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Dr. Schmack vermisst politischen Willen für Power-to-Gas / Aiwanger sichert Unterstützung zu

Aiwenger-Biogas Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (links) lässt sich von Matthias Scholz (rechts) das Power-to-Gas-Verfahren erklären.

Schwandorf. Beim Power-to-Gas-Verfahren wandeln Mikroorganismen Wasserstoff, der mit "grünem Strom" gewonnen wurde, in Methangas um, das sich speichern oder unmittelbar in das Erdgasnetz einspeisen lässt. Ein solches Verfahren entwickelt hat die MicrobEnergy GmbH, eine Tochter der Viessmann-Firmengruppe. Sie bekam am Mittwoch Besuch von der Landtagsfraktion der Freien Wähler mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger an der Spitze.

Die promovierte Chemikerin Dr. Doris Schmack gehört zu den Pionieren der Methanisierung und erläuterte den Abgeordneten das vor sieben Jahren am Standort des ehemaligen Bayernwerksgelände entwickelte Verfahren. Trotz ausgereifter Technik und hohem Wirkungsgrad trete man seit Jahren auf der Stelle, bedauerte die Wissenschaftlerin. Sie vermisst den politischen Willen zur Nutzung dieser umweltfreundlichen Technologie.

Das sieht auch der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber so. Für ihn liege die Zukunft der Motorisierung in der Brennstoffzelle. Für Dr. Doris Schmack ist das allerdings Zukunftsmusik. Gas aus erneuerbaren Energien sei dagegen bereits jetzt ausreichend vorhanden. „Für die Autoindustrie wäre es ein gmahde Wiesn", so die Chemikerin. Zu ihrem Leidwesen habe sich aber der VW-Konzern aus der Gas-Antriebstechnologie inzwischen verabschiedet.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will die Bemühungen der Viessmann-Tochter MocrobEnergy allerdings nicht gänzlich im Sande verlaufen lassen und den Vorschlag von Dr. Doris Schmack unterstützen. Sie regt die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Müllverwertung an. Eine neu zu errichtende Power-to-Gas-Anlage könnte zur Methanisierung den überschüssigen Strom aus dem Müllkraftwerk nutzen. Das rechne sich aber nur bei einer Befreiung von der EEG-Umlage. Minister Aiwanger kann sich gut vorstellen, das Projekt als Pilotanlage mit Geldern aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium zu fördern.

Im Labor ließen sich die Abgeordneten vom Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, Matthias Scholz, das Verfahren erklären. Mikroorganismen wandeln Strom in Methan um. Für diesen Schritt nutzt MicrobEnergy hochspezialisierte Mikroorgranismen, die Wasserstoff und Kohlenstoff in reines Methan umwandeln. Die Mikroorganismen arbeiten bei Umgebungsdruck und -temperatur. Besondere Anforderungen an die Reinheit der Ausgangsgase sind nicht erforderlich. Das so gewonnene synthetische Methan kann entweder in einem Gasspeicher bevorratet und bedarfsgerecht mit Hilfe eines Blockheizkraftwerkes verstromt oder direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Wenn man Strom- und Erdgasnetze miteinander verknüpft, wird Strom zur Primärenergie und kann flächendeckend für die Wärmeerzeugung eingesetzt oder bedarfsgerecht über die Kraft-Wärme-Kopplung in Strom zurückgewandelt werden.


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