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Der Tegernheimer Mittelberg, ein wertvoller Lebensraum

Der Tegernheimer Mittelberg, ein wertvoller Lebensraum

3 Minuten Lesezeit (574 Worte)

Tegernheim. Der Tegernheimer Mittelberg ist mit 417 Metern Höhe die höchste Erhebung der stetig wachsenden Stadtrandgemeinde östlich von Regensburg. Er ist die erste Erhebung nach der für Geologen weltbekannten Tegernheimer Schlucht, wo der Jura auf Granit trifft. Das Urgestein speichert besonders auf der Südseite ideal die Wärme und ist seit der Römerzeit gut geeignet für Wein- und Obstbau. Und nicht nur dem Wein tut die Wärme gut.

Leider ist nach dem 2. Weltkrieg mit der Industriealisierung ein Großteil der Weinanbau-Fläche nicht mehr genutzt worden. Das kleine Bauerndorf lebte bis zu Beginn des 20. Jahrhundert noch überwiegend vom Weinbau und die Tegernheimer Marktweiber fuhren mit dem Leiterwagen barfuß einen Teil ihrer Ernte zum Bauernmarkt nach Regensburg. Erst dort zogen sie ihre kostbaren Schuhe an, die sie zuvor auf dem Weg geschont hatten. Die anstrengende, mühsame Handarbeit auf den Feldern und in den Gärten wurde nach dem Krieg gegen sogenannte "leichtere" Arbeit in den Fabriken getauscht. Die herrliche Südlage des Mittelberges verbuschte und wurde kaum mehr genutzt.

Die Nordseite des Berges war schon immer mit Wald bepflanzt und bot nicht nur Brennholz und Pilze, sondern wurde von den Familien auch zum Wandern genutzt . Vom Bevölkerungszuwachs in Regensburg profitierten auch die umliegenden Dörfer. Das einstmals wertvolle Ackerland wurde als Bauland ausgewiesen und das Dorf veränderte sich zusehends. Die alten Bauernhäuser wurden abgerissen, zeitgemäße Flachbauten und geteerte Straßen waren die Folge. Doch die Zeit blieb lange stehen am Mittelberg. Hier fanden vor allem Wildtiere einen geschützten Raum. Flora und Fauna entwickelten prächtig. Das Gebiet des Jura mit dem Fellinger Berg, im Volksmund Rieger Felsen genannt, und zu Schwabelweis, einem Ortsteil von Regensburg gehörig, wurde zum Naturschutzgebiet erklärt. Der Mittelberg, welcher eigentlich der erste Berg des Vorwaldes des Bayerischen Waldes ist, wurde als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

In den 60er Jahren wurden einige Parzellen in der unteren Hälfte des Berges unter strengen Auflagen als Bauland ausgewiesen. Auch der Autor dieser Zeilen errichtete damals sein Wohnhaus am brachliegenden Flurstück Ecklischer Zwölferweinberg und bezog es vor 50 Jahren. Er betreibt seit 1983 hier auch Weinbau - und Tegernheim ist wieder offiziell eine Weingemeinde geworden. Besucher staunen oftmals angesichts der herrlichen Lage und Idylle.

Leider wird jetzt das früher streng mit Auflagen geschützte Gebiet rund um den Mittelberg mittlerweile stark "verdichtet" - der neue Ausdruck angesichts der starken Nachfrage nach Bauland in Stadtnähe. "Bis jetzt ist für mich als Naturliebhaber die Welt hinter unserm Haus noch in Ordnung. Die sonst scheuen Tiere kann man noch beobachten und sie kommen teilweise bis zum Haus vom Wald herunter", erzählt Engl.

Früher brüteten sogar Fasane im Garten des Winzers. Letzten Herbst sonnte sich eine Kreuzotter am Weinberg und dieser Tage besuchte die Engls wieder einmal ein Feuersalamander, der auch schon auf der roten Liste der aussterbenden Tiere steht. "Ich freue mich jeden Tag, hier leben zu dürfen, im Winter den Waldkauz zu hören, die Eichhörnchen und Eichelhäher auf Vorratssuche zu sehen, Gimpel , Zaunkönig, Meisen, Finken, Ringeltauben Spechte, Bussarde und Rehe zu beobachten", sagt der Tagernheimer. Herrlich ist es jetzt im Frühjahr, wenn der Kukuck ruft und die Frösche im naheliegenden Hardtgraben um ihre Weibchen werben. Von März bis Juli sind die Amseln mit ihrem Gesang die Wecker in der Natur. Dafür dürfen sie auch während des Jahres so manche Beere vernaschen.

Am Mittelberg vorbei führen der Europafernwanderweg, der Oberpfalzweg, der Jakobsweg , der Donaupanoramaweg, der Baierweinweg, und der Tegernheimer Rundweg. "Erleben Sie selbst noch Naherholung am Rande der Weltkulturerbestadt Regensburg und der Walhalla in Ostbayern."

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