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Leben statt Leerstände

Wirtschaftsfruhstuck Vorsitzender Alois Hagl (links) hieß zum Wirtschaftsfrühstück im „Jugendtreff“ Vertreter aus Wirtschaft und Kommunen willkommen.
Schwandorf. Für Alois Hagl ist der „Jugendtreff" ein „gutes Beispiel für eine sinnvolle Nachfolgenutzung eines Leerstandes". Die Räume des ehemaligen Bio-Ladens am Adolf-Kolping-Platz sind zur neuen Anlaufstelle für Jugendliche geworden. „Ich halte dies für eine sehr gute Lösung", sagte der Vorsitzende des Vereins „Partner für den Landkreis" beim Wirtschaftsfrühstück am Donnerstag im neuen „Jugendtreff".


Es ging diesmal um die lebendige Gestaltung der Ortskerne durch einen Mix aus Handel, Wohnen und Gastronomie. Einer, dem „eine lebendige Innenstadt" von Berufs wegen am Herzen liegt, ist City-Manager Roland Kittel. Er weiß um die Veränderungen der Innenstädte und arbeitet an einer Überlebensstrategie. Der neu zu gründende Stadtmarketing-Verein, getragen von der Stadt und dem bisherigen Wirtschaftsforum, werde Konzepte entwickeln und umsetzen, kündigte Kittel an.


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Citymanager Roland Kittel erläuterte seine Konzepte zur Stärkung der Schwandorfer Innenstadt.

Auf den Online-Handel zu setzen, sei für die Innenstadt-Geschäfte nicht zielfüherend, so der Experte. Im Internet in eine „Eins-a-Lage" aufzusteigen, sei „schwierig und teuer". Sinnvoller sei es in den Augen des Marketingexperten, mit Gutscheinen auf einer eigenen Homepage zu werben. Mit der regionalen Währung „Schwandorf-Zehner", dem Baustellen-Pass oder den Aktionen „Heimat- oder Mondschein-Shoppen" ließen sich die Leute durchaus in die Innenstadt locken, wie die Vergangenheit gezeigt habe.

Roland Kittel kündigte eine engere Zusammenarbeit mit der Fieranten der Bauern- und Wochenmärkte an, wirbt für das Open-Air-Kino und das Kneipenfestival und verspricht sich von Eventveranstaltungen in der Innenstadt Synergieeffekte für den örtlichen Handel. 

Zu seinen Aufgaben gehört auch ein „aktives Leerstandsmanagement". Kittel spricht von einem „mühsamen Geschäft" und vielen Unwägbarkeiten, wenn sich leer stehende Häuser in privater Hand befänden. „Wenn der Eigentümer nicht will, sind der Stadt die Hände gebunden", muss der Citymanager immer wieder erfahren. Die Stadt wolle die touristischen Potenziale des Oberpfälzer Seenlandes nutzen und die gastronomischen Angebote in der Innenstadt erweitern.

Zum Handel und zur Gastronomie müsse eine öffentliche Nutzung kommen, ist Roland Kittel überzeugt. Einrichtungen wie die Volkshochschule, die Musikschule, die Stadtbibliothek und ein Veranstaltungssaal würden den Stadtkern aufwerten und zur Belebung beitragen. 

Der Citymanager erkennt Potenziale in der Nutzung des Stadtparks, des Schmidt-Bräu-Geländes und der Mühlräder. Bei den Parkmöglichkeiten sieht er Schwandorf gegenüber vergleichbaren Städten im Vorteil, nicht aber bei den Fahrradwegen. Hier habe die Stadt Nachholbedarf. Ebenso bei der Anbindung des TWF-Geländes an die Innenstadt.

Das „Wirtschaftsfrühstück" gehört neben dem Landkreislauf, dem Zukunftspreis und der Aktion „aufgePASST" zum festen Veranstaltungsprogramm des Vereins „Partner für den Landkreis". Zuständig für diesen Bereich ist zweiter Vorsitzender Manfred Sax. Er sucht sich als Veranstaltungsorte meistens Firmensitze aus und lädt Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden zum Gespräch ein. Einmal wurde aus dem Frühstück ein „Dämmerschoppen", als der Verein bei der Schlossbrauerei „Fuchsberg" zu Gast war. 

Diesmal befassten sich die Teilnehmer mit der Leerstandsproblematik in den Ortskernen. „Ein Problem, das alle Kommunen angeht", sagt IHK-Geschäftsstellenleiter Manuel Lischka. Schwandorf sei hier vergleichsweise noch in einer guten Position, „denn hier sind immer noch inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte zu finden". Seiner Meinung nach blühe Schwandorf auf und erlebe derzeit eine Renaissance.

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