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"Graue Panther" beim Bärenwirt

"Graue Panther" beim Bärenwirt

3 Minuten Lesezeit (570 Worte)

Beim Bockbierfest im Bärenwirtssaal in Rieden wurde von den Grauen Panthern, zu denen das Alt-Nei-Riedner Dorfgebläse mutierte, die Ideallösung präsentiert: Freibad und Campingplatz werden an den zahlungskräftigen Siemens-Konzern vermietet. Altbürgermeister Kik Färber konnte, auch er im roten Panter-Shirt, den fertigen Vertrag verlesen –erwachte jedoch danach aus seinem Traum. Doch von vorne:Bürgermeister Erwin Geitner stach das erste Fass Asam-Bock an, verkündete lauthals „Ozapft is.“ Thomas Kolb von der Brauerei Bischofshof stimmte mit Bürgermeister, Alt-Bürgermeister Färber und Bärenwirt „Ein Prosit…“ an, wünschte einen zünftigen Abend „und morgen koa Schädlweh“. Dann ging es Schlag auf Schlag.

Das Alt-Nei-Riedner Dorfgebläse marschierte mit dem Wurstsuppenfahrer-Marsch in den Saal und Erhard Richthammer nahm als Pater Erhard, assistiert von den urigen Musikanten, den Brauerei-Vertreter ins Gebet. Er psalmodierte „Heiliger Thomas, bring genug Bier nach Rieden“, Musikanten: „… dann lassen wir dich in Frieden“ oder „Lass uns das Bier nicht selber zahlen – verschone uns vor solchen Qualen“. Aber auch der „heilige Erwin“ kam nicht ungeschoren davon, denn „Heiliger Erwin, schenk uns kühle Maßen, und zahl’s aus der Gemeindekassen“. Dann spielte das Alt-Nei-Riedner Dorfgebläse mit „A Wei is a Trumm vo an Teifl“ so richtig chaotisch auf und träumte von der „Barbara auf der Bruck trara…“.

Im rappelvollen Saal sprachen die Gäste dem süffigen Bier zu, orderten eine kräftige Unterlage aus der Bärenwirts-Küche. Noch einmal traten nach einer Pause die Musikanten in roten T-Shirts mit aufgedrucktem Parteinamen „Graue Panter“ an. Der Erhard, mit Helm gegen Terror-Anschläge gewappnet, zog kräftig über die im Marktgemeinderat vertretenen Fraktionen her, versprach „wir werden dem Geitner scho auf die Finger schaua, und wenn’s sei muss auch drauf haua“. Die Frauen im Rat seien eh nur Plaudertaschen, wusste der Chauvi. Die Müllner Erika, „die Hammerbergerin, die hat eh es Skifoarn mehr im Sinn“, die Freie Wählerin Kraus kenne bloß die Altenpflege „und dann is scho fast aus“. Der roten Evi aber, „soviel möchte ich sogn, der wird ihr schwarzer Dieter scho die Meinung sogn“. Bei den Grauen Panthern aber seien Frauen eh nicht zugelassen.

Dann nahm sich Richthammer die SPD vor, wusste von 3. Bürgermeister Gerhard Schnabel „Jetzt ist er verantwortlich auch für das Marktfest, bin gespannt ob’s der Petrus heuer regnen lässt“. Georg Söldner habe die verlorene Bürgermeisterwahl überwunden, Josef Spies aber sei mit seinen 60 Jahren eh schon ein halber Grauer. Die Freien Wähler, so war zu hören, „die wurde gerupft, der Preischl Toni ist rausgehupft“. Neu im Rat sei Arthur Flierl, „SV-Vorstand, UVL-Mann und Marktrat-Quirl“. Schaue man die schwarze Fraktion aber an, so müsse man sagen, „hoffentlich kriangs koan Größenwahn“. Richthammer stellte auch seine Grauen Panther vor, wusste bereits welchen Posten jeder im Gemeindeparlament besetzen könnte.

Einige Zitate:

Zu den ausgeschiedenen Marktgemeinderäten: „Der Preischl Toni tut Bäume zähl’n, der Szegda Hans seinen Urenkeln Märchen erzähl’n, der Weigert Hals lässt sich liften – Entschuldigund, er bekam a neue Hüftn. Und der Frohmader – na ja, der macht den Vorstand vom VdK“.

Zu Marktgemeinderats Hubert Haas Aufstieg auf der Karriereleiter: „Die militärische Sammlung, so tut man hör’n, soll er in Zukunft leiten in der Leopoldkasern“.

Zum Sachverstand im Marktgemeinderat: „Früher gab’s im Marktrat Experten vom Bau, da schaut’s heutzutage aus recht mau. Es gibt koan Müller mehr, koan Flierl und koan Staufa, der oane is g’storbn, die anderen taten davon laufa“.

Polizei wird in Rieden nicht viel gebraucht, außer in den Wirtshäusern, wo man noch raucht. Ja und in Rieden, des is koa Gag, schaun bei dem Thema auch die Ortspolizisten weg“.

 

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