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Die Sicht der Schweinezüchter

Die Sicht der Schweinezüchter

2 Minuten Lesezeit (490 Worte)

Neunburg. Nach einer kurzen Beruhigungsphase stehen die Schweinehalter erneut unter Druck. Bei der Gebietsversammlung des Schweinekontrollrings Cham/Schwandorf am Dienstag im Gasthaus Sporrer in Neunburg v.W. sprach Vorsitzender Christian Lommer von „Dumpingpreisen“, mit denen die Erzeuger zu kämpfen hätten.

 

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„Wir tanzen am langen Faden der Monopolisten“, stellte der Vorsitzende der bäuerlichen Selbsthilfeeinrichtung fest. Die Ferkelerzeuger und Schweinemäster seien „den Verwerfungen des Marktes unterworfen“. Christian Lommer grenzte die organisierten Betriebe von den Tierfabriken ab und stellte fest: „Der Schweinehalter produziert seine Futtergrundlage selbst und kümmert sich an 365 Tagen im Jahr um seine Tiere“. An durchschnittlich 63 Arbeitsstunden in der Woche, „damit es den Tieren gut geht“. Christian Lommer erwartet dafür mehr Anerkennung von Seiten der Öffentlichkeit und Preise, „die uns ein Auskommen ermöglichen“.

Nach fast 30 Jahren Ringarbeit geht Landwirtschaftsdirektor Georg Leitermann im April in den Vorruhestand. Der Leiter des Fachzentrums „Schweinezucht und Schweinehaltung“ am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zog eine positive Bilanz und stellte fest: „Wir haben in der Schweineproduktion ein hohes Niveau erreicht“. Dank einer intensiven Ringarbeit und einer guten Ausbildung der Landwirte. Probleme machten die ständig steigenden Vorschriften, mit denen der Gesetzgeber auf den Druck des Handels und des Verbrauchers reagiere.

Georg Leitermann erinnerte an die Entwicklung der Schweinefleischerzeugung in den vergangenen drei Jahrzehnten. Mit dem Slogan „Qualität aus Bayern“ warben die Erzeuger in den 1980er Jahren mit „der Qualität ihres Produktes“. Es ging um „die wirtschaftliche Produktion gesunder Tiere“. Mit Aktionen wie der „offenen Stalltüre“ wollte man das Vertrauen der Verbraucher gewinnen. Ab dem Jahre 2000 stand dann die Prozessqualität im Mittelpunkt. Die Produktion musste dokumentiert und überwacht werden. „Heute geht es um die Produktionsqualität“, stellte Georg Leitermann fest. Der öffentliche Druck zwinge den Bauern, die Haltungsformen umzustellen und das Tierwohl in den Vordergrund zu rücken. Essen sei mittlerweile zu einer Glaubensfrage geworden, so der Behördenvertreter.

Der Leiter des Veterinäramtes Schwandorf, Dr. Josef König, mahnte die Schweinehalter, ihre Bestände abzusichern und den Kontakt der Stalltiere mit Wildtieren zu vermeiden. Auch Ratten und Mäuse sollten mit den Schweinen nicht in Berührung kommen. Bei ersten Anzeichen von Erkrankungen sollte der Bauer seinen Hoftierarzt für eine „Abklärungsuntersuchung“ zu Rate ziehen. Die Jäger seien angewiesen, tot aufgefundene Wildschweine zu melden und auch regelmäßige Proben geschossener Tiere abzugeben. „Momentan gibt es im Landkreis keine Anzeichen für eine Schweinepest“, stellte der Veterinär fest.

Der Fachberater für die Erzeugerringe, Franz List, gab die aktuellen Zahlen bekannt. Im Kontrollring Schwandorf/Cham sind 72 Ferkelerzeuger mit 6840 Zuchtsauen organisiert. Mit 30 kg Gewicht kommt das Ferkel zu den Mästern und gelangt von dort mit 120 kg in die Schlachtung. In den 30 organisierten Mastbetrieben der Landkreise Schwandorf und Cham stehen im Schnitt 400 Mastscheine.

Dr. Christina Jais von der Landesanstalt für Landwirtschaft sprach über „zukunftsfähige Stallbaulösungen in der Ferkelerzeugung und Schweinemast“. Wer einen neuen Stall baue, stehe vor der Herausforderung, Wirtschaftlichkeit und Tierwohl in Einklang zu bringen. Angesichts dieses schwierigen Spagats und der Proteste von Tierschützern würden momentan kaum neue Ställe gebaut.


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