Lappersdorf: Auf Flüchtlinge gut vorbereitet

Jeden Tag sieht man es auf allen Fernsehkanälen – immer mehr Flüchtlinge aus den arabischen Ländern, Afghanistan oder dem Kosovo sind auf dem Weg nach Deutschland. Um diese Leute unterzubringen, müssen alle Landkreise im Zuge des Notfallplans Asyl Erstaufnahmeeinrichtungen bereit stellen, wo bis zu 200 Flüchtlinge untergebracht werden können. Nachdem im August Zeitlarn und anschließend Tegernheim Mehrzweckhallen zur Verfügung stellten, hat sich nun Lappersdorf bereit erklärt, die Gemeindehalle zur Verfügung zu stellen. Ab Mittwoch, 30. September, bis längstens 15. November ist die Gemeindehalle daher gesperrt.

Nicht betroffen sind die Sportanlagen mit den Fußballplätzen und die benachbarte Turnhalle. Ob der in der Halle untergebrachte Kinderhort bleiben kann oder doch ausgelagert werden muss, soll in den nächsten Tagen entschieden werden. Für Bürgermeister Christian Hauner ist eine räumliche Trennung denkbar, für eine Auslagerung sei man aber vorbereitet.

Sichtlich stolz war Hauner, dass die Schulleiter der Grund- und Mittelschule sowie vom Gymnasium sofort ihre uneingeschränkte Hilfe angeboten hätten und versuchen, mögliche Ausfälle von Sportstunden zu kompensieren.

Anders als seine Amtskollegen möchte Christian Hauner die Bevölkerung über die Maßnahmen der Unterbringung informieren und im Gemeindeblatt auf dem Laufenden halten. Daher hatte er die Bewohner eingeladen, um diese zu informieren und mit ihnen zu diskutieren. Rund 300 Bürger waren der Einladung gefolgt und hatten auch gleich viele Fragen mitgebracht.

Für die Gemeindeverwaltung übernimmt Stefan Landgraf als Ansprechpartner die Koordination. Von der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt war Dr. Thomas Thaller mit anwesend. Dieser musste sich auch gleich anhören, dass er keinen Plan habe, was der ständige Umzug der Flüchtlinge alle sechs Wochen von Halle zu Halle zeige. Thaller erwiderte, dass es sehr schwierig sei, eine feste Einrichtung zu finden, wobei man zuversichtlich sei, dieses Problem bald zu lösen.

Die Hilfsbereitschaft der anwesenden Bürger war deutlich zu spüren, es herrschte eine positive Stimmung. Gustav Fliegenbauer fragte, wo man Kleiderspenden abgeben könne. Hauner sagte, dass man eher abwarten solle, was wirklich gebraucht werde und sich auf der Homepage informieren solle. In Tegernheim sei inzwischen die ganze Tribüne der Halle voller Kleidung, die man noch nicht gebraucht habe.

Die Flüchtlingsunterkunft in einer Turnhalle.

 

Neben dem Brandschutz gebe es oftmals das Problem, dass die gespendete Kleidung für die eher schmächtigen Flüchtlinge zu groß sei. Kuscheltiere würden von den Flüchtlingskindern auch nicht so angenommen. Aus den Erfahrungen in Zeitlarn und Tegernheim soll eine Liste erstellt werden, was vorrangig alles benötigt wird.

Peter Schmid warnte davor, dass die Gemeindehalle sehr in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. In Kelheim hätte es Lagerfeuer in der Halle gegeben und die sanitären Einrichtungen wären sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Seine Forderung: Die Politik müsse sagen, wer das alles bezahlen soll. Während Thaller das nicht bestätigen konnte, wies Hauner darauf hin, dass auf die Gemeinde keinerlei Kosten zukämen.

Für viele Menschen wäre ein geregelter Deutschunterricht vorrangig. Thaller erwiderte, dass dieses eher schwierig sei, da man nicht wisse, wie lange die Flüchtlinge in der Notunterkunft blieben. Saad Almahmoud wies darauf hin, dass man damit rechnen müsse, dass hinter jedem Flüchtling, der hier ankomme, fünf weitere Familienangehörige stünden, die irgendwann folgen würden.

Auf die Frage, wie man feststelle, ob es sich auch wirklich um Kriegsflüchtlinge handle, wenn diese angäben, sie hätten alles verloren und keine Papiere mehr, räumte Thaller ein, dass dieses schwierig sei. Die angegebenen Daten würden aufgenommen und ein Passbild zur Registrierung angefertigt. Bei Jugendlichen werde das Alter über die medizinische Untersuchung mit geprüft. Weitere Überprüfungen seien äußerst schwierig.

Im nächsten Gemeindeblatt Ende September soll eine Sonderbeilage die Bürger weiter informieren.