Michl-Mller-mit-Skakespeare-Totenkopf Fotos von Peter Gattaut

Michl Müller begeisterte sein Publikum in Mitterteich

3 Minuten Lesezeit (529 Worte)

​Der fränkische Entertainer aus der Rhön und selbst ernannte „Dreggsagg" Michl Müller sorgte in der nahezu ausverkauften Mehrzweckhalle in Mitterteich mit seinem aktuellem Programm „Müller…nicht Shakespeare!" bei den zahlreichen Besuchern für tosenden Applaus und Standing Ovations.

Die begeisterten Zuschauer lachten Tränen und „Michl" fand auch mit „Charly aus Floss" schnell sein dauerhaft begleitendes Opfer im Publikum. Wer zu spät bekommt, den bestraft bekanntlich das Leben oder eben auch Michl Müller auf der Bühne. Hätte der sympathische Franke von Anfang an schon gewusst, dass der arg Verspätete, wie sich nach der Show bei unseren gemütlichen Plausch mit dem „Dreggsagg" und auch dem besagten Charly aus Floss herausstellte, mit seiner Frau zuerst fälschlicherweise in die Weidener Max-Reger Halle zum möglichen Müller-Auftritt gefahren ist, wäre die ganze Nummer bestimmt noch viel pikanter und skurriler ausgefallen.


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Müller verstand es von Anfang an, mit Witz und Charme sein Publikum in sein Programm einzubinden und auf seine Seite zu ziehen. Er nahm viele gesellschaftliche Themen und natürlich auch die aktuelle politische Lage aufs Korn, dabei blieb der Humor des fränkischen Kabarettisten immer gewohnt lebensnah und authentisch. Eierlikör hat mehr Prozente als die SPD und auch noch viel mehr Eier. Wenn Merkel redet, klingt das wie eine Mischung aus „PalimPalim und einer Galapakos-Schildkröte" oder die heiklen Themen Intimrasur, Sex im Alter, die eigene Beerdigung mit einer unbedingt frischen Unterhose und die jedem bekannte aussichtslose Auseinandersetzung mit der Telekom-Service Hotline.

Der aus Bad Kissingen stammende Komiker nimmt eben nie ein Blatt vor den Mund und scheut wirklich kein Thema. Er ist eben ganz Müller und gar nicht Shakespeare. Sein Kabarettprogramm ist unterhaltsam, mitreißend und einfach urkomisch. Bei seiner Reise durch den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit weiß er auch wieder musikalisch zu überzeugen. „Maschin kaputt" spiegelte einen „Scheiß-Tag" wider, den jeder von den Zuschauern in ähnlicher Form wohl schon mal erlebt haben dürfte. 

Mit seinem fränkischen Dialekt und seinem spitzbübischen Charme deckte er im Dialog mit einem Totenkopf (Shakespeare) auf, dass der berühmte Dichter niemals Angelsachse war, sondern ein Sachse der gerne angelte. Geschrieben hat William die Klassiker wie „Hamlet" oder "Romeo und Julia" auch nicht, sondern sein Bruder Heiko. Diese geschichtsverändernde Information gab der Totenkopf im breitesten sächsisch von sich. Natürlich durfte ein Bühnen-Ausflug nach Verona zum Balkon von Julia (wo auch ein gewisser Hassan mit seinem 3er BMW die alte Geschichte neu aufpolierte) und auch die neuesten Anekdoten von seinen Kumpels Holger und Frank nicht fehlen. 

Auf der Suche nach Glück, Liebe und Unsterblichkeit, das Müller zum Motto des Abends auserkoren hatte, war zweifelsohne die Imitation über Helenes Fischer Tanzstil, das lt. „Müller" stark an die Sicherheitserklärung einer Stewardess im Flugzeug erinnerte, ein absolutes Highlight. Sein Song „Einmal, zweimal, dreimal" passte dazu wie die berühmte Faust auf das Auge. 

Nach ohrenbetäubenden Applaus einer perfekten 2,5 Stunden Performance gab der Franke in der Zugabe mächtig Gas und präsentierte seine musikalischen Ohrwürmer wie „Weißt Du warum ich bei dir bleibe" (Ingwerreibe), „Heringsdösle", „Vollwärmeschutz der Liebe", Sex ist nicht alles aber schön" und natürlich zum Abschluss die Hommage für seine "Fleischereifachverkäuferin".

Unser Fan-Star Reporter Peter Gattaut (mit Michl Müller Fan Anton Ernstberger im Gepäck) hatten im Anschluss genügend Zeit, mit dem „Michl" einen längeren Small-Talk zu führen.  


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