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Stadtrat_25_06_19 Noch unklar ist die Geschoss-Höhe bei den Neubauten neben dem Asylbewohnerheim. Bild: sir

Riesenpläne für Nittenau

4 Minuten Lesezeit (795 Worte)
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​ Hoch hinaus soll es in Nittenau, gehen, nach dem Willen des Investors, vorausgesetzt der Stadtrat folgt diesen Absichten bzw. Plänen des Antragstellers. Am Dienstagabend wurde bei der Sitzung des Stadtrats sorgfältig das Pro und Kontra abgewogen, nachdem Julia Forster vom Planungsbüro Preihsl und Schwan aus Burglengenfeld den Entwurf eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans in der Thanner Straße (ehemalige Schlachterei Zimmerer) vorgestellt hatte.

„Wohnen am Ödischbach", ein Mischgebiet im Ortsteil Bergham mit einer Größe von 16.838 m², geografisch grenzt es im Norden an den Gewerbebetrieb Bettfedernreinigung Sluka, im Westen an die Thanner Straße und dem Asylbewerberheim, im Süden an bestehende Wohnbebauung. Vier Mehrfamilienhäuser sollen entstehen, wo auch ein Bürogebäude und die Heizung integriert sind. Es handelt sich um fünf Vollgeschosse mit begrüntem Flachdach bzw. Dachgarten mit Schwimmbad, das ganzjährig betrieben werde. „Best-Ager-Wohnungen, mit Reinigung, Car-Sharing, Hol- und Bringservice, führte Forster weiter aus. In einem weiteren Baukomplex sollen zehn Wohneinheiten untergebracht werden, barrierefrei, seniorengerecht. Beide Komplexe erhalten Tiefgaragen und überdachte Plätze für Räder. Die Erschließung erfolge über die Thanner Straße mit Stichstraße und Wendehammer. Die Abwasserentsorgung erfolge über eine Trennkanalisation. Die Wasserversorgung sei durch den Bestand gesichert. 

Der eine Entwurf ist wie ein H-Komplex angeordnet, bei dem ein Kindergarten, betreutes Wohnen und als zentrale Anlaufstelle eine Rezeption untergebracht werden. Die Wohnungen in diesem Bereich weisen Größen von 42,5 bis 55 m² auf. Die Tiefgarage hat 99 Stellplätze. Auf dem fünfgeschossigen Gebäude wird ein Bereich mit einem Schwimmbad ausgestattet, der Rest ist begrünt. Bei den vier Mehrfamilienhäusern entstehen Wohnungen zwischen zirka 67 m² und 73 m² auf. Auch diese Gebäude sind mit Tiefgaragen ausgestattet. Dazu kommen 42 Stellplätze und vier Behindertenplätze, so die Sprecherin. 

Fünf Geschosse, das ergibt eine Höhe von 18 Metern. Bei dieser Höhe schieden sich die Geister im Gremium. So meinte Michael Prasch, dass diese Höhe inakzeptabel sei, das Gebäude sei doppelt so hoch wie das benachbarte Asylbewerberheim und passe nicht ins Stadtbild. Forster entgegnete: Wenn all das geboten werden soll, dann braucht es diese Geschossigkeit. Zudem machte sie Gründe der Rentabilität geltend. Johann Frimberger meinte, dass man mit der Fünfgeschossigkeit ein Fass aufmache. Christoph König sagte, dass man möglichst wenig Fläche versiegeln soll und es doch nebensächlich sei, ob ein Geschoss mehr oder weniger, auch wenn man dadurch einen Präzedenzfall schaffe. Thomas Hochmuth sagte, drei Geschosse seien Standard, der Trend gehe zur Höhe hin. Doch sollte man nachfragen, ob vier Geschosse reichen. Jürgen Kuprat sah keinen vernünftigen Grund, nicht fünfstöckig zu bauen. Wohnraum werde gebraucht, es passt auch rein, es müsse sich rechnen und das Grundstück gebe es her. Noch weitere Argumente wurden ins Feld geführt für den Bau von 4 Geschossen. 

Zudem meinte Tina Schmidt, dass vier Behindertenstellplätze sehr wenig seien. Forster meinte dazu, dass ja Car-Sharing angeboten werde, zudem müsste die vorgeschriebene Anzahl eingehalten werden, diese seien auch in der Tiefgarage angesiedelt. Forster wies auf die Auslegungszeit hin, die am 24. Juni abgelaufen sei. Die Träger öffentlicher Belange hätten, wenn überhaupt, nur geringe Einwendungen gehabt, zwei Fachstellen hätten um Fristverlängerung gebeten. Bürgermeister Karl Bley fasste für den Beschluss zusammen, dass ein Konsens für maximal vier Stockwerke gefunden werden solle. Der Stellplatznachweis sei zu verbessern. Der Vorhabensträger habe sämtliche Unterlagen und Gutachten in ausreichender Form und Anzahl auf seine Kosten beizubringen. Der formelle Aufstellungsbeschluss sei noch zu fassen. Mit fünf Gegenstimmen wurde dieser Beschluss gefasst. 

Behandelt werden sollte gemäß Tagesordnung die Aufstellung des Bebauungsplans „Wohnpark Bergham-Ost", für das stillgelegte Fabrikgelände der Schmidkonz GmbH. Bley sagte, dass man laut Mitteilung mit den Stellungnahmen noch nicht so weit wäre. Deshalb wurde dieser Punkt abgesetzt. Nächster Tagesordnungspunkt umfasste einen Zuschussantrag der PI Burglengenfeld für die Ersatzbeschaffung von Schulungsfahrrädern. Die Kosten für 18 Räder in 24 Zoll und zwei in 20 Zoll kosten rund 5.500 Euro. Einstimmig wurde beschlossen, 1.000 Euro als Zuschuss zu gewähren. Einen Überblick über die Gewerbeflächen im Stadtgebiet gab Bley auf den Antrag der CSU-Fraktion. Dabei nannte das Stadtoberhaupt auch Flächen, die in Privatbesitz seien. Willi Sturm fragte nach, ob es schon Gespräche mit den Besitzern gegeben habe. Bley antwortete, dass deren Preisvorstellungen nicht realisierbar seien. Thomas Hochmuth meinte, dass man dann die sogenannten „Platzhalter" wieder streichen soll. Bley ergänzte, dass die Besitzer Tauschflächen wollten, die Landwirte bräuchten Futterflächen. An Geld ist momentan weniger Interesse da. Die Räte nahmen Kenntnis von den Ausführungen, eine Abstimmung dazu war nicht nötig. 

Der nächste Antrag kam von B'90/Die Grünen auf Biotopkartierung in der Gemarkung Stefling. Derzeit gebe es dort keine Bauabsicht, auch keinen Handlungsbedarf von Seiten der Stadt, da sie nicht Grundstückseigentümer ist. Einstimmig entfiel die Entscheidung, das Anliegen an das Landratsamt als Unter Naturschutzbehörde und an das Landesamt für Umwelt weiterzuleiten. Kenntnis nahm das Gremium vom nächstjährigen Volksfesttermin vom 8. bis 11. Mai 2020. Bley teilte mit, dass der Festwirt sich für die schlechte Festküche entschuldige. Er wollte es besser machen und habe das Gegenteil erreicht.


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