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Der TV Bodenwöhr - ein Fest der Superlative gefeiert

Jubilum_TV_Bodenwhr_1 Zahlreiche Mitglieder wurden für ihre langjährige Zugehörigkeit und ihre Verdienste geehrt. Bilder: (c) sir

​ Feiern und erinnern: Beim 100-jährigen Gründungsjubiläum des TV „Glück auf" wurden während der Planungsphase die Weichen für ein gelungenes Fest gestellt, dessen Charakter geprägt war von Frohsinn und dankbarer Erinnerung. „Schön war es", so lautete der allgemeine Tenor, als sich die Gäste verabschiedeten und Tage später noch bei zufälligen Begegnungen unterwegs.

Es ist Samstagnachmittag, als Vereinsabordnungen mit ihren Fahnen und Ehrengäste sowie allen voran der Jubelverein in Blechhammer vor der Kirche „Maria Königin" eintrafen. Vor dem Portal hieß Pfarrer Johann Trescher die Kirchenbesucher willkommen. In der vollbesetzten Kirche zelebrierte er den Festgottesdienst, musikalisch gestaltet von der VHS-Blaskapelle Schwandorf unter Leitung von Brigitte Schober. 

„Haltet möglichst die Sonntagvormittage frei", appellierte der Ortsgeistliche die Sportler, „alles Andere wird auf lange Sicht nicht zum Segen werden." Sowohl Kirche als auch Sport haben mit dem Menschen zu tun. Drei Gemeinsamkeiten legte Pfarrer Trescher dem zugrunde: Leistung, der Sportler müsse sie erbringen, ohne sei er abgeschrieben, werde vom Feld genommen. Der Christ erbringe auch Leistung, indem er sich für Glaube, Hoffnung und Liebe einsetze. Eine weitere Gemeinsamkeit liege in der Gemeinschaft. Über die Hälfte der Befragten gaben an, dass es in der Gemeinschaft besser gehe. Vermittelt werde darin ein „Du bist mir wichtig" und umgekehrt. Allerdings seien Viele eigenbrötlerisch und bringen sich nicht in die Gesellschaft bzw. Gemeinschaft ein. Als dritte Komponente nannte der Geistliche das Spiel, denn Leistung sei nicht alles. „Ohne spielerische Elemente wird der Sport unmenschlich." Das Verzwecken des Sports: Häufig werde heutzutage die Frage gestellt, was das einem persönlich bringe. Als Gegenbeispiel nannte der Geistliche den Pfarrer von Ars, der mit seiner eigenen Art Gott spielerisch in sein Leben wirken ließ.

 Nach dem Gottesdienst bewegte sich ein prächtiger Festzug unter den Klängen der VHS-Blaskapelle und der Seebarner Blaskapelle in Richtung Hammerseehalle. Hier übernahmen d' Urwaidler den musikalischen Part. 

Matthias Schießl, Vorsitzender des TVs, beleuchtete die Vereinsgeschichte, eingebettet in den jeweiligen Zeitgeist, geprägt von einschneidenden Ereignissen wie die Nachwehen des ersten Weltkrieges, den Horror infolge des zweiten Weltkrieges und seiner familiären Folgen für die Familien in der Kommune. Ihr Brot verdienten die Familienväter bzw. die Vorfahren meist beim Hammerwerk. 1919, die Leute blickten wieder nach vorne, in dem damals 1.000 Einwohner zählenden Gemeinde „Altenschwand". Einen Verein wollte man gründen, Burschen- oder Turnverein? Man müsse sich in die Zeit von damals versetzen, so Schießl. Trauer in den Familien, denn der Krieg hatte viele Opfer gefordert.

Frauen konnten damals nicht Mitglied werden. Dies sei gottseidank anders. Der Vorsitzende lobte die Damen, die für den Verein viel Einsatz bringen. 1996 wurde die Fahne des TV „Glück auf" auf einem namhaften Internetportal entdeckt, einst von einem US-Soldat als Trophäe mitheimgenommen. Für 800 Mark wurde sie zurückgekauft. Schießl dankte dafür Rudolf Danhauser, dem ältesten Mitglied des Vereins, der sich unter den Gästen befand. Schießl erinnerte an die vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen und Ereignisse, wie Faschingsbälle, Sommerfest eines ortsansässigen Unternehmens, die italienische Nacht, Saisonabschlussfeiern, die Teilnahme am Bürgerfest und am Seefest. Es blute das Herz, so Schießl, weil der TV derzeit keine erste Fußballmannschaft stellen könne. Es gebe weniger Jugendliche, aber mehr Sportmöglichkeiten, und im Gemeindegebiet gebe es drei Sportvereine. 

Schießl erinnerte an den Bau des Sportheims, die Schaffung von drei Tennisplätzen. Der Sport diene der Gesunderhaltung und der Kameradschaft. Die Zukunft des TVs hänge von der Entwicklung der Gemeinde ab. Zudem herrsche viel Egoismus, und die Vorschriften werden leider verschärft, auch was das Ehrenamt betreffe. 

Schießl dankte allen, die zum Gelingen des Jubiläums beigetragen haben, vor allem Organisator Herbert Schießl, der auch die Idee hatte, eine eigene Vereinshymne zu schaffen. Bernhard Schmidhuber senior und junior haben sie geschaffen. Unter riesigem Applaus und vielen Zugaberufen gab der Männergesangsverein dieses Werk zum Besten. 

Bürgermeister Georg Hoffmann dankte für die Übertragung der Schirmherrschaft. 100 Jahre TV Bodenwöhr boten den Blick auf einen spannenden Abschnitt der Gemeinde. Dem Verein mit seinen Verantwortlichen wünschte er alles Gute. 

Landrat Thomas Ebeling dankte allen, die in den letzten 100 Jahren mitgewirkt haben. Jugendarbeit wurde hier geleistet, was ein guter Dienst an der Gesellschaft darstelle. 

Zahlreiche Mitglieder wurden für ihre langjährige Zugehörigkeit sowie für besondere Verdienste geehrt. Pokale erhielten Helmut Hornig, Rudolf Schmied, Helmut Gall, Karl Kraus senior, Albin Hüttl, Ludwig Bauer, Hans Wallinger, Paul Wallinger, Reinhard Wallinger, Alfred Wallinger, Nikolaus Baumgärtner, Helmuth Zinnbauer, Johann Eichinger, Heinrich Seltl senior, Hans Dobmeier, Richard Bauer, Kurt Zimmer, Christian Zinnbauer, Albert Gleixner, Hubert Rester, Festleiter Herbert Schießl und schließlich auch Matthias Schießl. Rudolf Danhauser wurde mit viel Applaus bedacht, er ist das älteste Mitglied im Verein und wurde ebenfalls mit einem Pokal bedacht.

 Ausgelassene Stimmung herrschte im Saal, manche hielt es nicht mehr auf den Stühlen und begannen vor der Bühne zu tanzen.


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