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ver.di-Jubilare: Der "wahre Kampf tobt zwischen Arm und Reich"

Verdi-Ehrung Die Gewerkschaft Verdi ehrte langjährige Mitglieder, darunter Karl Lederer und Emil Schmid (vorne, Mitte) für 70-jährige Treue.
Schwandorf. „Die Gewerkschaften sind die einzige Schutzmacht der Arbeitnehmer", sagte Helmut Fiedler bei der Jubilarehrung des Verdi-Ortsvereins Schwandorf am Samstag im Gasthaus Obermeier in Klardorf. Der ehemalige Abteilungsleiter des DGB Bayern rief deshalb die Mitglieder auf, weiterhin selbstbewusst aufzutreten und die Arbeitnehmerrechte zu verteidigen.


Der pensionierte Gewerkschaftsfunktionär warnt vor einem Rückfall in die Zeiten des Protektionismus und der Handelskriege. Deutschland könne „eine faire Globalisierung" nicht im Alleingang gestalten. „Europa muss sein ganzes weltpolitisches Gewicht in die Waagschale werfen und ein Gegenmodell zur neoliberalen Globalisierung entwickeln", sagte Helmut Fiedler. Er sieht den sozialen Frieden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Gefahr, wenn erkämpfte soziale Standards in Frage gestellt würden. Deshalb: „Zu den Gewerkschaften gibt es keine Alternative".




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Helmut Fiedler prangerte den Niedriglohnsektor an und stellte fest: „Wir sprechen zwischenzeitlich über Armut trotz Arbeit". Dies wirke sich später auch auf die Rente aus. „Der wahre Konflikt tobt zwischen Arm und Reich und nicht zwischen Jung und Alt", glaubt Helmut Fiedler. Sein Fazit: „Wir müssen für unsere Rechte kämpfen und unsere berechtigten Anliegen erkämpfen".


Die ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland habe nichts mit einer Neiddebatte zu tun, sagte Gewerkschaftssekretär Pascal Attenkofer, „sondern mit Ungerechtigkeit". Zehn Prozent der reichsten Deutschen würden 66 Prozent des Vermögens besitzen. Er dankte den Jubilaren für die langjährige Treue. Allen voran Karl Lederer und Emil Schmid (Schwandorf), die der Gewerkschaft seit 70 Jahren angehören. Lederer arbeitete 48 Jahre lang im Bayernwerk, war Gesamtbetriebsratsvorsitzender und saß 24 Jahre für die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. Heute lebt er in Gmund am Tegernsee.


Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Sieglinde Bauer-Strohn (Burglengenfeld), Hans-Jürgen Gertig (Burglengenfeld), Richard Hauser (Neunburg v.W.), Ulrich Kiener, Herbert Schmid und Ludwig Zwick (alle Schwandorf) geehrt. Seit 50 Jahren sind Franz Brunner (Nittenau), Martina Hintermeier (Teublitz), Erna Lobensteiner (Schwandorf) und Bernd Vieweg (Maxhütte-Haidhof) dabei. 

Nadel und Urkunde für 40-jährige Treue erhielten Karlheinz Bauer (Nittenau), Josef Beer (Schwandorf), Veronika Eiber (Schwandorf), Helga Forster (Burglengenfeld), Anneliese Langer-Hermann (Schwandorf), Margareta Schade (Teublitz), Carola Vogl (Schwandorf) und Norbert Wiendl (Bruck).


Vor 25 Jahren traten der Gewerkschaft bei: Maria Dickert (Burglengenfeld), Angelika Luthert (Teublitz), Cornelia Mauerer (Bruck), Johann Schießl (Teublitz), Franz Schottenhamml (Schwandorf), Erich Simon (Tännesberg), Rudi Sommer (Bruck), Karin Wenninger (Teublitz) und Alexander Zankl (Teublitz).

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