covid-19_Pete_Linforth-pixabay Symbolbild: © Pete Linforth, pixabay

Schwandorf. Das Landratsamt Schwandorf wartet mit folgenden Meldungen auf: Warum der Wert dreimal in der letzten Woche im Minus war:


In den sieben Tagen vom 23. bis zum 29. Juni traten im Landkreis Schwandorf vier Fälle auf, die sich auf drei Gemeinden wie folgt verteilen:

Neunburg vorm Wald      1

Nittenau                          1

Schwandorf                    2

In der Vorwoche waren es sieben Infektionen, die sich auf vier Gemeinden verteilt hatten.

In den offiziellen Tagesübersichten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) hatten wir dreimal in den letzten sieben Tagen einen negativen Wert, und zwar am Freitag minus 1, am Montag minus 2 und am gestrigen Dienstag minus 5. Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass auch die Werte in vielen anderen Landkreisen im Minus sind (siehe auch unsere Pressemitteilung vom 18. Juni). Gerne erläutern wir die Hintergründe für diese derzeit relativ vielen Korrekturen:

Die Gesundheitsämter nutzen die jetzt ruhigere Zeit, um die Fälle der letzten Monate nochmal statistisch zu prüfen und die Statistiken nachzuarbeiten. Es können immer wieder Fälle wegfallen oder nachgemeldet werden. Typische Gründe sind Doppelerfassungen oder Übermittlungsfehler. So kann durchaus dieselbe Person unter verschiedenen Namen gemeldet worden sein, etwa einmal unter Hans Schmid und einmal unter Johann Schmidt. Werden diese Datensätze dann zusammengeführt, weil das Geburtsdatum und die Wohnanschrift identisch sind, fällt eine Fallzahl weg. Ein weiterer typischer Fall ist das Einreichen von Befunden bei einem anderen Gesundheitsamt, etwa dort, wo nur ein Zweitwohnsitz besteht. Dann wird der Fall bei dem für den Zweitwohnsitz zuständigen Gesundheitsamt gestrichen und bei dem für den Erstwohnsitz zuständigen Gesundheitsamt nachgetragen. Oder es gab eine Verwechslung beim Ortsnamen, der nur durch die Postleitzahl aufgeklärt werden kann. So gibt es etwa die Gemeinde Weiding sowohl im Landkreis Schwandorf als auch im Landkreis Cham – und übrigens auch als Ortsteil der Gemeinde Schwarzach bei Nabburg. Auch bei der Angabe des Wohnortes haben uns Falschangaben erreicht, wenn etwa irgendwo in der Meldekette Patient – Arzt – Testlabor – Gesundheitsamt ein Name falsch verstanden wurde oder wenn aus Brunn, für das wir als Ortsteil von Nittenau zuständig sind, die Gemeinde Brunn im Landkreis Regensburg geworden ist. Auch Verdachtsfälle werden bereinigt, wenn sich der Befund nicht bestätigt hat.

Entscheidend ist, dass solche Bereinigungen keinen Einfluss auf die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz haben. Denn in aller Regel reichen die jetzt erfolgenden Korrekturen bereits länger zurück, zum Teil bis ins Jahr 2020. Die Inzidenz wird sozusagen im Hintergrund richtig weitergezählt. Ist der Seite des LGL zu entnehmen, dass wir an einem bestimmten Tag „minus 1" hatten (beim RKI wird keine Tagesdifferenz ausgewiesen – man muss hier die absoluten Tageszahlen vergleichen), ergibt sich das „minus 1" aber dadurch, dass wir einen neuen Fall hatten und gleichzeitig zwei alte Fälle bereinigt wurden, dann geht der neue Fall in die Berechnung der aktuellen Inzidenz ein, während die beiden Streichungen keine Auswirkung auf die Inzidenz haben. Deshalb gilt, was wir bereits in vielen Pressemitteilungen betont haben und was auch in der Homepage des LGL wortwörtlich nachzulesen ist: „Daher kann die 7-Tage-Inzidenz nicht über die Aufsummierung der jeweils neu berichteten Fälle der vergangenen Tage berechnet werden".

Es geht also alles mit rechten Dingen zu und wichtiger als die absolute Fallzahl, die gestern im Landkreis Schwandorf bei 8.368 lag, ist die aktuelle 7-Tage-Inzidenz, die täglich aktualisiert auf der Titelseite unserer Landkreishomepage abzurufen ist.

Über vierzig Prozent sind zweifach geimpft

Auch in den letzten sieben Tagen wurde mehr als 10.000 Mal geimpft

Die Impfzahlen im Landkreis sahen am Abend des 29. Juni so aus:

Impfzentrum Nabburg mit Außenstelle Maxhütte-Haidhof und mobilen Impfteams

75.840 Impfungen, davon 40.440 Erstimpfungen und 35.400 Zweitimpfungen.

Davon in den letzten sieben Tagen:

3.840 Impfungen, davon 440 Erstimpfungen und 3.400 Zweitimpfungen.

Hausärzte im Landkreis Schwandorf

59.791 Impfungen, davon 35.980 Erstimpfungen und 23.811 Zweitimpfungen.

Davon in den letzten sieben Tagen:

6.199 Impfungen, davon 2.422 Erstimpfungen und 3.777 Zweitimpfungen.

Teilsumme aus Impfzentrum und Hausärzte

135.631 Impfungen, davon 76.420 Erstimpfungen und 59.211 Zweitimpfungen.

Davon in den letzten sieben Tagen:

10.039 Impfungen, davon 2.862 Erstimpfungen und 7.177 Zweitimpfungen.

Betriebsärzte

Zu den Impfungen durch die Betriebsärzte liegen uns keine vollständigen Zahlen vor. Sofern der Betriebsarzt auch Kassenarzt ist, kann er über die Schnittstelle der Kassenärztlichen Vereinigung melden und damit sind diese Impfungen in den Hausärztezahlen enthalten. Eine getrennte Ausweisung gibt es nicht. Betriebsärzte, die nicht zugleich Kassenärzte sind, melden ihre Impfungen über ein weiteres Meldeportal, zu dem uns keine Informationen vorliegen. Betriebsärzte ohne Kassenzulassung sind somit in den nachfolgenden Impfquoten nicht enthalten.

Impfquote des Impfzentrums und der Hausärzte

76.420 Erstimpfungen = 51,6 Prozent

59.211 Zweitimpfungen = 40,0 Prozent

Die tatsächlichen Impfquoten sind höher, da Impfungen von Betriebsärzten ohne Kassenzulassung in dieser Übersicht nicht erfasst sind.

Außerdem weisen wir erneut darauf hin, dass Impfquoten nur aussagen, wieviel Prozent der Bevölkerung bereits geimpft sind. Gleichwohl bedeutet eine Zweitimpfquote von 40 Prozent aber, dass deutlich mehr als die Hälfte all derer, die vom Alter her geimpft werden können und die ein Impfangebot auch annehmen, bereits zweimal geimpft sind. Bezugsgröße für die Impfquote ist nämlich die absolute Einwohnerzahl. In dieser Zahl sind aber auch Kinder und Jugendliche enthalten. Eine Quote von 100 Prozent kann deshalb schon rein statistisch nicht erreicht werden und natürlich auch deshalb nicht, weil sich nicht alle impfberechtigten Personen auch tatsächlich impfen lassen. Eine Quote von 40 Prozent sollte deshalb gedanklich nicht als „40 von 100" gesehen werden, sondern schon eher als „40 von 70". Über die Hälfte derer, die geimpft werden können und wollen, sind jedenfalls schon zweimal geimpft.