Anzeige
LW Im Gespräch auf dem Podium

Landwirtschaftsministerin im Gespräch mit besorgten Oberpfälzer Landwirten

2 Minuten Lesezeit (315 Worte)
Empfohlen 

Es gab vor dem Restaurant Miesberg in Schwarzenfeld kaum einen Parkplatz, weil sich rund 450 Oberpfälzer Landwirte im Saal eingefunden hatten. Die bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Michaela Kaniber stellte sich in einer Regionalkonferenz den Fragen der Bauern in Bezug auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen" und dessen Konsequenzen. Hauptthema war – nicht gänzlich überraschend – die gefühlte mangelnde Wertschätzung der Arbeit der Landwirte als Erzeuger von Lebensmitteln.

Kritisiert wurde zudem häufig, dass Menschen, die in großen Städten wohnten, von der Arbeit und dem Leben im ländlichen Raum wenig Kenntnis besäßen. In diesem Punkt räumte Kaniber ein: „Ich hätte nicht ihnen in der Oberpfalz erzählen müssen, wie toll Sie arbeiten, sondern ich hätte das in den Städten sagen sollen."
Ein weiterer Streitpunkt seitens der Bauernschaft war, dass die bayerische Staatsregierung den Gesetzentwurf des Volksbegehrens eins zu eins übernommen hat. Hier klärte Kaniber jedoch eindeutig, dass es nur auf diesem Wege juristisch überhaupt möglich sei, Zusatzgesetze zu beschließen, die die strittigen Passagen aus dem Gesetz des Volksbegehrens entschärfen können. Namentlich ging es hierbei um die Mahd- und Walzzeiten. „Das wissen Sie vor Ort viel besser, als es ein Gesetz regeln könnte", sagte Kaniber und verwies mehrfach darauf, dass die bestimmten Zeitpunkte – Walzen bis spätestens 15. März und keine Grünlandmahd vor dem 15. Juni – nicht flächendeckend einheitlich eingehalten werden könnten. Anträge auf Ausnahmegenehmigungen sollten ebenfalls nicht zu einem immensen bürokratischen Mehraufwand für die Landwirte heranwachsen, wenngleich der zuständige Ministerialrat Ludwig Wanner auf dem Podium zu bedenken gab, dass es bei neuen Gesetzen eben immer einen gewissen Mehraufwand für den Betroffenen gebe. Insgesamt warb Kaniber für Besonnenheit und dafür, die Emotionen im Zaum zu halten. „Hauruck-Aktionen wie das Abholzen von Streuobst bringen niemandem etwas", beschwichtigte sie die Landwirte.
Die Reaktionen auf den Ministerinnenbesuch waren durchaus gemischt, wenngleich bei aller Kritik in Einzelgesprächen auch immer ein optimistischer Ausblick auf die Zukunft am Schluss stand.


Anzeige
Anzeige

Updates abonnieren Abo beenden Drucken

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.ostbayern-kurier.de/

Region Schwandorf

24. September 2021
Schwandorf. Das Landratsamt Schwandorf meldet: Am Mittwoch,22. September, blieb es bei den am Nachmittag vermeldeten 13 Infektionen, am Donnerstag, 23. September, waren es 22 und am heutigen Freitag (Stand 17.30 Uhr) bislang drei. Die Gesamtzahl stei...
24. September 2021
Burglengenfeld. Erlebnisführung mit Schauspiel und Musik, Zeitreise in das 16. Jahrhundert: Gerhard Schneeberger führt zusammen mit den Nachtwächter Alexander Spitzer und weiteren Schauspielern am Samstag, den 3. Oktober, ab 18 Uhr durch die malerisc...
24. September 2021
Schmidmühlen. Es gibt viele freiwillige Helferinnen und Helfer, ohne die der Amateurfußball nicht das wäre, was er heute ist. Sie waschen Trikots, putzen Kabinen, fetten Fußballbälle ein und mähen den grünen Rasen des Spielfelds. Diese Ehrenamtlichen...
23. September 2021

Nittenau. 14 Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Nittenau sorgen ab sofort für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

23. September 2021
Wackersdorf/Cham. Bei der anstehenden Bundestagswahl sind die Freien Wähler erstmals mit einer Liste vertreten. Deren Chef, Hubert Aiwanger, gesetzt auf Listenplatz 1, will nach Berlin, wo er nur ein ideenloses Weiter-so sieht. Aiwangers Credo an die...
23. September 2021
Burglengenfeld. Die allmähliche Lockerung der Corona-Regeln lässt es zu, dass die erst 2019 neu gegründete Johann Michael Fischer-Gesellschaft e.V. mit ersten Aktivitäten auf den in Burglengenfeld geborenen größten Baumeister des süddeutschen Barock ...
Anzeige

Amberg, Sulzbach-Rosenberg

23. September 2021
Ursensollen, Hirschau: In den Bereichen Hirschau und Ursensollen kam es am Mittwoch und Donnerstag zu mehreren Kollisionen mit Rehwild. ...
22. September 2021
Amberg-Sulzbach. „Diese Aktionen sind der echte Renner!", freute sich Landrat Richard Reisinger über ein weiteres Glied in der langen Kette der nachhaltigen Projekte: In Poppenricht ging ein gemeinsames Vorhaben von Gemeinde und Landschaftspflegeverb...
21. September 2021
Amberg-Sulzbach. Am Montag, den 27. September, beginnen umfangreiche Bauarbeiten für den Ausbau der Kreisstraße AS 30 zwischen Immenstetten und der Abzweigung zum Industriegebiet Amberg‑Nord. ...
09. November 2020
Amberg-Sulzbach. Es war der 11. November 2000. Beim Seilbahnunglück von Kaprun sterben 155 Menschen, darunter 20 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, überwiegend aus Vilseck und Hahnbach, aber auch aus Sulzbach-Rosenberg und Rieden. Erstickt oder verb...
24. Oktober 2020
Amberg-Sulzbach. Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat die 7-Tage-Inzidenz von 35 überschritten. Somit tritt § 24 der 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (7. BayIfSMV) ab Sonntag, 25. Oktober 2020, 0 Uhr, in Kraft. Es wird eine M...
23. Oktober 2020
Sulzbach-Rosenberg. Im Rahmen eines kleinen Festaktes bei der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenbach führte in dieser Woche Polizeivizepräsident Thomas Schöniger den zukünftigen stellvertretenden Leiter der Dienststelle, Polizeihauptkommissar Alexander...

Für Sie ausgewählt