Donnerstag, 15.11.2018 - 18:55

SPD: Willy-Brandt-Medaille für Franz Sichler.

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Zu seinem 90. Geburtstag wurde Franz Sichler (links) eine besondere Ehre zuteil: SPD-Bezirkschef Franz Schindler überreichte ihm die Willy-Brandt-Medaille. Zu seinem 90. Geburtstag wurde Franz Sichler (links) eine besondere Ehre zuteil: SPD-Bezirkschef Franz Schindler überreichte ihm die Willy-Brandt-Medaille. Foto: Hartl

Franz Sichler ist ein wahres Schwandorfer Urgestein. Er prägte die Stadt mit seinem Engagement auf vielfältige Weise, unter anderem als langjähriger Kommunalpolitiker und Berufsschullehrer. Am Donnerstag feierte er seinen 90. Geburtstag.

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Bei einem Festakt im Coffeino würdigte SPD-Bezirkschef Franz Schindler ein bewegtes Leben mit einer Laudatio, gespickt mit allerlei historischen Fakten. Sichler stamme aus einer durch und durch sozialdemokratischen Familie, viele seiner Verwandten hatten politische Ämter inne, zum Beispiel als Stadt- und Kreisräte oder als Landtagsabgeordnete. Da war es nur folgerichtig, dass der Weg von Franz Sichler ebenfalls in die Politik führte: Von 1972 bis 1996 vertrat er die SPD im Schwandorfer Stadtrat, zeitweise auch als Fraktionschef, außerdem war er als Kreisrat engagiert.

Dabei beeindruckte er immer durch seine gute Vorbereitung, erinnerte sich Schindler. Sichler habe jedes Dokument akribisch studiert, jede Vorlage in- und auswendig gekannt. In der Stadt sei sein Name fast ein Synonym für die SPD, sagte Schindler. Denn: Über die Jahre hat er sie mit seinem Engagement geprägt, mit seinem Einsatz für die Menschen und seiner kümmernden Art. Auch beruflich war Sichler ähnlich engagiert: Als Lehrer wirkte er von 1957 bis 1992 an der Schwandorfer Berufsschule, darunter in den letzten Jahren vor seiner Pensionierung auch als Schulleiter.

„Um Stadt verdient gemacht“

„Er hat sich nicht nur um die Stadt und um das Gemeinwesen in der Stadt, sondern speziell auch um die Menschen in seiner Stadt höchst verdient gemacht“, lobte Schindler in seiner Laudatio. Völlig zu Recht sei er deshalb mit Orden- und Ehrenzeichen regelrecht überhäuft werden. Schließlich blieb Sichler aktiv und an seiner Stadt interessiert – selbst nach seiner Pensionierung: Immer wieder publizierte er wertvolle Artikel und Bücher über die Stadtgeschichte, teilte sein Wissen mit der breiten Öffentlichkeit, unterstütze die SPD mit seinem Erfahrungsschatz. Für dieses vielfältige, dem Gemeinwohl dienenden Engagement erhielt er 2017 sogar die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt.

Auch Schindler hatte noch eine Auszeichnung im Gepäck, die er anlässlich dieses besonderen Jubiläums überreichte: Die Willy-Brandt-Medaille, eine seltene Ehrung der SPD, die nur den verdientesten und langjährigsten Mitgliedern zuteil wird. Dem Jubilar war das fast zu viel der Ehre: „Bitte keinen Personenkult“, zitierte er bescheiden wie immer eine Äußerung, die der SPD-Politiker Carlo Schmid 1956 auf dem SPD-Parteitag fallen ließ. „Was wir damals gemacht haben, war die Ausübung des Mandates, wie wir es dem Bürger bei der Wahl versichert haben“, blickte Sichler auf seine politische Zeit zurück. „Und das ist das Entscheidende, was der Bürger respektiert und anerkennt.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 15.11.2018 - 19:26

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