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Der Hirschwald im (Klima-)Wandel

Der Hirschwald im (Klima-)Wandel

2 Minuten Lesezeit (380 Worte)

„Bei der Vorbereitung konnte ich auf der Strecke unserer Hirschwald-Wanderung mehr als zehn Laub- und Nadelbaumarten zählen“ widersprach Werner Lang vom Forstrevier Amberg der weit verbreiteten Meinung, im Hirschwald stünden überwiegend Fichten. Der Bildungsbeauftragte des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg zeigte dies mit Blättern der Laubbäume auf, betonte, „die Waldwirtschaft hat ein Auge für den Naturschutz. Buche, Tanne und Douglasie sind Alternativen zur Fichte“.

Diese sei der Verlierer im Klimawandel und im niederschlagsarmen Oberpfälzer Raum auch durch den Borkenkäfer. Der Klimawandel erfordere einen Waldumbau auf besser angepasste Baumarten, fügte Thomas Verron, Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten im Forstbetrieb Burglengenfeld, an, nannte dies „…eine notwendige Vorsorge“. Auf die oft unterschiedlichen Sichtweisen zum Begriff Naturschutz von Förstern („eher dynamisch“) und Naturschützern („oft konservierend denkend“) ging Verron ein, hob hervor „dass das durch die Bayerischen Staatsforsten erstellte bayernweite Naturschutzkonzept auch auf der ganzen Waldbewirtschaftungsfläche integrativ Trittsteine für den Naturschutz aus Altholz- und Totholzinseln beinhaltet“.

Totholzmanagement sei, so Werner Lang anhand des Zitats eines Forstmanns – „Die toten Bäume sind die lebendigsten im Wald“ – , wichtig für viele geschützte Organismen wie Pilze, Insekten, Fledermäuse und Vögel, welche auf Totholz angewiesen seien. Auf der knapp dreistündigen Wanderung stellten Teilnehmer die Frage „Holznutzung – Übel oder Segen?“. Nachhaltige Nutzung sei eine sinnvolle und notwendige Art der Bewirtschaftung, erfuhren sie von Lang, „denn nicht nachwachsende und energieaufwendige Produkte werden durch den nachwachsenden Rohstoff Holz ersetzt“.

Entstanden sei der Begriff Nachhaltigkeit sowie die Idee einer nachhaltigen Nutzung und der damit notwendigen Beschäftigung von Förstern und der Einrichtung der Forstwissenschaft vor etwa 300 Jahren. Weiter erfuhren die Teilnehmer der Wanderung, dass die Zertifizierung von Wäldern Zeichen für gute Bewirtschaftung des Waldes sei. „Sie wird kontrolliert und auch für Privatwald angeboten. Holzverkauf ohne Zertifikat ist teilweise nicht mehr möglich“ betonten Werner Lang und Thomas Verron.

In der anschließenden Diskussion erfuhren die Teilnehmer weiter, dass das Häckseln von Kronenmaterial als Nährstoffentzug einerseits, aber auch zum Waldschutz gegen Borkenkäfer andererseits notwendig sei. Das gleiche gelte für Walderschließung zur pfleglichen Waldwirtschaft und zum Bodenschutz durch Rückegassen alle 30 Meter. Angesprochen wurden auch die Unterschiede beim Jagdmanagement im Staats- und Privatwald laut Vegetationsgutachten um Verbiss- und Schälschäden niedrig zu halten, „denn Jagd ist betriebswirtschaftliche Grundlage der Waldbewirtschaftung“, so Verron. Insgesamt gesehen eine interessante und aufschlussreiche Wanderung im Hirschwald, die mehr Teilnehmerresonanz verdient hätte.

 

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