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Dem Zauber der Adventszeit nachgespürt

Waldweihnacht_2019_1 Gerne stimmten die vielen Besucher der Waldweihnacht in die adventlichen Weisen mit ein. Bilder: (c) Ingrid Schieder

​Vorbei an den vielen geschmückten Häusern mit den vielen Lichtern zog eine Gruppe von Leuten von der Pfarrkirche St. Barbara weg, die Ludwigsheide entlang, Ziel war die Waldweihnacht auf dem Campingplatz von Weichselbrunn. Das letzte Stück lag im Dunkeln, Taschenlampen leisteten hier ihren guten Dienst. Organisiert hat dieses Ereignis der Pfarrgemeinderat.

An Weihnachten kommt niemand vorbei. Geschäftiges Treiben überall, mit Geschenkestress und riesigen Einkauflisten, Organisationsplänen, Hektik macht sich breit, übertönt von Weihnachtsmelodien aus den Lautsprechern und übertüncht vom Glanz aus Tausenden von Glühlämpchen. Genügt der schöne Schein eines stimmungsvollen Festes? Weihnachten fällt in die dunkelste Zeit des Jahres, umso bedeutungsvoller gestaltet sich das Licht.

Posaunenklang erwartete die Ankömmlinge. Richard Hauser gestaltete die Feier musikalisch mit, ebenso der Männergesangsverein unter Leitung von Bernhard Schmidhuber senior. Doch auch die Anwesenden waren gesanglich gefordert: „Tochter Zion", erklang es, ehe Pfarrer Johann Trescher die Geschichte vom „Perspektivwechsel", verfasst von Iris Macke. Von oben nach unten gelesen ergibt sich ein sehr negatives Bild vom Advent. Laut und schrill ist er, kein zur Ruhe kommen möglich, Gott fehlt. Von unten nach oben betrachtet, stimmt das Bild vom Advent nun völlig positiv: Gott kommt auf die Erde, etwas Größeres scheint in diese Welt hinein, und doch kann man zur Ruhe kommen und: Advent heißt warten.

Der anfänglich leichte Nieselregen wurde stärker, gab aber nur ein kurzes Intermezzo, und so leisteten die mitgebrachten Regenschirme gute Dienste. „Mit Gott im Park", der Verfasser ist unbekannt, machte der Geistliche deutlich, dass die Begegnung mit Gott tagtäglich geschehen kann, durch die Begegnung der Menschen untereinander, egal ob Mann, Frau, alt oder jung. Ein Junge und eine alte Frau waren sich im Park begegnet, aßen Schokoriegel und tranken Cola, schweigend, mit einem Lächeln. Zuhause erzählte der Junge, er habe mit Gott im Park Cola getrunken, „sie hatte das schönste Lächeln". Die Frau erzählte ihrem Sohn, sie habe mit Gott Schokoriegel gegessen: „Er ist viel jünger als ich dachte".

Pfarrer Trescher fand auch bei seiner nächsten Erzählung aufmerksame Zuhörer: Ein Junge, rein von den Schulleistungen her schien er nicht sonderlich intelligent, spielte einen Wirt beim Krippenspiel. Er spielte seine Rolle ausgezeichnet und wies nach großer Sprechpause Josef und Maria wie vorgesehen die Tür. Keineswegs hatte er den Text vergessen, vielmehr missfiel ihm der Ausgang dieser Geschichte. Und so rief er Josef und Maria zurück: „Ihr könnt mein Zimmer haben!". Einige Zuschauer meinten, dass er das Krippenspiel verdorben habe, doch die meisten waren mit dieser glücklichen Wendung mehr als zufrieden.

Josef Höfler trug eine Geschichte eines einsamen Mannes vor, der in einer Höhle hauste und dort Weihnachten verbrachte. Im Schnee entdeckte er ein Päckchen, das ihn froh stimmte und ein Weihnachtswunder wahr werden ließ. So eingestimmt sangen alle Anwesenden den Weihnachtsklassiker „O du fröhliche…". Danach bestand Gelegenheit zur Begegnung untereinander, mit Gesprächen bei einer Tasse Glühwein und Gebäck.


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Pfarrer Johann Trescher brachte mit seinen Erzählungen den Sinn des Weihnachtsfestes in den Fokus.
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