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98b4dab5-abba-b11c-1b23-e90aa8fc9e93 Foto von Dr. Hans Losert

Lions Club Schwandorf: Vortrag über die Ausgrabungen von Iffelsdorf

2 Minuten Lesezeit (440 Worte)

Pfreimd. Über die Ausgrabungen in der Nähe von Iffelsdorf bei Pfreimd während der vergangenen fünf Jahre wird am kommenden Donnerstag, 13. Februar, um 19 Uhr, Dr. Hans Losert von der Universität Bamberg allen interessierten Bürgern berichten.

Im Jahr 1954 hatten Arbeiter auf einem Acker erstmals beim Straßenbau Tongefäße aus dem siebten Jahrhundert entdeckt. Nach und nach kamen Steingeräte, Glasperlenketten, Gefäße, wunderschöne Gürtelschnallen, Zahnreste und Tonscherben in wenigen Zentimeter Tiefe zum Vorschein. Die Sensation war bereits damals zu erahnen, aber das Ausmaß der geschichtlichen Bedeutung sei erst nach und nach klar geworden, sagt Richard Tischler, Bürgermeister von Pfreimd.

Veranstalter des Vortrags sind die Lions Clubs Schwandorf und Oberpfälzer Wald, die die Ausgrabungen seit Beginn an unterstützen, unter anderem mit jährlichen vierstelligen Spenden. „Ohne die Lions wäre die Entdeckung vermutlich im Sande verlaufen", erklärt Tischler anerkennend. Die Stadt Pfreimd investiert ebenfalls große Summen, außerdem spenden Banken, die Lions Clubs und der heimatkundliche und historische Arbeitskreis „Der Stadtturm".

Auf Spenden hofft man auch beim Vortrag - sicher werden wieder viele Interessierte den Weg in den historischen Bürgersaal finden. Schließlich tauchen jedes Jahr neue überraschende Funde auf, die genauere Erkenntnisse über das Leben unserer Vorfahren an der Naab liefern - vor allem seit September 2011, seit ein gemeinsames Grabungsprojekt der Universitäten Bamberg und Wien stattfindet.


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Jedes Jahr im Herbst sind die Studenten in ihren Semesterferien bei dieser Lehrausgrabung tätig. Fest steht: Auf diesem Feld der Familie Reil, das zuvor landwirtschaftlich genutzt wurde, befindet sich ein slawisches Hügelgräberfeld aus dem 7. bis 9. Jahrhundert. Für Richard Tischler, der nicht nur heimatgeschichtlich sehr interessiert ist, sondern auch Geschichte studiert hat, ist eine Bratpfanne aus Ton von besonderem Wert. „Sie ist der archäologische Beweis, dass am Grab auch gegessen und getrunken wurde." Neben den Gräbern fanden die Archäologen zudem Feuerstellen mit Tierknochen.

Höchst spannend sei es, was bisher entdeckt wurde, erklären unter anderem die Lionsmitglieder Dr. Jochen Sikorski aus Pfreimd und der Schwandorfer Lions-Präsident Matthias Graf. Schließlich sei Pfreimd vor Urzeiten anscheinend von großer Bedeutung gewesen. Slawen aus dem Osten kamen hier über die Donau bis Regensburg. Losert wertet die Funde bei Iffelsdorf als eindeutigen Beweis dafür, dass die Slawen bereits im frühen 7. Jahrhundert in der Oberpfalz nachweisbar sind. Viele Gräber hat Dr. Hans Losert mit seinem Wiener Kollegen Professor Erik Szamert und den Studenten bereits untersucht und ist inzwischen auf jüngere Anlagen aus der Zeit um 900 nach Christus vorgestoßen. Ein slawischer Familienverband habe hier seine Toten bestattet, sind sich die Experten einig. Das Feld birgt sicher noch viele Überraschungen. Ab September herrscht wieder Hochbetrieb.

Vortrag: Am Donnerstag, 13. Februar, um 19 Uhr, im Bürgersaal Pfreimd. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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