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Der Mörder ward zu Bruck gerädert

Der Mörder ward zu Bruck gerädert

3 Minuten Lesezeit (561 Worte)

Schon traditionell gibt der Brucker Ortsheimatpfleger Dr. Alois Wittmann anlässlich der Ägidi-Kirchweih im Mappacher Bauernmuseum in seinem Fachvortrag einen Einblick in die Geschichte des Marktes. In diesem Jahr machte er das „Brucker Pflegamt und seine Beamten“ zum Thema. Doch zuerst einmal ein wenig heimatkundliche Allgemeinbildung. Im Jahr 1493 bekam die Marktgemeinde mit dem Pfleggericht die allgemeine Gerichtsbarkeit. Mehrere Pfarreien wurden jeweils zu einem Pflegamt vereinigt.

An seiner Spitze stand in der Regel ein Pfleger oder ein Pflegsverwalter, der sich als Verwaltungs- und Aufsichtsbeamter um die öffentliche Ordnung und Sicherheit kümmerte und Verträge protokollierte. Dessen Sitz wurde folgedessen natürlich Pfleghaus genannt und das Erste wurde bereits 1345 vor dem unteren Tor in Richtung Mappach gebaut. Damals lagen die verschiedenen Gerichtsbarkeiten noch beim Vitztumsamt Amberg, das dem Kurfürstentum Pfalz zugerechnet war. Als erster Richter für Bruck ist Ott der Pertolzhofer dokumentiert, der später Landrichter zu Neunburg wurde.

Die hohen Beamten wechselten sehr häufig und erst im Jahr 1460, Hans Hofer war damals oberster Richter für Bruck, findet sich eine interessante Überlieferung über einen entflohenen Mörder, der sich angeblich in Bruck versteckt hielt. „1460: In der Herrschaft Stauf war ein Mord begangen worden. Der Täter war entflohen und nach einiger Zeit im Geleite von Bruck entdeckt worden. Als dem Rat von Regensburg der Aufenthaltsort bekannt wird, sucht er bei Herzog Otto um einen Rechtstag nach, dieser wird zugestanden. Drei städtische Beamte (Mistelbeck, Teusinger, Meinhard), ein Advokat für den Mörder (Weiß zu den Rechten), ein Scharfrichter („Züchtiger“) und 12 Fußknechte machen sich auf nach Bruck. Dort bezahlen sie den Richter Hans Hofer für den Fürfang (Gebühren für die Inhaftierung) und für seine Zehrung, den Amtmann für Atzung des Gefangenen, den, der den Gefangenen gehütet hat, den Vorsprecher, den Züchtiger und für ein Rad sowie an eigener Zehrung insgesamt 19 Pfund 6 Schilling 16 Pfennig. Sie prozessieren und rädern den Täter. Dann werden sie aber vom Hofer selbst in Arrest gesetzt, bis sie eine Abordnung, die zu Herzog Otto nach Reichenbach gegangen war, losmacht (Gemeiner 3, 333-334)“.

Neben der hochinteressanten Lokal-Historie gibt es bei der Museumskirwa auch handfeste Kost in Form von Karpfen.

Ein wichtiger Eckpunkt in der Historie Brucks ist das Jahr 1499, als der Ort das Forstmeisteramt erhält. Ab 1510 war dann der Brucker Pfleger zugleich Forstmeister. Erster Wildmeister und Pfleger wurde Gregory Mendell von Steinfels. Viele Jahre vergehen, die Pfleger wechseln oft und der 30-jährige Krieg stürzt Bruck in ein Chaos, von dem der Ort sehr lange braucht, bis er sich wieder erholt.

Einem interessanten Mann begegnen wir mit Johann Andreas Unger im Jahr 1732. Der Pflegverweser und Forstmeister ist seit 1720 Besitzer der „Gastwirtsschaft zum weißen Rössl“ und zwei Jahre später wird er Bergamtsverweser zu Bodenwöhr. Das Amt des Pflegers übte er bis 1755 aus. Nach dem Tod Ungers werden die beiden Ämter wieder getrennt.

Pflegsverweser wird Matthias von Semmer und Forstmeister Johann Peter Freiherr zu Asch. Springen wir sechs Jahre weiter und treffen auf den letzten Pflegamtsleiter Franz Dionys Pamler, der von 1762 bis zur Auflösung der Pflegämter Bruck und Rötz im Jahr 1803 das hohe Amt inne hatte. Und dieser Pamler war auch der letzte Bewohner des Pflegamtes Bruck, das sich im Anwesen der Hauptstraße 9, der heutigen „Havanna-Bar“, befindet. Eine Grabplatte von ihm befindet sich in der Sebasti-Kirche beim Friedhof. 1807 wird auch das Oberforstmeisteramt Bruck aufgelöst, das zuvor vier Jahre lang von Franz Xaver Schmid geleitet wurde.

 

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