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Hochschul-Offensive für die Oberpfalz - Seehofer will Erdkabel beim Ostbayern-Ring

Hochschul-Offensive für die Oberpfalz - Seehofer will Erdkabel beim Ostbayern-Ring

3 Minuten Lesezeit (521 Worte)

Die Oberpfalz galt lange als Sackgasse in Bayern – dahinter schloss sich der Eiserne Vorhang zum Ostblock. Heute ist das ganz anders, und das wurde Ministerpräsident Horst Seehofer in Amberg nicht müde zu betonen. Er tagte mit seinem gesamten Kabinett in einer der sporadisch veranstalteten Sitzungen, die nicht in München stattfinden. „Boom-Region“, „Vorzeigebezirk“, „Musterschüler“ waren Beschreibungen, die Seehofer zusammen mit der Oberpfälzer Ministerin Emilia Müller und dem Finanzstaatssekretär Füracker für die Oberpfalz fanden. Besprochen und beschlossen wurden in der Sitzung unter anderem der massive Ausbau des Bildungssektors in der Oberpfalz.

So wird Regensburg der dritte Standort in Bayern für Sonderpädagogik und erhält drei neue Lehrstühle. Cham bekommt als Hochschulstandort einen internationalen Studiengang Industrie 4.0. In Parsberg wird ein Technologietransferzentrum geplant, und an der Technischen Hochschule Amberg-Weiden entsteht die Disziplin Vermessung, Kartographie und Landmanagement (Geomatik). „Das hat Wucht“, sagte Füracker in der Pressekonferenz.

Landmanagement anderer Art wurde in der Zusammenarbeit mit dem Bauernverband angekündigt: Hier ging es um die Entschädigung für die Grundeigentümer bei der Verlegung der notwendigen Stromtrassen durch die Oberpfalz. Die vorgesehenen Maßnahmen umfassen sowohl einmalige als auch wiederkehrende Leistungen, die sich unter anderem nach dem Grundstückswert und der Länge des betroffenen Leitungsstücks auf dem Grund richten. Hier kommt dem Freistaat Bayern laut Seehofer eine „Pilotfunktion“ beim Erschaffen eines Entschädigungsschlüssels zu. Ist die Entwicklung der Bahn bei Punkten wie Elektrifizierung, Lärmschutz und Barrierefreiheit kaum zufriedenstellend, so ist es die Entwicklung bei den Straßen laut Kabinett durchaus.

Beschlossen wurden für die Oberpfalz im Bundesverkehrswegeplan 2030 der 6-streifige Ausbau der A3 bei Regensburg (Nittendorf bis Rosenhof) berücksichtigt, genauso der Ausbau der B299 bei Waldsassen und Mühlhausen, sowie der zweibahnige Ausbau der B85 und deren Ortsumgehung bei Neubäu. Die Projekte sind durchgewunken und finanziert, so Seehofer. Die Autobahnen als Privatisierungsobjekt – strikte Ablehnung dafür gab es von Seehofer auf Nachfrage vom Ostbayern-Kurier.

Ein Erdkabel werde es sowohl beim Süd-Link als auch beim Ostbayernring im Raum Schwandorf geben, so Seehofer. "Du kannst so ein Projekt nicht gegen die Bevölkerung durchsetzen, wenn Du das versuchst, bekommst Du am Ende gar nichts", äußerte der MP Verständnis für die Bürger, die sich gegen Überlandleitungen im Naabtal aussprechen.

Konkrete Förderungen für Objekte wie dem Benediktinerkloster in Michelfeld konnte man noch nicht geben. Unterstützungen dieser Art gestalten sich aufwendig und brauchen in der Durchsetzung mehrere Jahre, meinte Füracker. Dennoch blickte der mit einer Portion Stolz auf seinen Bezirk und sagte: „Das war ein guter Tag für die Oberpfalz!“

Landrat Richard Reisinger und OB Michael Cerny begrüßten den Ministerpräsidenten am Morgen. Bild: Starringer


Für ihn selbst war es offenbar ebenfalls kein schlechter Tag. Der Ministerpräsident scherzte, bei so viel Gewicht (unklar ließ er, ob er Fürackers körperliches oder politisches meinte) sei es an der Zeit, den Finanzstaatssekretär in der Position ein bisschen rotieren zu lassen, damit nicht ein Bezirk zu sehr bevorzugt werde. Rotation lehnte Füracker mit Hinweis auf seine 100 kg Gewicht ab und sagte: „Das wird schwer, mich von diesem Stuhl wegzubewegen.“ Darauf erwiderte Seehofer, Rotation des Staatssekretärs könne ja auch die Versetzung auf einen Ministerposten im nächsten Kabinett bedeuten. Beide Vertreter der Oberpfalz im Kabinett – Emilia Müller und Albert Füracker – nannte Seehofer anerkennend „hartnäckige Personen“.

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