Bndchen--Paulus-Eiberle Absperrbänder finden sich im Wald verteilt und führen zu Umweltverschmutzungen. Bild: © Paulus Eiberle, Stadt Amberg

Merkwürdige Beobachtungen im Amberger Stadtwald

3 Minuten Lesezeit (518 Worte)
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Amberg. Der Wald bietet als naturnaher Lebensraum ruhige Erholung fernab dem hektischen Alltag. Hier begegnen sich Spaziergänger, Radfahrer, Sportler und Naturliebhaber. Gerade während der Corona-Pandemie nahmen viele Bürgerinnen und Bürger diese Möglichkeit wahr, im Wald bei frischer Luft durchzuatmen. Es gibt aber häufiger Personen, die ohne Rücksicht auf die Natur und ihre Mitmenschen durch den Wald toben. Und so geschehen derzeit seltsame Dinge im Amberger Stadtwald. Was ist alles passiert?


In der Mitte des Langanger Wegs, an der Kreuzung mit den Waldwegen zum Industriegebiet Nord und zum Mariahilfberg, war eine größere Menge Brennholz in zwei Meter langen Stücken gelagert. Nachdem der Käufer ein Drittel des Holzes abtransportiert hatte, verschwand der Rest übers Wochenende von selbst. Es handelt sich dabei um Diebstahl, was polizeilich angezeigt wurde. Entlang des Langanger Wegs werden immer wieder, im Stadt- als auch im Privatwald, Plastik-Absperrbänder festgebunden. Kleine Bandabschnitte sind an Bäumen, Totholz wie auch an Disteln oder anderen Pflanzen zu finden. Über die Gründe rätselt das städtische Forstamt. Durch die UV-Strahlung wird das Absperrband mit der Zeit spröde und verteilt sich im ganzen Wald. Dies führt zu einer enormen Verschmutzung der Umwelt, wenn es nicht entfernt wird.

Auch fanden Spaziergänger schon mal herumliegende Nahrungsmittel im Wald am Mariahilfberg. Die Bürger waren in Sorge, dass jemand vielleicht Giftköder auslegen würde. Es handelte sich um das Hinterlassen von zwei rohen Schweineknöchel, Schokolade, Käse, Trauben und eine Orange - alles um einen Baum gelegt. Das Forstamt rätselt, ob es sich hier um ein Ritual, Opfergabe oder Ähnliches gehandelt haben könnte.

Das Forstamt bewirtschaftet neben dem Forst auch federführend die Jagd über den Großteil des Stadtwaldes, Stadtwerkewaldes und Bürgerspitalstiftungswaldes. Immer wieder kommt es vor, dass jagdliche Einrichtungen, beispielsweise Hochsitze, teilweise oder ganz demoliert werden. Eine schwerwiegende Zerstörung in Fuchsstein wurde polizeilich angezeigt. Der Wald und die Jagd gehören fest zusammen. Durch eine Zerstörung oder Sabotage entstehen dem Forstamt nicht nur enormer Schaden, sondern kann auch eine sehr hohe Unfallgefahr mit sich bringen. Um es jedoch nicht soweit kommen zu lassen, bittet das Forstamt darum, nicht leichtsinnig mit der Gesundheit seiner Mitarbeiter und Jäger umzugehen, zumal die Beschädigung schnell in einem Straftatbestand enden kann.

Im Bereich der Naherholungsgebiete Fuchsstein, Mariahilfberg und Erzberg werden öfter Wege mit Totholz blockiert. Damit hindern die Übeltäterinnen und Übeltäter nicht nur den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr daran, ihrer Arbeit nachzugehen. Es wird auch nicht daran gedacht, dass diese Wege im Notfall als Rettungswege dienen und dem Krankenwagen durch das leichtsinnige Versperren kostbare Zeit verloren geht. Zudem bedeuten die Hindernisse für viele Sportler und Radfahrer ein hohes Unfallrisiko. Das städtische Forstamt appelliert an die Bürgerinnen und Bürger: „Wer mutwillig und sinnlos das Eigentum anderer zerstört und billigend in Kauf nimmt, dass Unbeteiligte zu Schaden kommen könnten, handelt rücksichtslos".

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Absperrbänder finden sich im Wald verteilt und führen zu Umweltverschmutzungen.              Bild: © Paulus Eiberle, Stadt Amberg
Nahrungsmittel im Wald: Müllentsorgung oder Opfergabe?            Bild: © Martin Seits, Stadt Amberg
Große Unfallgefahr durch Holzblockaden auf Wegen.                      Bild: © Paulus Eiberle, Stadt Amberg

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