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Bäckereien: "Wir sind auch noch da!"

3 Minuten Lesezeit (562 Worte)
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Oberpfalz/Bayern. „Die Bäcker und die anderen Nahrungsmittelhandwerker, wie Konditoren und Metzger, haben trotz Krise weiterhin geöffnet und sorgen für die Lieferung ihrer Nahrungsmittel zum einen für die großen Lebensmittelketten und zum anderen unmittelbar durch den Verkauf an die Bevölkerung. Dank der regionalen und oft familiären Strukturen der Betriebe ist die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger wie schon in früheren Krisenzeiten durch die Bäcker und die Ernährungshandwerke gesichert, ohne dass hierfür lange Transportwege zurückgelegt werden müssen", erklärt Heinrich Traublinger, stv. Landesinnungsmeister für die bayerischen Bäcker. Die Folgen der Corona-Pandemie belasten aber auch in dieser Branche die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.

Die Corona-Krise bestimmt das gesellschaftliche und politische Geschehen in unserem Land ebenso wie weltweit mehr als alle anderen Krisen nach dem Zweiten Weltkrieg. Es ist eine Zeit tiefster Verunsicherung und großer Sorge. Umso wichtiger ist die Sicherstellung der Versorgung mit Nahrungsmitteln - gerne regional und gerne vom Betrieb, den man kennt im Dorf oder im Stadtviertel. Dazu gehören neben vielen anderen die Metzger, dazu gehören auch die Bäcker.

Und die klagen darüber, dass in den offiziellen Meldungen der Behörden und in den Ansprachen vieler Politiker zur Versorgung der Bevölkerung meist nur die großen Lebensmittelgeschäfte und die bekannten Handelsketten genannt würden. Dabei werde aber vergessen, dass es gerade die kleinen Ernährungshandwerker, wie Bäcker, Konditoren und Metzger ‚gleich um die Ecke' sind, die "ein krisensicherer Garant für die Versorgung der Bevölkerung in der jeweiligen unmittelbaren Umgebung" sind, die ebenfalls zu den gewöhnlichen Geschäftszeiten geöffnet haben und die Nahrungsprodukte Brot, Fleisch und Süßspeisen verkaufen und liefern. 



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Zugute kommen dem Bäckerhandwerk die dezentralen Strukturen, die eine gewisse Unabhängigkeit in den Lieferketten sichern. Produktion und Verkauf finden auf regionaler Ebene mit kurzen Transportwegen und regionalen Versorgungsketten statt. Die Rohstoffe kommen über die eigene BÄKO-Genossenschaft, vom nächstgelegenen Müller oder örtlichen Bauern. Das trage dazu bei, die nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Produkten zu sichern und die Umwelt zu schonen.

„Unsere Innungsbetriebe nehmen ihren Auftrag gegenüber unserer Gesellschaft ernst und kümmern sich", so Stephan Kopp, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes. „In dieser Situation zeigt sich klar, dass unsere Bäcker nicht nur verantwortungsbewusst und zuverlässig die Versorgung mit Brot sichern. Gerade kleinere Betriebe weisen noch familiär geprägte Strukturen auf, die gerade in Krisenzeiten belastbarer sind. Aber auch die Betriebe als solche halten untereinander innerhalb der Innungen treu zusammen, helfen sich aus und suchen gemeinsam nach Lösungen für die anstehenden Probleme. So betroffen die Lage uns diese Tage auch macht, so beeindruckend ist der enorme Einsatz, den unsere bayerischen Innungsbäcker gerade in dieser Zeit wieder zeigen. Unterstützt werden sie dabei von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Backstube und im Verkauf, die ohne Zögern mit anpacken. Das Bäckerhandwerk blickt hierbei auf eine über tausendjährige Geschichte zurück und kann durchaus mit einem gewissen Stolz auf seine lange Tradition verweisen. Gerade die Bäcker haben schon früher in schwierigsten Zeiten die Menschen mit dem entscheidenden Grundnahrungsmittel versorgt."

Doch auch die Ernährungshandwerke müssen in manchen Bereichen starke Einbußen hinnehmen. Viele Kunden bleiben wegen der fehlenden Information, dass auch die Bäckereien geöffnet sind, und aufgrund der allgemeinen Verunsicherung durch die Erkrankungsmöglichkeiten weg. In Fremdenverkehrsorten komme es sogar bis zu 60% Umsatzeinbußen. Auf der anderen Seite laufen aber die Lohnkosten, Mieten und Kredittilgungen ungehindert weiter und belasten die Betriebe extrem. Das geht natürlich nicht spurlos vorüber. Dennoch kommen gerade jetzt die familiären Strukturen, die Regionalität und der Zusammenhalt unter den Bäckern der Existenz der Betriebe und der Versorgung zu Gute.

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