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Mehrgeschossiger Wohnungsbau war Thema des Holzbautags

Mehrgeschossiger Wohnungsbau war Thema des Holzbautags

4 Minuten Lesezeit (700 Worte)

Hemau. Der kürzlich stattgefundene Holzbautag widmete sich der Bedeutung des Holzbaus vor allem im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Unter dem Motto „Aus der Praxis. Für die Praxis“ konnte die Hemauer Wohnanlage für Senioren „An den Herbstwiesen“besichtigt werden. Der Architekt und Holzbauexperte Florian Lichtblau vertiefte das Thema in seinem Vortrag anhand mehrerer Beispiele aus der Landeshauptstadt München.Unter den Gästen war auch Landrätin Tanja Schweigerund Johannes Maag vom Holzforum Regensburger Land.

Der Neubau der Seniorenwohnanlage „An den Herbstwiesen“ ist nach dem Umbau eines früheren Druckereigebäudes der zweite Bauabschnitt der Wohnanlage, und bis auf eine sind alle Wohnungen  bereits belegt. So warfen zahlreiche Gäste einen Blick in diese noch leeren Räume, wobei Eigentümer Herbert Mirbeth und Thomas Semmler von der federführend den Bau ausführenden Firma Holzbau Semmler Rede und Antwort standen. Die Anlage ist in moderner Holzrahmenbauweise errichtet, vorwiegend örtliche und regionale Firmen haben das Bauprojekt 2016 und 2017 realisiert.

Landrätin Tanja Schweiger dankte ihrem Amtsvorgänger Mirbeth dafür, dass er seinerzeit die Regionaltage und das Holzforum initiiert hat sowie für seine jetzige Aktivität als Investor.„Das Thema Wohnungsbau beschäftigt uns intensiv, denn aufgrund der positiven Bevölkerungsentwicklung im Landkreis benötigen wir künftig mehr Wohnraum, auch sozial geförderten. Sozialer Wohnungsbau durch private Investoren ist aber bisher eher die Ausnahme. Daher ein Dankeschön an Sie und alle anderen  Bauherren, dass Sie sich hier engagieren“. Außerdem würdigte die Landrätin das Regensburger Land als „großen Holzlandkreis“ und betonte, dass die wertvolle Ressource Holz als nachhaltiger Baustoff im Landkreis immer beliebter werde- auch bei öffentlichen Gebäuden wie zum Beispiel beim Erweiterungsbau am Gymnasium in Lappersdorf oder beim geplanten neuen Kreisbauhof.

Bild: Blick von außen auf den Neubau der „Herbstwiesen“

Die Bedeutung des Holzes für die Stadt Hemau hob der zweite Bürgermeister Herbert Tischhöfer in seinem Grußwort hervor. Der Name „Tangrintel“ weise ja bereits darauf hin, „wir haben 34 Prozent Waldfläche in Hemau“, konkretisierte Tischhöfer. Er verwies auf den Posten des Stadtwaldbeauftragten und auf zahlreiche Firmen (Zimmerer, Schreiner, Holzhandel), die mit Holz zu tun haben.

Die vielen Vorteile des Holzbaus machte Johannes Maag, der Vorsitzende des Holzforums Regensburger Land, deutlich: hoher Vorfertigungsgrad, große Kapazitäten beim Transport, geringere Wandstärken, Holz als CO2-Speicher. „Der Holzbau ist seit vielen Jahren erfolgreich unterwegs, es sind viele Holzbaufirmen entstanden, die entsprechende Projekte stemmen können“, fasste Maag zusammen.

Die weltweite Bedeutung des Waldes beim Klimawechsel zeigte anschaulich der Architekt und Holzbauexperte Florian Lichtblau auf. „Eine kluge Waldwirtschaft ist global ein lebenserhaltendes Thema“, mahnte er an und setzte sich auch für eine dynamische CO2-Steuer ein. Ebenso sprach er sich für mehr Kooperation und Kommunikation und stärkere Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit am Bau aus – gegen die meist in Großstädten übliche Praxis von Totalabrissen. Anhand praktischer Beispiele vor allem aus München zeigte Lichtblau auf, was mit Holz möglich sei – auch im Geschosswohnungsbau. Basis dafür sei aber die langfristige Betrachtung, auch in finanzieller Hinsicht. Dies würde aber vielfach außer Acht gelassen. Es bedürfe auch „mutiger Politiker mit Lenkungswillen“, so der Architekt. Denn vor allem in Großstädten sei der Holzbau die Ausnahme. „Es ist nicht einfach, den eingeschlagenen Weg durchzustehen“, berichtete er von seinen eigenen Erfahrungen. Dabei biete der Holzbau eine große Flexibilität, und vor allem der Aspekt der CO2-Bindung sei gerade für Städte wichtig und ein Beitrag zum aktiven Klimaschutz. Als Perspektive für die Zukunft stellte er ein modulares Holz-Glas-System vor. Und eine Sache betonte er zum Abschluss: Die Finanzierung von Holzbauhäusern bzw. -wohnungen sei nur in einem Generationenvertrag sinnvoll. Ebenso ist für Lichtblau ein anderer Punkt bedeutend: „Nachhaltigkeit kann nur fruchtbar mit marktwirtschaftlichen Aspekten erreicht werden!“

Hintergrund:

Im Landkreis Regensburg sind etwa 50.000 Hektar bewaldet. Dies entspricht einem Anteil von 34 Prozent der Gesamtfläche. Um Arbeitsplätze, den Umsatz und das vorhandene Marktpotential der Forst- und Holzbranche auszuschöpfen, hat der Landkreis gemeinsam mit Branchenvertretern Veranstaltungen und Aktionstage wie den Holzbautag ins Leben gerufen.

Für weitere Infos steht die Abteilung für Regionalentwicklung und Wirtschaft im Landratsamt gerne zur Verfügung. Telefon: 0941 4009-436; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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