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47C6A732-FCAE-4A04-A056-2B69FB123083 Bereits am 19. März entstand diese Aufnahme. Foto: Caroline Kappes

Eine der modernsten Intensivstationen Deutschlands im Krankenhaus St. Barbara

5 Minuten Lesezeit (1011 Worte)
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​Schwandorf. Als man in den Nachrichten von den ersten Corona-Infizierten in China hörte, war das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung noch ganz weit weg. Als das neuartige Virus Italien in Beschlag nahm, wurde die Sorgenfalte auf der Stirn erst bei Virologen und anderen Medizinern, dann auch in der Bevölkerung zunehmend steiler. Spätestens Mitte März wurde mit jedem Tag klarer, dass die Pandemie auch in der Heimat angekommen ist. Als sich der Corona-Krisenstab des Krankenhauses St. Barbara Schwandorf am 2. März erstmals im Büro des Geschäftsführers traf, waren Schulschließungen, Besuchsverbote in Kliniken und Ausgangsbeschränkungen noch ungeahnte Themen.

Dennoch haben sich Geschäftsführer Dr. Martin Baumann, der Ärztliche Direktor Dr. Detlef Schoenen sowie leitende Mitarbeiter schon damals mit dem „Was wäre wenn?" beschäftigt. Dieses vorausschauende Handeln, erklärt Dr. Baumann, habe dem medizinischen Zentralversorger für die Stadt und den Landkreis, im Pandemiefall einen wertvollen Zeitvorsprung verschafft."

Ab diesem Tag haben sich unter anderem der Ärztliche Direktor Dr. Detlef Schoenen, der Ärztliche Leiter der Zentralen Notaufnahme, Dr. Jochen Spieß, der stellvertretende Geschäftsführer Michael Enzmann, Pflegedirektor Frank Hederer sowie die Leitende Hygienefachkraft Rainer Müller bei den täglichen Treffen intensiv mit den Planungen für den Ernstfall beschäftigt. Dass die Pandemie auch Schwandorf erreichen wird, war für die Mitglieder des Krisenstabs klar. Die Fragen drehten sich nur darum, wie viel Zeit noch bleibt, bis der erste Corona-Patient im Krankenhaus behandelt wird.

Patientenströme lenken

Nach der Ist-Aufnahme der vorhandenen Ressourcen ging es im nächsten Schritt um wichtige Maßnahmen, durch welche die Kapazitäten im Bedarfsfall gesteigert werden können. Aber auch darum, wie die Patientenströme im Haus künftig gelenkt werden sollen. Denn auch in Zeiten von Corona muss ein Krankenhaus weiterhin Unfallopfer, Herzkranke oder Schlaganfallpatienten medizinisch hochkompetent versorgen können. Deshalb galt ein wichtiger Ansatz dem Gedanken, wie man infektiöse von nicht-infektiösen Kranken trennen kann.



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Zusammen mit dem THW Schwandorf entstand schnell der Plan, vor der Zentralen Notaufnahme eine abgeschlossene Halle zu errichten. Gedacht, gesagt, getan: Am 21. und 22. März haben Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks eine rund 100 Quadratmeter große Halle in Trockenbauweise hochgezogen, die mit Licht, Heizung und abgetrennten Untersuchungsboxen ausgestattet wurde. In dieser Covid19-Screeningeinheit werden seitdem alle Ankommenden nach einer Ersteinschätzung (Triage) in zwei Gruppen unterteilt: nicht-infektiöse und potentiell infektiöse Patienten.

Nichtinfektiöse Notfälle werden in den dafür vorgesehenen Bereich der bestehenden Notaufnahme weitergeleitet und dort wie gewohnt gut versorgt. Potentiell infektiöse und/oder Covid-19-verdächtige Patienten werden mittels gesonderter Wegführung in eine neu geschaffene „Infektiöse Notaufnahme" geleitet, die in den angrenzenden Räumen der erst im Februar außer Betrieb genommenen ehemaligen Intensivstation untergebracht ist. Hier werden Patienten durch ein separates Team erstversorgt und anschließend auf eine der Covid-19-Infektionsstationen oder die Intensivstation verlegt.

Aktuell gibt es im Krankenhaus St. Barbara zwei komplette Isolierstationen für nicht intensivpflichtige Covid-19-Patienten. Weitere Stationen sind laut Dr. Martin Baumann sukzessive als vollständige Isolierbereiche verfügbar. Möglich macht dies die zeitliche Verschiebung aller elektiven (planbaren) Operationen und Sprechstunden sowie die interne Unterstützung durch intensiv geschulte Ärzte und Pflegefachkräfte aus anderen Fachbereichen.


Das Krankenhaus St. Barbara Schwandorf verfügt dank dem erst kürzlich bezogenen Neu- und Erweiterungsbau über eine der modernsten und großzügigsten Intensivstationen Deutschlands mit 22 Plätzen. (Foto – honorarfrei: Marion Hausmann)

Intensivstation mit 22 Plätzen

Besonders stolz ist der Geschäftsführer des Krankenhauses St. Barbara auf die erst Ende Februar bezogene Intensivstation mit Intermediate Care-Einheit: „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir rechtzeitig vor Beginn der Corona-Krise den Umzug in den Neu- und Erweiterungsbau geschafft haben. Damit steht uns im Landkreis Schwandorf eine der modernsten und großzügigsten Intensivstationen Deutschlands zur Verfügung."

Auf der neuen Intensivstation befinden sich 22 Bett- und Beatmungsplätze. 14 Intensivzimmer sind Einzelkabinen, fünf davon wurden als Schleusenzimmer konzipiert. In einem angrenzenden, ebenfalls neuen und vollständig eingerichteten Multifunktionsraum besteht die Möglichkeit, die vorhandenen Kapazitäten um vier zusätzliche Betten als Intermediate-Care (IMC)/ Intensivstation zu erweitern.

Mittlerweile ist der Krisenstab nicht nur in den Festsaal umgezogen, sondern wurde auch um Dr. Regina Birk (Chefärztin Anästhesie und Intensivmedizin), Silke Hubitschka (Leitung Zentrales Patientenmanagement), Krankenhausseelsorger Pater Thomas, die Pressereferentinnen Caroline Kappes und Marion Hausmann sowie und Personalleiter Axel Buchheit erweitert. Pläne für zwei weitere Ausbaustufen in der Corona-Krise wurden in diesem Gremium verabschiedet.

Sofern dem zum Corona-Schwerpunkt-Krankenhaus ernannten Krankenhaus St. Barbara das notwendige qualifizierte Personal und entsprechende Beatmungstechnik unterstützend zur Verfügung gestellt werden, können die Ressourcen auf zunächst 333 Betten (davon 26 Beatmungsplätze) und im Bedarfsfall sogar auf insgesamt 386 Betten aufgestockt werden. Die entsprechenden Räumlichkeiten sowie die benötigte Infrastruktur sind auf den erst im Februar geräumten Stationen im Altbau vorhanden.

Bereits seit dem 18. März besteht ein generelles Besuchsverbot zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter, über dessen Einhaltung auch ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr wacht. Wer ins Haus darf, muss spätestens ab dem Haupteingang einen Mund-Nasen-Schutz anlegen.

Ausreichend Schutzausrüstung

Seit etwa zwei Wochen ist das gesamte Krankenhaus St. Barbara perfekt auf die Versorgung von schwer an Covid-19-erkrankten Patienten ausgerichtet. Es hat viele zusätzliche Kapazitäten geschaffen und die in diesen Zeiten so wichtigen Beatmungskapazitäten verdoppelt. Damit ist das größte Krankenhaus im Landkreis Schwandorf bestens gerüstet für die kommenden Tage und Wochen, wenngleich laut dem Geschäftsführer niemand abschätzen könne, wie viele Patienten künftig versorgt werden müssen.

Auch zum viel diskutierten Thema Schutzkleidung nimmt Geschäftsführer Dr. Martin Baumann Stellung: „Wir verfügen am Krankenhaus St. Barbara dank eingetroffener Lieferungen und Zuteilungen über eine ausreichende Menge an Schutzausrüstung. Unser Bedarf ist abgedeckt, und wir sind auch für eine zunehmende Anzahl schwer Erkrankter sehr gut aufgestellt."

Und dass der Ausnahmezustand bislang so gut läuft, dafür dankt er den Mitarbeitern, die alle an einem Strang ziehen und ungeachtet ihres eigentlichen Arbeitsplatzes überall dort unterstützen, wo ihre helfende Hand gerade benötigt wird. Das reiche von Ärzten und Pflegefachkräften über die Funktionsbereiche, Labor, Reinigungsdienst, Betriebstechnik und EDV bis hin zur Küche und den Verwaltungskräften.

Generell sei die Stimmung im Haus den Umständen entsprechend gut, berichtet Dr. Baumann. „Selbstverständlich machen wir uns alle Sorgen. Uns eint aber der Gedanke, dass wir gerade in schwierigen Zeiten für die Bevölkerung da sein müssen. Das ist unser Beruf und unser Auftrag." Und das derzeit so viel propagierte „Zusammenhalten" werde in der Dienstgemeinschaft des Krankenhauses St. Barbara tagtäglich und mit vielen guten Beispielen gelebt.

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