Fachstelle für pflegende Angehörige: Neuaufstellung im Landkreis Amberg-Sulzbach

Berechnungen ergeben: Im Jahr 2050 gibt es in Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen, die älter sind als 80 Jahre; doppelt so viele wie heute. Mit einer längeren Lebenserwartung steigt auch die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden.

Allein im Landkreis Amberg-Sulzbach werden es im Jahr 2032 mehr als 3.500 pflegebedürftige Menschen sein. Ein wertvoller Unterstützer ist hier die Fachstelle für pflegende Angehörige, die Pflegepersonen begleitet, kompetent berät und spürbar entlastet. Im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde dieses Hilfsnetz zum Jahresbeginn neu aufgestellt und die Angebote und Aufgaben der Fachstelle für pflegende Angehörige nun von Landrat Richard Reisinger und Caritas-Geschäftsführer Günther Koller sowie den Pflegefachkräften Alexandra Pirner und Susanne Frey vorgestellt.

Im seniorenpolitischen Gesamtkonzept für den Landkreis Amberg-Sulzbach steht es schwarz auf weiß: die Zahl der Pflegebedürftigen wird von aktuell 2.300 auf fast 3.000 im Jahr 2022 und auf mehr als 3.500 Menschen im Jahr 2032 ansteigen. „Eine Herausforderung, der wir entgegentreten müssen“, wie es Landrat Richard Reisinger beim Pressetermin auf den Punkt brachte. Mit der Caritas habe der Landkreis Amberg-Sulzbach einen Partner gefunden, der mit der Fachstelle für pflegende Angehörige die Beratung und Betreuung übernimmt, so der Landkreischef.

Mit einer konzeptionellen Neuaufstellung wird der Landkreis seit Jahresbeginn flächendeckend von der Ökumenischen Sozialstation Sulzbach-Rosenberg und von der Caritas-Sozialstation Ensdorf versorgt. In Sulzbach-Rosenberg ist für die Beratung die Pflegefachkraft Alexandra Pirner (nördlicher Landkreis) und in Ensdorf die Pflegefachkraft Susanne Frey (südlicher Landkreis) verantwortlich. Somit ist eine flächendeckende Beratung für pflegende im Landkreis Amberg-Sulzbach sichergestellt. Für die Stadt Amberg gewährleistet diese Beratung der Malteser Hilfsdienst.

Pflegende Angehörige, so Caritas-Geschäftsführer Günther Koller, sind der größte Leistungserbringer, wenn es um die Betreuung und Begleitung der Menschen geht, die zu Hause auf Hilfe angewiesen sind. Immerhin werden gut 70 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt. Menschen, die diesem allgemeinen Trend folgen, sind dabei laut Koller hohen Ansprüchen ausgesetzt. Oftmals fühlen sie sich selbst überfordert und kommen
körperlich und seelisch an ihre Grenzen. Dies gelte vor allem, wenn es um die Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz geht, so Koller.

Die Fachstelle für pflegende Angehörige unterstützt mit Beratung und Begleitung. Bereits nach wenigen Wochen lautet das Fazit von Alexandra Pirner: „Das Angebot wird vermehrt angenommen. Dadurch können wir die Menschen entscheidend entlasten“. Die Pflegefachkräfte informieren über Hilfsmöglichkeiten und beraten insbesondere zu den Themen Alter und Pflege. Die Beratung ist dabei kostenlos, persönlich, objektiv und vor allem vertraulich, betont Pirner.
Hintergrund:

Die Fachstellen sind in Sulzbach-Rosenberg und in Ensdorf in einem barrierefreien Büro innerhalb der Sozialstationen untergebracht. Die Beratung erfolgt unabhängig von Nationalität oder Glaubenszugehörigkeit telefonisch oder persönlich in der Fachstelle oder in Form von Hausbesuchen. Sowohl in Sulzbach-Rosenberg als auch in Ensdorf ist das Büro der Fachstelle montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr besetzt. Hausbesuche können individuell vereinbart werden.

Neben der Beratungstätigkeit werden in der Fachstelle auch Gruppenangebote für Pflegebedürftige und Angehörige durchgeführt. So trifft sich beispielsweise in Sulzbach-Rosenberg montags 14-tägig eine Strickgruppe, jeden Dienstag kommt die Gruppe Sonnenstrahl für demenziell Erkrankte zusammen. Zudem kann immer mittwochs im Seniorentreff gebastelt, gesungen, Gymnastik betrieben oder Kaffee getrunken werden. Jeden zweiten Freitag im Monat können pflegende Angehörige außerdem im Angehörigen-Café ihre Erfahrungen austauschen. In Ensdorf trifft sich beispielsweise dienstags die Gruppe Sonnenstunden für demenziell erkrankte Menschen.

Fachkraft Alexandra Pirner (Sulzbach-Rosenberg) ist telefonisch unter 09661/8 76 00 10 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar; Fachkraft Susanne Frey per Telefon unter 09624/92 22 10.