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2 Minuten Lesezeit (458 Worte)
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Beim Jacobator genussvollen Start in die Starkbierzeit zelebriert

DSC_898_20190310-132011_1 Starkbiergenuss im vollbesetzten Jacob-Saal. Bilder: HP Weiß

​Bodenwöhr. Die Starkbiersaison ist eröffnet. Würzige Doppelbock-Spezialitäten, kreiert von Martin Spießl, dem Braumeister der Familienbrauerei Jacob,waren die flüssige Basis eines genussvollen Abends beim diesjährigen Jacobator-Anstich.

Lang hat er diesmal gedauert, der Fasching. Sehr lang. Aber jetzt ist sie wieder da, die Starkbiersaison. Im Reigen der zahlreichen Starkbierfeste setzte der Jacobator-Anstich im altehrwürdigen Gewölbesaal des Jacob-Brauereigasthofs in Bodenwöhr wieder mal ein Ausrufezeichen. Wie immer war es rappelvoll. Das Bedienungspersonal hatte oftmals Mühe, sich zwischen den eng besetzten Reihen durchzukämpfen und die Gäste mit dem süffigen Jacobator nebst deftigen Unterlagen zu versorgen. Die Tanngrindler Musikanten spielten zünftig auf und unterhielten die zahlreichen Starkbierfreunde aus nah und fern mit Blasmusik.

Brauereichef Marcus Jacob freute sich über den guten Besuch bei der 19. Auflage. Ein besonderer Dank galt seinem Braumeister, der wieder einen Jacobator mit fast 20 Prozent Stammwürze (knapp neun Prozent Alkohol) einbraute. „Auf unseren Martin sind wir sehr stolz, denn ohne ihn und seine Brauer, die hinter ihm stehen, gäbe es kein solches Bockbier", betonte Marcus Jacob, worauf tosender Applaus aufbrandete. 

Ein besonderer Gruß galt dem neu gewählten Bürgermeister Georg Hoffmann, dem auch die Ehre zuteil wurde, den Anstich vorzunehmen. Es bedurfte zwar fünfer kräftiger Schläge, bis der dunkle Gerstensaft in die Krüge floss, aber „wir einigen uns auf drei Schläge", so Moderator Bäff, alias Josef Piendl. Die Werbeikone der Brauerei brachte das Publikum, zu dem sich auch Gäste aus Frankreich und Italien gesellt hatten, mit einem Beitrag zum Weltfrauentag in Stimmung.

Gespannt wartete man schließlich auf die Rede von Dr. Frieder Roßkopf, der vor allem die Kommunalpolitik auf die Schippe nahm. „Steten Kummer ist gewohnt, wenn in Bodenwöhr man wohnt, denn endlos sind Probleme und Fragen, die den Teichanwohner plagen. Die letzten Jahre waren flau, es „stabelte" Entscheidungsstau", meinte der Starkbier-Prediger zu Beginn. Er rückte die Gemeindepolitik in den Mittelpunkt, insbesondere Georg Hoffmann, den neuen Geist, den sich das Dorf wählte. 

„Die Wahl, die letztendlich von Nichtwählern, die sich einen tristen Offenbarungseid leisteten, entschieden wurde, war von wenig Sympathie getragen", so der Sprecher. „Hoffmanns Klage bezüglich (Hubert) Süßens Wohnsitzfrage war niveauvoll nicht gewählt, weil halt Programm und Leistung zählt und nicht wie lange wer, wo wohnt". Bodenwöhr müsse sich sagen lassen, der Outback (Taxöldern, Pingarten und Windmais) habe arrangiert, wer Bodenwöhr fortan regiert. „An Dorfleuten und der schwarzen Mauer ist Süß zerschellt", meinte Dr. Roßkopf.

In seiner Rede erwähnte er auch die „Sperrmüll-Groß-Sortieranlage", die Algen-Plage und den Flughafen Bruck-Nittenau, für den der scheidende Nachbar-Bürgermeister Hans Frankl als neuer Manager tätig sein könnte. 

Die Zukunft des Schießl-Wirtshauses lag dem Redner besonders am Herzen. Er prangerte die Planspiele um das Anwesen an. Sein Vorschlag: „Baut's eine Moschee samt Minarett und als Krönung von dem Bluff kommt noch eine Spielbank und ein Puff." Abschließend wünschte sich Dr. Roßkopf: "Reißt mir bloß nicht den Schinak ab!"


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