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Deiselkhn-Hochwasser Bauoberrat Andreas Ettl (links) und Bürgermeister Manfred Rodde (rechts) informierten über das Hochwasserrisiko für die Ortschaft Deiselkühn bei Schwarzenfeld. Foto von Rudolf Hirsch

Hochwasserschutzprogramm für Deiselkühn

2 Minuten Lesezeit (444 Worte)

Schwarzenfeld. Der „Naabtalplan" ist Teil des Hochwasserschutzprogramms der bayerischen Staatsregierung, das auch das Gebiet des Marktes Schwarzenfeld mit einbezieht. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden erhielt den Auftrag zur Untersuchung der Gefährdungspotenziale rund um Schwarzenfeld, Irrenlohe und Deiselkühn. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor.

Bauoberrat Diplom-Ingenieur Andreas Ettl informierte am Dienstag im Gasthaus Deml die Bewohner von Deiselkühn. Später sollen weitere Veranstaltungen für Schwarzenfeld und Irrenlohe folgen. Vor zwei Jahren habe das Wasserwirtschaftsamt Weiden die Planungen für den Hochwasserschutz in Schwarzenfeld an ein Münchner Ingenieurbüro vergeben, erklärte Andreas Ettl. Ausgangspunkt für die Planung sei die vom Wasserwirtschaftsamt erstellte Basisstudie als „grobe Schätzung einer möglichen Variante für eine Hochwasserschutzanlage bei einem hundertjährlichen Hochwasserereignis" gewesen.


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Das Planungsbüro untersuchte in einem ersten Planungsschritt die Überschwemmungsgebiete mittels hydraulischer Berechnungen. Für Deiselkühn liegen die Ergebnisse vor, für Schwarzenfeld und Irrenlohe sind sie in Bearbeitung. Die Berechnungen hätten ergeben, so Bauoberrat Andreas Ettl, dass in Deiselkühn bei einem extremen Hochwasser nur einzelne Nebengebäude geringfügig betroffen seien. Der Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes zieht daraus die Schlussfolgerung: „Eine Gefahr für Wohl und Leben der Deiselkühner Bürger kann somit ausgeschlossen werden".
Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis: Das Wasserwirtschaftsamt wird das Projekt an dieser Stelle einstellen und auf weitere Untersuchungen verzichten. Diplom-Ingenieur Andreas Ettl erklärte den Anwohnern den Grund. Die Baukosten für einen Wall oder Schutzwände würden „zwischen einer und zwei Millionen Euro" kosten. Dies stehe in keinem Verhältnis zu einem möglichen Schaden. „In so einem Fall sind wir angewiesen, die Planungen zu beenden", erklärte der Abteilungsleiter für „Planung und Bau" am Wasserwirtschaftsamt. Der Freistaat Bayern übernehme vollständig die bisherigen Planungskosten für den Ortsteil Deiselkühn. Da „kein Vorteilsziehender" vorhanden sei, so die juristische Fachsprache, werde dem Markt Schwarzenfeld für diesen Ortsteil „kein Beteiligtenbetrag" in Rechnung gestellt.
Die Gemeinde hat für Planungskosten 300 000 Euro in den Haushalt eingestellt, verteilt auf mehrere Jahre. Für die Ortschaft Deiselkühn fallen sie nun mal schon weg. Bürgermeister Manfred Rodde und die potenziell betroffenen Bürger von Deiselkühn fragten nach, ob denn auch die Bachläufe in die Berechnungen mit einbezogen worden seien. Für den Experten des Wasserwirtschaftsamtes spielen die kleinen Gewässer nur eine untergeordnete Rolle.
Auch wenn bei einem Hochwasser der Schaden in Deiselkühn geringer ausfallen werde als zunächst angenommen, rät Andreas Karl dennoch zur Vorsorge und warnt vor einer weiteren Bebauung, Geländeauffüllungen oder Lagerungen von abschwemmbaren Stoffen im fesgesetzten Überschwemmungsgebiet. Er verweist auf den Paragraphen 78 des Wasserhaushaushaltsgesetzes, wonach in diesen Regionen keine Baugebiete ausgewiesen werden dürfen.
Bayern setzt mit dem Hochwasserschutz-Aktionsprogramm „2020 plus" auf Vorsorge, natürlichen Rückhalt und technischen Hochwasserschutz. Die Flutkatastrophen der vergangenen Jahre haben dem Gesetzgeber die Notwendigkeit vor Augen geführt, den Schutz vor Hochwasser noch ernster zu nehmen. Das Gesetz soll das Verwaltungsverfahren für den Bau von Hochwasserschutzanlagen vereinfachen.

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