Anzeige

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.ostbayern-kurier.de/

Stadttauben Bildunterschrift: Auch wenn sie ungesund und nicht artgerecht sind – Essensreste finden die Tauben jetzt kaum noch. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

Stadttauben von Hungertod bedroht

2 Minuten Lesezeit (370 Worte)
Das Coronavirus sorgt derzeit für menschenleere Innenstädte und bedroht damit auch das Leben der Stadttauben. Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet, dass tausende Tiere elend verhungern werden, da durch die Schließung von Restaurants, Cafés und Imbissbuden weniger Essensreste anfallen, die den Tauben als Nahrungsgrundlage dienen. Mit dem Appell, die Versorgung der Stadttauben sicherzustellen, richtet sich der Verband daher an die Städte – insbesondere an jene, die bislang noch kein wirksames Taubenmanagement etabliert haben.

„Da Tauben sehr standorttreu sind, werden sie die Innenstädte nicht verlassen und verhungern, wenn ihnen nicht bald Nahrung zur Verfügung gestellt wird. Da gerade Brutsaison ist, werden auch viele Jungtiere in den Nestern sterben, wenn ihre Eltern sie nicht mehr füttern können", warnt Leonie Weltgen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „Uns ist klar, dass die große Zahl an Stadttauben vielerorts ein Problem ist. Dass die Tiere nun qualvoll verenden, dürfen die Städte aber nicht zulassen. Die Vorfahren der Stadttauben wurden einst vom Menschen gezüchtet – wir tragen also eine besondere Verantwortung für diese Tiere."

Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Städte in der aktuellen Situation dazu auf, ausreichend kontrollierte Fütterungsstellen einzurichten, an denen den Tauben artgerechtes Futter, wie Mais, Körner oder Sämereien zur Verfügung gestellt wird. Für die Versorgung der Tiere könnte die Stadt Einzelpersonen beauftragen - Mitarbeiter*innen des Ordnungsamts, Tierschützer*innen oder andere freiwillige Helfer*innen. Allgemeine Fütterungsverbote, wie sie in vielen Städten gelten, sind ohne ein alternatives Futterangebot aus Tierschutzsicht generell tierschutzwidrig. In der aktuellen Notsituation wäre zu empfehlen, Verstöße gegen Fütterungsverbote ausnahmsweise nicht zu verfolgen, sofern artgemäßes Futter verwendet wird. „Die Tiere vor dem drohenden Hungertod zu bewahren muss jetzt oberstes Gebot sein", so Weltgen.



Anzeige

Fehlendes Management wird Tauben zum Verhängnis

Weil die Nahrung der Stadttauben auch unter normalen Bedingungen rar und nicht artgerecht ist, drängt der Deutsche Tierschutzbund im Rahmen seiner Kampagne #RespektTaube auf ein wirksames Taubenmanagement. „Im Idealfall erhalten die Tiere in dafür errichteten Taubenschlägen Nahrung und Wasser, außerdem werden ihnen Nistplätze zur Verfügung gestellt. Gelegte Eier können hier durch Gips-Attrappen ausgetauscht und die Zahl der Tauben so tierschutzgerecht reduziert werden", erklärt Weltgen. „In Zeiten von Corona muss den Tauben jetzt zumindest Nahrung zur Verfügung gestellt werden, damit ihnen die Untätigkeit der meisten Städte in den letzten Jahren nicht zum Verhängnis wird."

Anzeige

Updates abonnieren Abo beenden Drucken

Ähnliche Beiträge

Region Schwandorf

27. Mai 2020

Ab 2. Juni sind Straßen bei Nabburg und Oberviechtach gesperrt.

27. Mai 2020
Ende Mai konnte die Gastronomie schrittweise und unter Auflagen wieder öffnen. Am 30. Mai, und damit zum Start in die bayerischen Pfingstferien, sind touristische Übernachtungen im Freistaat wieder möglich. Sind diese Lockerungen der große Startschus...
27. Mai 2020
Wandern im Oberpfälzer Wald ist Balsam für die Seele, vor allem in diesen Zeiten. Aber geht das Wandern ohne Navigation via Smartphone überhaupt noch? Das Wanderwegekonzept des Tourismuszentrums Oberpfälzer Wald im Landkreis Schwandorf und des Naturp...
27. Mai 2020
Kreis Schwandorf. Urlaub daheim könnte die Devise für die Sommermonate 2020 werden, wenn das Coronavirus Reisen in andere Länder erschwert oder unmöglich macht. Die Verantwortlichen des Zweckverbandes Oberpfälzer Seenland trafen sich deshalb mit...
27. Mai 2020
Schwandorf. Roter Teppich, festlich geschmückte Halle, beste Tanzmusik und Gäste in Abendgarderobe – so kennt man den Schwandorfer Stadtball seit Jahren. Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie musste die Stadt Schwandorf ihre Tanzveranstaltung...
27. Mai 2020
Schwandorf. Am Dienstag kurz vor der Mittagszeit befuhr ein 70-Jähriger aus Nürnberg mit einem Iveco Kleintransporter den Marktplatz in Schwandorf. Vermutlich aus Unachtsamkeit verwechselte der 70-Jährige für kurze Zeit das Gaspedal mit dem Bremspeda...
Anzeige

Amberg, Sulzbach-Rosenberg

26. Mai 2020
Hohenburg. Bereits von weithin ist der Feuerschein am Montagabend, 22 Uhr, zu sehen. Am Marktplatz in Hohenburg im Landkreis Amberg-Sulzberg soll ein Dachstuhl brennen. Als die ersten Einsatzkräfte im Ortskern ankommen, schlagen die Flammen aber nich...
26. Mai 2020
Amberg-Sulzbach. Für ihren Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus bedankten sich Landrat Richard Reisinger und Versorgungsarzt Dr. Michael Scherer bei den Heimärzten und Medizinern der Schwerpunktpraxen im Landkreis Amberg-Sulzbach. „Dank Ihrer Mithi...
22. Mai 2020
Illschwang. Am frühen Mittwochabend (20.05.2020) gegen 17.30 Uhr erlebten die beiden Insassen eines Pkw Renault Scenic eine unerwartete Überraschung, als sie mit ihrem Wagen auf dem Autobahnzubringer (Staatsstraße 2164) in Richtung Sulzbach-Rosenberg...
22. Mai 2020
Amberg. Unter dem Motto „Amberg näht" hatte die Stadt Amberg Stoffe und Nähutensilien zur Verfügung gestellt und über die Freiwilligenagentur Ehrenamtliche dazu aufgerufen, Nasen-Mund-Bedeckungen zu nähen. Ziel war es, in den Zeiten, in denen Masken ...
17. Mai 2020
Kreis Schwandorf / Kreis Amberg-Sulzbach. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist seit der letzten Nachricht vom Freitag im Kreis Schwandorf  21 auf 480 angestiegen, die Zahl der Corona-Todesfälle um eins auf 16. Verstorben ist eine 83-j...
15. Mai 2020
Amberg/Sulzbach-Rosenberg. Auf der Bundesstraße 85 zwischen Amberg und Sulzbach-Rosenberg trug sich am frühen Donnerstagabend (14.05.2020) ein Verkehrsgeschehen zu, das möglicherweise strafrechtliche Folgen nach sich zieht....

Für Sie ausgewählt