kann".

Zur Begründung der Vergabe des Preises in der Kategorie klimagerechte Sanierung nach Regensburg teilte die Fachjury mit: „Dem Projekt gelingt es, durch eine Warmmieten-konstante Sanierung und einer intensiven Partizipation der Mieter*innen auch die sozialen Aspekte einer Sanierung zu berücksichtigen."

Christian Kirchberger, verantwortlicher Architekt des Büros Luxgreen Climadesign, nahm den Anerkennungspreis in Berlin entgegen. „Wir freuen uns natürlich über die Auszeichnung. Bei der Gestaltung war uns wichtig, die historische Bausubstanz zu bewahren und gleichzeitig Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels umzusetzen, wie z.B. Photovoltaik, Beschattung und eine Dämmung, die den Gesamteindruck des massiven Gebäudes bewahrt. Das Projekt trägt die Handschrift eines Teams aus Hochschulen (OTH Regensburg und Uni Bayreuth), Materialherstellern (Franken Maxit), Planern (wie TGA Projektierung) und einem Auftraggeber (Baugenossenschaft), das über vier Jahre eine gelungene interdisziplinäre Abstimmung hinbekommen hat", sagte Kirchberger.

Freude auch bei Siegmund Knauer, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft Margaretenau: „Wir sanieren das ganze Quartier und haben den Anspruch, die Gebäude für die Klimaschutzziele und die nächsten Generationen fit zu machen. Dabei haben wir besonders ein Augenmerk auf eine sozialverträgliche Sanierung gelegt. Dafür halten wir in unserer „Au" zusammen, sprechen miteinander und suchen uns die geeigneten Partner aus. Das „Hufeisen", wie wir das Gebäude nennen, ist wirklich schön geworden, und alle fertig gestellten Wohnungen sind wieder belegt, zum Großteil mit den Menschen, die schon vor der Sanierung da gewohnt haben", so Knauer.

Prof. Dr. Dirk Messner, Leiter des Umweltbundesamts, betonte bei der Vergabe des Preises: „Besonders unterstützenswert war der Jury, dass die Bewohnerinnen und Bewohner durch Befragungen und durch intensive Dialoge and der Weiterentwicklung und der Sanierung der Gebäude fundamental beteiligt waren."

Im genossenschaftlichen Stadtquartier Margaretenau wurden im Zuge des vom Bundeswirtschaftsministerium mit rund 3,4 Millionen Euro geförderten Forschungsprojektes „MAGGIE" unter Leitung der OTH Regensburg 24 Wohnungen saniert und dazu im Dachgeschoß sechs neue Wohnungen erstellt. Sechs von acht Fakultäten der OTH Regensburg waren an dem größten Forschungsprojekt der Hochschule in den vergangenen Jahren beteiligt. Das Ziel: Eine denkmalgerechte Modernisierung des historischen Stadtteils mit einem völlig neuartigen Energiemanagement-System unter Einbezug eines innovativen solaraktiven Außenputzes und einer neuartigen, hocheffizienten Hybridkombination aus Blockheizkraftwerk und Wärmepumpen-Technik zur Beheizung, Strom- und Trinkwasserversorgung. Die dadurch entstehenden Einsparpotenziale und die Netzdienlichkeit des Gesamtsystems sollen sicherstellen, dass die Warmmiete für die Bewohner nach der Modernisierung nicht erhöht und so bezahlbares Wohnen garantiert wird. Begleitet wurde der gesamte Prozess von einer Sozialstudie des Instituts für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST) an der OTH Regensburg.

Prof. Dr. Oliver Steffens, Vizepräsident der OTH Regensburg und Bauphysik-Experte, hatte auf Seiten der Hochschule das Projekt geleitet. Für Steffens ist besonders wichtig, dass sich die im Projekt MAGGIE gewonnen Erkenntnisse auch auf andere Sanierungsvorhaben übertragen lassen.

„Der fachübergreifende, ganzheitliche Lösungsansatz im Projekt MAGGIE – von sozialen und denkmalpflegerischen Aspekten über bauphysikalische Innovationen bis hin zu intelligenter Wärmelogistik – ist für uns alle faszinierend, aber auch eine große Herausforderung. Umso mehr freue ich mich über diese großartige Auszeichnung", sagte Steffens.

„Nachhaltiges Bauen und Sanieren sind nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für den sozialen Zusammenhalt in Deutschland von enormer Bedeutung", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold, bei der Preisübergabe.

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