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20 Jahre Hospizinitiative im Landkreis Schwandorf

Hospizjubilum_1 Die geehrten Hospizhelfer freuten sich über ihre Auszeichnungen, zusammen mit den Ehrengästen. (c) sir (alle Bilder)

Die Hospizinitiative der Caritas für den Landkreis Schwandorf feiert 20. Geburtstag. Der Festabend am Freitagabend in der Regentalhalle setzte mit seiner vierten Veranstaltung den Schlusspunkt im Jubiläumsjahr. In den Fokus der Aufmerksamkeit gerieten die vielschichtigen Tätigkeiten dieser segensreichen Einrichtung und ihre Notwendigkeit, gerade in einer Zeit, wo Sterben und Tod weitgehend aus dem Bewusstsein verdrängt werden.

​Der weltlichen Feier ging ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche voraus, in Konzelebration des Ortsgeistlichen Pfarrer Adolf Schöls und seiner Mitbrüder, Pfarrer Herbert Rösl aus Teunz, Pfarrer Ralf Heidenreich aus Wald und Pfarrer Markus Urban aus Schwarzhofen. Jesus fasziniere die Menschen seit 2000 Jahren. Jesus habe sich den Menschen zugewandt, die am Rande stehen und übersehen werden. Er habe keine Berührungsängste gehabt, habe sie wieder aufgerichtet. Ein Christ soll nicht vorübergehen an Menschen, die in Not sind, soll Herz zeigen. Gerade wo es keinen Glauben gebe, entstehe Rechtsradikalismus, entstehe ein Sinnvakuum, das mit Hass gefüllt werde. Das Leben sei schwieriger geworden, so der Pfarrer Schöls, die Leute seien gereizter und liebloser. Viele seien einsam, was sich auf das Gemüt niederschlage. Menschen brauchen Wertschätzung, dass man sie ansieht und berührt. 

Das Hospiz gehe auf das Christentum zurück, die Begleitung Sterbender. Durch Fachkräfte erfahren die Menschen Wert und Würde. Der Tod sei der Beginn eines anderen Lebens, so der Sprecher. Durch den Einsatz und das Engagement erfahren die Menschen die Liebe Jesu. Die Botschaft Jesu gebe Mut für die letzte Reise. 

Bei der anschließenden weltlichen Feier in der Regentalhalle fungierte Pfarrer Schöls als Moderator. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Männerchor Nittenau unter der Leitung von Michaela Kangler-Lang. Eindrucksvoll hatte der MCN gemeinsam mit den Hospizhelferinnen ein Musikstück präsentiert, das deren Tätigkeit charakterisierte. 

Julius Schmatz, Vorsitzender der Hospizinitiative, dankte allen für ihr Kommen und wies auf das Geburtstagsgeschenk der Hausbank hin, ein Auto für den Einsatz bei den Patienten. Landrat Thomas Ebeling sagte, es sei eine Ehre, als Schirmherr fungieren zu dürfen. Sein Dank galt den Hospizhelfern für ihren wertvollen Dienst, Menschen in den letzten Stunden zu begleiten und überreichte ein Geld-Präsent an Schmatz. 

Ministerialdirigent Dr. Bernhard Opolony vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, gratulierte auch stellvertretend für die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml. Zu beglückwünschen sei nicht nur die Initiative, sondern auch die Gemeinschaft, die sie hervorbringe und die auch von ihr profitieren dürfe. Die Beschäftigung mit Tod und Sterben sei immer auch ein Blick in die eigene Zukunft. Mit der Frage nach dem Tod sei die Frage nach der Erfüllung des Lebens und seines Sinnes gestellt. „Mit zunehmender Säkularisierung der Gesellschaft, mit zunehmendem Verlust des Zugangs zu Spiritualität durch den modernen Menschen und mit zunehmender Individualisierung fällt die Antwort auf diese Frage vielen Menschen schwer", so Dr. Opolony.

Die Hospizbewegung sei wörtlich zu nehmen, denn stets müsse sie sich neuen und veränderten Herausforderungen anpassen. 

Zenta Ruml, ehemalige Hospizkoordinatorin, blickte auf die Anfänge der Hospizinitiative zurück. Schon immer sei die Begleitung von Sterbenden und den trauernden Angehörigen ein Anliegen in der Pflege gewesen, so Ruml. Mittlerweile haben sich die Zuschuss-Richtlinien geändert, trotzdem könne auf Spenden nicht verzichtet werden. Viel habe sich seit der Gründung getan, in der Öffentlichkeitsarbeit, mit Vorträgen, Benefizveranstaltungen bis hin zum Festspiel. 90 Hospizhelfer seien es momentan, so Ruml. Als besonders wertvoll erweise sich das Projekt „Hospiz macht Schule", bei dem die Kinder an die Thematik herangeführt werden. 

Dr. Robert Seitz, Abteilungsleiter des Diözesan-Caritasverbands Regensburg, dankte allen für ihren Einsatz und ehrte langjährige ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen. Für „15 Jahre plus" wurden Heidi Christ, Christa Pirzer, Karin Scharl, Heid Pongratz und Christa Scheuerer mit der Elisabeth-Medaille ausgezeichnet. 

Ebenfalls Ehrungen hatte der Vorsitzende des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes im Gepäck. Auch er sprach ehrende Worte den Hospizbegleiterinnen aus. Gemeinsam mit Koordinatorin Manuela Singer-Bartos überreichte er die goldene Ehrennadel und Urkunden an Lisbeth Balk, Helmut Beck, Liane Bockenfeld, Christa Dobmeier, Ursula Fein, Elisabeth Gierl, Elisabeth Gotthardt, Rita Köppl, Helene Peter, Rita Reiter, Monika Salzl, Ramona Schmalzl und Elisabeth Würfel. 

Bürgermeister Karl Bley sagte, dass die Hospizhelfer Geborgenheit, Würde und Sicherheit vermittelten. Er sprach seinen aufrichtigen Dank auch im Namen der anwesenden Bürgermeisterkollegen Hans Frankl aus Bruck und Martina Engelhardt-Kopf aus und überreichte ein gemeinsames Präsent. 

Elisabeth Stangl überreichte einen Scheck in Höhe von 2.000 Euro an Schmatz für die Hospizinitiative. Diese Summe kam vom Betreiben der Kolping-Kleiderkammer zusammen.


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Ministerialdirigent Dr. Bernhard Opolony hielt die Festrede zum Jubiläum und beleuchtete darin die vielfältige Bedeutung der Hospizinitiative unmittelbar für die Betroffenen und für die Gesellschaft.
Elisabeth Stangl von Kolping Nittenau überreichte an Hospiz-Vorsitzenden Julius Schmatz und Pfarrer Adolf Schöls einen symbolischen Scheck in Höhe von 2.000 Euro. Die Summe kam aus dem Betreiben der Kolping-Kleiderkammer zusammen.
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