200906_Vermisstensuche_Pielenhofen_04 Die Suchaktion lief in der Nacht an. Bild: vifogra.com

Pielenhofen. Gemütlich sitzt ein Angler im bei Pielenhofen im Landkreis Regensburg am späten Sonntagabend (06.09.2020) an der Naab, als er plötzlich eine Entdeckung macht. Ein Kanu treibt an dem Mann vorbei und an diesem hängt dem scheinbar eine hilflose Person. Sofort spricht der Angler die Person an, erhält aber keine Antwort, bis das Kanu aus dem Blickfeld verschwindet. Sofort alarmiert der besorgte Mann die Rettungskräfte und ein Großeinsatz läuft an.

Zahlreiche Einsatzkräfte fahren nach Pielenhofen, unter ihnen auch Wasserretter mit Booten. Während die Retter mit dem Boot die Naab absuchen, kreist der Polizeihubschrauber über dem Gebiet und sucht mit Scheinwerfer und Wärmebildkamera nach der vom Angler gesichteten Person und dem Kanu. Zusätzlich gehen Wasserretter in die Naab und durchkämmen diese mit einer Menschenkette, um den Vermissten zu finden. Doch die Suche bleibt nach vorliegenden Informationen größtenteils erfolglos, lediglich ein Kanu wird dabei aufgefunden.

Im Verlaufe der Ermittlungen stellt sich heraus, der Unbekannte hatte das gelbe Kanu mit dem Namen "Marion" bei einem nahegelegenen Sportbootverleih entwendet hatte. Jedoch muss er dabei schon Schwierigkeiten gehabt haben, denn beim Sportbootverleih sind Spuren zu sehen, wo der Unbekannte ins Wasser fiel. Was danach geschah, ist aktuell noch Gegenstand der Ermittlungen. Rettungskräfte setzten die Suche am Montagvormittag fort, aber ohne Erfolg. "Es ist momentan also nicht gesichert, ob hier tatsächlich ein Unfall vorliegt oder ob sich die Person selbstständig aus dem Fluss befreit hat und letztlich geflüchtet ist. Letztlich bittet die Wasserschutzpolizei Regensburg hier um Zeugenhinweise, wer kann Hinweise zur genannten Person geben", so Polizeipressesprecher Florian Beck.


Beck lobt in diesem Zusammenhang auch das Verhalten des Anglers: "Bei Wasserrettungseinsätzen ist es oftmals so, dass jede Sekunde zählt. Sobald es hier um Menschenleben geht wird einfach der größtmögliche Kräfteeinsatz, aller zur Verfügung stehenden Sicherheits- und Rettungsdienste aufgerufen, um hier einer Person, die möglicherweise in Not ist, zu helfen. Der Angler hat im Prinzip alles richtig gemacht, er hat seine Feststellungen sofort dem Notruf mitgeteilt, wodurch dann diese große Rettungskette in Gang gesetzt werden konnte".