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elisabethaumer Elisabeth Aumer in der Walder Gemeindebücherei Bild: (c) Karin Hirschberger

Abschied nach 35 Jahren

3 Minuten Lesezeit (683 Worte)

​ Ende des Jahres gibt Elisabeth Aumer ihr Amt als Leiterin der Gemeindebücherei Wald ab.

Ganz genau 35 Jahre war Elisabeth Aumer in der Gemeindebücherei Wald tätig, wenn sie am 1. Januar ihr Amt als Leiterin an Birgit Kainz weitergibt. Begonnen hat alles mit einer Initiativbewerbung als die gelernte Buchhändlerin hörte, dass der Gemeinderat die Einrichtung einer Bücherei in Wald plant. Im Januar 1985 wurde dann die Bücherei in der Schule eröffnet, Elisabeth Aumer war hier bereits bei den Planungen und Vorbereitungen dabei gewesen. Zu Beginn wurde mit Klappkarten gearbeitet, alles ohne Computer. Bis ins Jahr 2000 war die Bücherei in der Schule, bevor sie dann in den 1. Stock des heutigen Gebäudes in der Dorfmitte umzog. Hier veränderte sich viel: ein EDV-Programm wurde angeschafft, das Sortiment wurde um Zeitschriften, Spiele und Hörbücher erweitert und eine Gebührenordnung wurde eingeführt, vorher war die Nutzung kostenlos. Aus der Bücherei in der Schule war eine Gemeindebücherei geworden.

Seit 2001 ist Andrea Dummer als Mitarbeiterin dabei, so konnten die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. 2012 erfolgte dann der nächste Umzug, ein Stockwerk tiefer in die jetzigen Räume. Mit dem Umzug wurde auch ein barrierefreier Zugang zur Gemeindebücherei geschaffen, was Elisabeth Aumer sehr wichtig war. Von 2007 bis 2017 arbeitete Aumer außerdem in der Stadtbibliothek in Straubing und ließ sich von der Arbeit dort auch für die Gemeindebücherei inspirieren. Auch die fachliche Erfahrung konnte sie einbringen. Es wundert also nicht, dass die Gemeindebücherei auch des Öfteren eine Auszeichnung erhielt, wie zwei Mal den Lesezeichenpreis. Wenn Elisabeth Aumer eine Bilanz zieht, freut sie sich über die gute Zusammenarbeit mit der Landesfachstelle für öffentliches Bibliothekswesen, dem Kindergarten, der Schule und natürlich der Gemeinde. Die Gemeinde habe auch die Wichtigkeit des Lesens für die Kinder erkannt, so bekommt jedes 3-jährige Kind seit Jahren ein Lesestarttäschchen mit einem Gutschein für ein Jahr kostenfreie Büchereinutzung. Was man als Kind lerne, präge einen für das ganze Leben, ist sich Elisabeth Aumer sicher.

Alles was in der Gemeindebücherei zu finden ist, hat sie eingekauft, jedes einzelne Buch. Sie hat die Bücherei aufgebaut und ausgebaut. Heute finden sich rund 8500 Medien in der Bücherei. Das Sortiment wird immer wieder aktualisiert und aussortiert. Es gab zahlreiche Veranstaltungen, wie Lesungen oder Buchvorstellungen. Besondere Abende waren auch immer die Buchvorstellungen mit Carine Gröschel unter dem Motto „Buch und Wein". Für Elisabeth Aumer am aufregendsten und hochkarätigsten war die Lesung von Wilhelm Dietl, einem ehemaligen BND-Mitarbeiter. Dieser Abend wurde sogar von Harald Grill für den Rundfunk aufgezeichnet. Die Leiterin der Gemeindebücherei erinnert sich auch an die mehrwöchige Aktion, in der die Systematik geändert wurde, damit sie für die Leser einfacher zu verstehen ist. Die Gemeindebücherei Wald sei für sie immer eine Herzensangelegenheit gewesen, so Aumer. Man lerne die Menschen kennen, nach 35 Jahren über Generationen hinweg. 

Bei den Vorleseaktionen habe es immer eine besondere Atmosphäre gegeben, gern denke sie auch an die Bilderbuchkinos zurück, angefangen habe man mit Dias, heute geht es mit dem Beamer. Äußerst fortschrittlich war auch die Eröffnung des Internetcafes in der Bücherei 2001. Seit 2007 gibt es den Onlinekatalog. Die Bücherei blieb immer am Puls der Zeit. So nahm Elisabeth Aumer auch regelmäßig zwei Mal im Jahr an Treffen der Erfahrungsaustauschgruppen von Bibliotheksleiterinnen aus der Oberpfalz und Niederbayern teil. Die Einführung der Onleihe sei ein Riesengewinn für die Gemeindebücherei gewesen, so hat jeder Nutzer der Bücherei auch die Möglichkeit über 30 000 E-Medien zu nutzen. Die Gemeinde Wald zahlt für die Mitgliedschaft nur einen Mindestbeitrag, um im Zusammenschluss von 120 Bibliotheken dabei zu sein und die Onleihe zu nutzen.

Nächstes Jahr steht dann der Umzug in das neue Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite an. Sie glaube, dass sie auch etwas bewegen konnte, sagt Elisabeth Aumer, sie habe ihren Beruf immer geliebt. Es habe ihr immer Spaß gemacht und sie habe ihre Leidenschaft ausleben können. Aber man müsse auch wissen, wann man gehen muss. Als Leserin werde sie sicher noch oft in die Bücherei zurückkommen. Sie freue sich, dass es mit Birgit Kainz gut weitergehe, sie hat bereits die letzten sieben Monate mitgearbeitet und Kurse besucht. Das sei ihr wichtig gewesen, sagte die Büchereileiterin, zu wissen, wie es weitergeht.


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