Montag, 22. April 2019
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3 Minuten Lesezeit (645 Worte)
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Mit Entdeckerlust erleben, wie es früher war: Oberpfälzer Freilandmuseum

Mossweibl-Szene-Bilmesschneider-Gerald-Igl- Szenische Führung "Von Moosweibl, Drud und Bilmesschneider". Bild: Gerald Igl

Neusath-Perschen. Wie gerne werden die Oberpfälzer auf das phonetische „houhou" reduziert, wie wenig weiß der Durchschnittsdeutsche doch über sie. Ein wundervoller Ort, um sie mit Spaß und Entdeckerlust in ihrer Vielschichtigkeit kennenzulernen – bzw. für uns Hiesige, den eigenen Wurzeln nachzuspüren – ist das Oberpfälzer Freilandmuseum vor der Toren der historischen Stadt Nabburg. Geschichtelässt sich eben viel schöner erleben als trocken erlernen.

Von den fetten Donau-Auen um Regensburg bis hinauf ins karge Stiftland, vom kalkfelsigen Jura bis zu den Granitschädeln an der böhmischen Grenze – die Oberpfalz hat in ihren bunten Landschaften einen herzlichen, fleißigen und originalen Menschenschlag hervor gebracht. Im Zeitalter von Vernetzung und Digitalisierung ist es wunderbar, wenn wir die Lebensweise unserer Vorfahren quasi live antreffen und dabei viel über sie, aber auch über uns lernen können: spielerisch, ohne Fakten-Betankung, dafür mit viel Naturerlebnis.
Palmbüschelbinden; E. Götz.
Im Oberpfälzer Freilandmuseum sind die verschiedenen Regionen der Oberpfalz durch kleine Dörfer abgebildet, die aus erhaltenen Häusern vergangener Jahrhunderte bestehen. Die Bauern- und Austragshäuser, Werkstätten, Stadel, Mühlen und vieles mehr wurden durch den Bezirk in den verschiedenen Ecken der Oberpfalz vor dem Verfall gerettet, abgebaut und mit viel Sachkunde sowie Liebe zum Detail auf dem weitläufigen Museumsgelände wieder aufgebaut. Bestückt mit dem originalen Mobiliar aus der alten Zeit liefern sie schon einmal en perfekten Rahmen, um auf eine spannende Entdeckungsreise in die Vergangenheit aufzubrechen.
Bild: Stefan Winkelhöfer
Der Alltag in jenen Tagen bestand aber zu einem Großteil darin, mit der Flur, den Früchten des Waldes, dem Acker, dem Gärtlein und dem Vieh umzugehen. Der Lebensunterhalt wollte auf bäuerliche Weise sowie durch das eine oder andere Handwerk bestritten sein. Und hier setzt das Faszinierende des Museumskonzepts an. All das lässt sich in den verschiedensten Ausgestaltungen hautnah erleben und teilweise auch mitmachen.

In den Freigehegen und Gärten tummeln sich Gänse und Schweine, die Enten bevölkern das ganze Gelände, auch der eine oder Pfau lässt sich blicken. Das Museum verfügt über einen eigenen Landwirtschafts-Trupp, der die alten und seltenen Rassen – vom Kleinvieh bis zum Rind – betreut.  

Auf den kleinen Ackerflächen kommen traditionelle Techniken zum Einsatz und wachsen alte Sorten. Der Besucher kann immer wieder kommen und etwas Neues entdecken. Neben dem prall gefüllten Veranstaltungskalender lässt sich vor allem die Landwirtschaft im Jahreslauf verfolgen – von der Aussaat bis zur Ernte und Weiterverarbeitung.

Die diesjährige Dauerausstellung trägt den treffenden Titel „Holz kann alles!".

Das Museumsteam hat für jede erdenkliche Zielgruppe alles vorbereitet, um viele vergnügliche und lehrreiche Ausflüge zu erleben. Mehr Informationen dazu gibt es auf www.freilandmuseum.org

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