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Nittenau-Bartelt Regierungspräsident Axel Bartelt (rechts) fühlte sich wohl im Kreise der Stadträte und Rathausbediensteten. Bürgermeister Karl Bley (links) hieß ihn im Sitzungssaal willkommen und ließ ihn ins Goldene Buch der Stadt eintragen.

Regenbrücke, Geburtenrate und Kinderbetreuung

2 Minuten Lesezeit (438 Worte)
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Nittenau. Seit fünf Jahren ist Axel Bartelt Präsident des Regierungsbezirks Oberpfalz. Seitdem kommt er immer wieder gerne in den Landkreis Schwandorf. Nach Bruck und Wackersdorf besuchte er am vergangenen Mittwoch die Stadt Nittenau. Abends nahm er dann noch an der Eröffnung der Zwickl-Dokumentarfilmtage in der Schwandorfer Spitalkirche teil. „Die große Regenbrücke ist unser Sorgenkind", gab Bürgermeister Karl Bley dem Gast aus der Regierungshauptstadt zu verstehen.


 Axel Bartelt hatte die Einlassung erwartet und betonte: „Der Planfeststellungsbeschluss ist in Rekordzeit erfolgt". Jetzt könne man nur hoffen, „dass es zu keiner Klage kommt und die Pläne rasch umgesetzt werden können". Auch beim Hochwasserschutz sei man in Nittenau auf einem guten Weg, findet der Regierungspräsident.


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„Die Geburtenrate in der Stadt steigt", freut sich der Bürgermeister. Die Stadt habe darauf reagiert und die Betreuungseinrichtungen ausgebaut. Die Botschaft vernahm der Chef der Bezirksregierung mit Wohlwollen und will zur Stärkung der Kommune beitragen, um Abwanderungen zu verhindern. In der Nähe zur Bezirkshauptstadt Regensburg sieht Karl Bley „Fluch und Segen zugleich". Grundstückspreise von 125 bis 150 Euro pro Quadratmeter für voll erschlossenes Bauland lockten die Städter aufs Land, doch Arbeitsplätze und Kaufkraft wanderten ab.

 Diese Entwicklung führe zu einem erhöhten Flächenverbrauch. Der Regierungspräsident sieht in der Oberpfalz hingegen noch Nachholbedarf bei der Erschließung von Bauland und ist der Meinung: „Den Flächenverbrauch sollten wir an Einzelentscheidungen festmachen und mit Augenmaß betreiben". 


Zweiter Bürgermeister Albert Meierhofer beklagte die schlechte Anbindung nach Regensburg mit dem „Öffentlichen Personennahverkehr". Dies sei vor allem für die Berufspendler ein Problem. „Viele Familien brauchen ein zweites Auto, weil sie sonst nicht an ihren Arbeitsplatz kommen". Der Regierungspräsident zeigte vollstes Verständnis dafür und betonte: „Da rennen Sie bei mir offene Türen ein". Er kündigte in Kürze ein Gespräch mit Vertretern der Landkreise zur ÖPNV-Vernetzung an, ist sich allerdings bewusst: „Es wird ein langwieriger Prozess werden, aber wir gehen ihn an". 


Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch hat hier seine eigenen Vorstellungen: „Wenn vor Ort genügend Arbeitsplätze entstehen, brauchen die Leute nicht zu pendeln". Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler fordert eine Modifizierung der Wirtschaftsförderung zugunsten des ländlichen Raumes und damit die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse. 


Der Regierungspräsident bedankte sich bei den Nittenauern für die Aufnahme der Flüchtlinge im Asylbewerberheim. Bürgermeister Karl Bley stellte allerdings fest: „Bei der Betreuung der Kinder und Jugendlichen in der Schule, im Hort, im Kindergarten und in der Krippe sind wir allein gelassen worden". Zwei Drittel der Asylbewerber in der Nittenauer Unterkunft sind Familien mit Kindern. Konkret sind es 55 Mädchen und Buben, die in Krippe, Kindergarten, Schule und Hort betreut werden. Bürgermeister Karl Bley wünscht sich dafür eine stärkere staatliche Unterstützung. Neben der Asylbewerberunterkunft sind keine Sozialwohnungen geplant, stellte der Regierungspräsident auf Nachfrage fest.

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