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Astrid-vor-Litfa-Sule Dr. Astrid Freudenstein: Kampagne für Pflegefamilien.

Die Neue im Alten Rathaus

4 Minuten Lesezeit (865 Worte)
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Regensburg. Von bunt zu konservativ: Seit der Kommunalwahl im März sind einige Monate ins Land gezogen. Interessanterweise wird statt der siegreichen OB Getrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) in der öffentlichen Wahrnehmung ihre knapp unterlegene CSU-Kontrahentin und nunmehrige Stellvertreterin Dr. Astrid Freudenstein als "Gesicht der Koalition" wahrgenommen. Unser Reporter Franz Niebauer hat die Neue, die den Bundestag für das Regensburger Rathaus verlassen hat, eben dort besucht.

Das Alte Rathaus in Regensburg kennt die Wirren des 30-jährigen Krieges ebenso wie den immerwährenden Reichstag und weitere Meilensteine der Geschichte, als die Stadt die bedeutendste  der deutschen Landen, vielleicht sogar Europas, war. Wer sprach damals von Berlin oder München?

Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein hat sich in den historischen Mauern viel vorgenommen, sie kümmert sich um die Jugend, um Sport, um Soziales und um die Senioren. Die ehemalige Bundestagabgeordnete ist voll in ihrem Element, wenn sie von ihren Projekten schwärmt. Die Suche nach Pflegefamilien ist für sie etwa eine Herzensangelegenheit. 

Farbenfrohe Plakate transportieren das Motto: „Trauen Sie sich, Familie kann bunt sein". Die Regensburger Bürgerinnen und Bürger sollen so auf das Thema „Pflegekind" aufmerksam gemacht werden. Denn: Der Bedarf an Pflegefamilien sei sehr groß, die Zahl der Aufnahmebereiten dagegen überschaubar. 


Tipps und Trends für Sie

Jedes Jahr werden in Regensburg etwa 140 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, weil sie in ihren Familien gefährdet sind und zunächst dort nicht mehr bleiben können. Für einige dieser Kinder und Jugendlichen wird als „ultima ratio" eine Pflegefamilie gesucht. Im Schnitt geschieht dies zehnmal jährlich. Für diese Kinder werden Ersatzeltern gesucht. Pflegeeltern können verheiratet, nichtverheiratet, gleichgeschlechtlich oder auch alleinerziehend sein, als Regenbogen- oder Patchworkfamilie oder auch als kinderloses Paar leben. „Familie", so Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein, „beschreibt nicht nur einen Status„ sie bedeutet zuallererst, eine liebevolle, sichere und verlässliche Beziehung."

Interessierte Familien erhalten weitere Informationen auf der neu gestalten Homepage des Pflegekinderdienstes www.regensburg.de/pflegekinderdienst oder direkt in einem unverbindlichen Informationsgespräch mit den Sozialpädagoginnen des Pflegekinderdienstes.

Wir verlassen das Büro und die Bürgermeisterin holt ihr Fahrrad, mit dem sie viel in Regensburg unterwegs ist. Es ist nicht nur umweltbewusst, sondern auch ungemein bequem, meint sie. Schließlich kann man das Fahrrad leichter parken und kommt auch überall besser durch.

Was steht in der nächsten Zeit an?. Schon im Herbst denke man an den Beginn der Grundsanierung des Wöhrdbades, antwortet die Bürgermeisterin.

Das rund 6 Millionen große Projekt ist nach 30 Jahren Bestehen des Bades fällig. Das bereits über 40 Jahre alte Funktionsgebäude wird ebenfalls saniert. Das Wöhrdbad bekommt ein hocheffizientes Energiekonzept, die Badwassertechnik für alle Becken wird neu. Eine Photovoltaik-Anlage liefert dann den Strom für die Wärmepumpen und für die Pumpen der Wassertechnik. Zwei Wärmpumpen, ein Blockheizkraftwerk, das mit Biomethan gespeist wird, ist ebenfalls am Arbeiten, wie der Gasbrennwertkessel. Angenehm warm hat es der badende Besucher auch noch, da die Beckenwasser-Temperatur zusätzlich erwärmt wird. Dies kann dann die Saison verlängern.

Dieses Traditions-Freibad hatte im Jahre 2019 rund 86.000 Besucher. Das reine Sommerbad hat eine Wasserfläche von 1700 qm. Die alten, hochgewachsenen Bäume spenden dem Besucher auf einer 14.000 qm großen Liegewiese zum Teil den manchmal erwünschten Schatten. 

Die Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich im Sommer 2021 abgeschlossen sein.


Dr. Astrid Freudenstein wurde in Niederbayern 1973 geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie mit ihrer Familie auf einen Bauernhof in Karpfham im schönen Rottal. In den Jahren 2008 und 2014 wurde sie in den Regensburger Stadtrat gewählt. 2013 zog sie erstmals in den Deutschen Bundestag ein. Ihre Interessen lägen in der Sozialpolitik, der Verkehrspolitik und der Kulturpolitik. Da ihr die Regensburger und ihre Anliegen sehr bewusst waren und sie in mitten der Stadt ihr Domizil hat, fiel es ihr nicht allzu schwer, von Berlin loszulassen.

Die neue Herausforderung, politisch in Regensburg Fuß zu fassen, fiel ihr ebenfalls nicht allzu schwer. Als Bürgermeisterin ist sie nun trotz der knappen Niederlage in der OB-Wahl ganz nah am Geschehen. Und sie will gestalten.

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Aber auch der erste massive Gegenwind war bereits zu spüren. Die Rathaus-Mehrheit sprach mitten im Corona-Sommer Betretungsverbote für den Grieser Spitz und die Jahninsel aus. Maßnahmen, die für Dr. Freudenstein folgerichtig sind, die in Teilen der Bevölkerung aber auf massive Kritik stoßen. Am 29. Mai 2019 hatte der Stadtrat das gesamtstädtische Konzept zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in den öffentlichen Grünanlagen, insbesondere im Bereich Jahninsel und Grieser Spitz, beschlossen. Die Zielsetzung hierbei ist, die Störungen im öffentlichen Raum zu reduzieren. Eine Änderung war, dass für den Gries (Grünanlagen) und die Jahninsel eine zeitliche Begrenzung (22:00-07:00 Uhr) gilt und dann der Gebrauch von Rundfunk- oder Tonwiedergabegeräten sowie Musikinstrumenten verboten ist.

Jedoch konnte laut Freudenstein schon vor Corona festgestellt werden, dass die beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichend gewesen seien. Daher einigte sich die Koalition auf ein befristetes Betretungsverbot der Grünanlagen Gries und Jahninsel für die Zeit von 23:00 bis 06:00 Uhr in den Monaten April bis Oktober. Die vorläufige Befristung ist bis 31. Oktober 2021 vorgesehen.

Notwendig geworden sei die Maßnahme wegen des Verhaltens der dort Feiernden. Zu Spitzenzeiten befanden sich am Grieser Spitz bis zu 500 Personen, auf der Jahninsel waren es sogar bis zu 800 Personen, die unter anderem Alkohol konsumiert hätten. 30 Mal mussten die Jahninsel und der Grieser Spitz schon geräumt werden. Hinsichtlich der inzwischen aufgetretenen Sachlage ist diese Neuregelung gemäß der Infektionsschutzmaßnahmeverordnung als konform anzusehen. Der Zweck sei auch der Schutz der Anwohner vor Lärmbelästigung.
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