Montag, 18. Februar 2019
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Wackersdorf: Eines der letzten BBI-Relikte verschwindet

Wackersdorf: Eines der letzten BBI-Relikte verschwindet

Mehrere jahrzehntelang war das BBI-Gemeinschaftshaus beziehungsweise Kulturhaus Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen. Barbarafeiern, Faschingsbälle, Starkbierfeste oder große gesellschaftliche Events gingen hier über die Bühne. Jetzt wurde das Traditions-Gebäude pulverisiert, obwohl in der Gemeinde der Begriff „Tradition“ und „Traditionserhalt“ sehr groß geschrieben wird.

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Bei der Einweihung 1954 suchte der Gebäudekomplex weit und breit seinesgleichen. Der 36 Meter lange in L-Form angelegte Bau beherbergte einen 335 Quadratmeter großen Saal mit Balkon, Bühne und vertieftem Orchesterraum. Im Nebentrakt befanden sich eine Bierstube, Küche, Metzgerei, das Direktions-Speisezimmer und ein Speiseraum für die Angestellten. Im Obergeschoss waren ein kleiner Saal und zwei Wohnungen untergebracht. Im Dezember vergangenen Jahres waren die Tage des BBI-Gemeinschaftshauses, eine der letzten großen Immobilie aus der BBI-Ära, endgültig gezählt. Eine Abbruchfirma war angerückt und bereitete das altehrwürdige Gebäude aus den 1950er Jahren für den kompletten Abbruch vor. Der Parkettboden, Fenster, Holzelemente und Beleuchtungskörper und umweltbelastende Komponenten wurden entfernt und getrennt entsorgt.

Gebetsmühlenartig wird in Wackersdorf zwar bei jeder Gelegenheit der Erhalt der Tradition beschwört, doch die Fakten sprechen, zumindest in diesem Fall, eine andere Sprache. Kurze Rückblende: Nach dem Aus der BBI im Jahre 1982 hätte die Gemeinde die Möglichkeit gehabt, alle Liegenschaften für einen mittleren sechsstelligen Betrag zu kaufen. Die E.ON wollte sämtliche Gebäude los werden. Die Aktion „E.ON geht“ entzweite den Gemeinderat. Heftige Diskussionen flammten darüber auf, ob die Gemeinde sich zur „Immobilienfirma“ aufschwingen sollte. Die Mehrheit sprach sich dagegen aus. Aus heutiger Sicht wohl ein fataler Fehler.

Im Bürgermeister-Wahlkampf 2011 hatte sich Thomas Falter noch für die Immobilie stark gemacht, während sein Kontrahent Thomas Neidl dem propagierten Rückkauf eine Absage erteilte. 2012 wird das BBI-Gemeinschaftshaus von der Gemeinde überraschend angekauft. Kostenpunkt über 400 000 Euro. Der Grund: Man befürchtete, dass der Bau in „falsche Hände“ der rechten Szene kommen könnte. In der Folgezeit befasste sich wiederholt das Gemeinderatsgremium mit der strittigen Thematik. Entscheidungen wurden hinter verschlossenen Türen gefällt. Relativ schnell rücken die Bagger an. Man schafft vollendete Tatsachen. Anfang Dezember 2014 wird der Kantinentrakt (Casablanca) mit der alten BBI-Kegelbahn dem Erdboden gleich gemacht. Hier befanden sich bis zum BBI-Ende die Angestellten-Speiseräume. Später waren hier die DWK und das Casablanca untergebracht. Danach herrschte fast vier Jahre totaler Stillstand.

Eine Zeit lang dachte man darüber nach, daraus eine Veranstaltungshalle zu machen. Der Knappenverein hätte es sehr gerne gesehen, wenn das Gebäude, das über 500 Sitzplätze bot, saniert und zu einer Veranstaltungshalle umfunktioniert worden wäre. Der damalige Vorsitzende Karl Jobst hatte einen letzten Versuch unternommen und an die Verantwortlichen appelliert, sich zu den Wurzeln von Wackersdorf zu bekennen und einer Sanierung den Vorzug zu geben. Das dann sanierte Gemeinschaftshaus würde ein Alleinstellungsmerkmal darstellen und könnte zum zentralen Ausgangspunkt werden, das zum benachbarten Heimat- und Industriemuseum, dem Geotop 99, den Kalvarienberg und dem Museumslehrpfad führt, heißt es in dem Bittschreiben. Vergeblich. 

Das Politikum wird am 19. Mai 2017 beendet. Der Gemeinderat besiegelte endgültig das Schicksal eines der letzten BBI-Relikte. Kosten für den zweiten Abbruch: 125 000 Euro. Damit summieren sich die Gesamtosten wohl auf über 600 000 Euro. Bei vielen ehemaligen BBI-Beschäftigen und Bürgern die hier unbeschwerte Stunden bei gesellschaftlichen Veranstaltungen verbrachten, dürfte in diesen Tagen Wehmut aufkommen. Vom Erhalt der Tradition zu reden ist eine Sache. Danach handeln ist die Kehrseite der Medaille. Unter die äußerst kostspielige mehrjährige Aktion wurde nun der Schlussstrich gezogen. Nach Bürgermeister Falters Aussage wurden für das Haushaltsjahr 2019 Planungskosten für die Neugestaltung des Umfeldes um das Museum eingestellt.

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