Millionenprojekt: See und Mossendorf bekommen den Kanalanschluss

Millionenprojekt: See und Mossendorf bekommen den Kanalanschluss

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Mit See und Mossendorf werden die letzten beiden Ortschaften an das Kanalnetz und die zentrale Kläranlage in Burglengenfeld angeschlossen. Für Planer und Baufirma eine durchaus knifflige Aufgabe, denn auf dem Weg der Kanalrohre zur Kläranlage muss die Naab unterquert werden.

Den offiziellen Baubeginn in See markierte eine Baustellenbesichtigung mit Vertretern des Verwaltungsrates der Stadtwerke, Stadtwerke-Vorstand Friedrich Gluth und Bürgermeister Thomas Gesche, Ortssprecherin Yvonne Feuerer sowie Dipl.-Ing. (FH) Theo Preihsl und Dipl.-Ing. (FH) Fabian Biersack vom Ingenieur-Büro Preihsl + Schwan. 

Die Gesamtkosten für den Kanalbau in See und Mossendorf liegen bei rund einer Million Euro, sagte Gluth. Er bedankte sich beim Freistaat Bayern, der das Projekt mit rund 600.000 Euro Fördermitteln unterstützt. Der Eigenanteil der Stadtwerke beläuft sich auf etwa 300.000 Euro, die Beiträge der betroffenen Grundstückseigentümer sind mit rund 100.000 Euro zu veranschlagen. 

Die Bescheide über die Herstellungskostenbeiträge werden Mitte Januar an die Bürgerinnen und Bürger versandt. Hier dürfte es laut Gluth „keine großen Überraschungen“ geben. Denn das gesamte Projekt war in mehreren Anliegerversammlungen mit der Bevölkerung vorgestellt und besprochen worden, wie Bürgermeister Thomas Gesche betonte. Und die Geschoßflächen, die die Grundlage für die Bescheide bilden, wurden durch SWB-Mitarbeiter Stefan Graf und die Grundstückseigentümer gemeinsam und einvernehmlich ermittelt. Der Bürgermeister und der Stadtwerke-Vorstand hoben im bisherigen Verfahrensablauf die Unterstützung durch Ortssprecherin Yvonne Feuerer hervor. 

Gesche sagte, für die Bürgerinnen und Bürger bedeute der Anschluss an die Kläranlage mehr als eine geordnete Abwasserbeseitigung. Das Projekt stehe für aktiven Schutz von Grundwasser und Umwelt. Zudem reihe es sich ein in die vielen Anstrengungen von Stadt und Stadtwerken, in Kernstadt und Umlandgemeinden möglichst gleichwertige Lebensbedingungen zu schaffen. 

Im Zuge der Bauarbeiten, für die die Firma Haimerl aus Viechtach den Zuschlag bekam, werden rund 4,2 Kilometer Druckleitungen und etwa 1,2 Kilometer Ortskanäle vollkommen neu gebaut, ebenso Pumpstationen in See und Mossendorf mit jeweils zwei Pumpen. In See kommt noch ein Kompressor hinzu, der die Leitungen freibläst, so Diplom-Ingenieur (FH) Josef Hollweck, Leiter des Technik-Referats der Stadtwerke. 

In den Orten werden PP-Rohre DN 200 in druckwasserdichten Schächten verlegt, zum einen weil die künftigen Entwässerungsanlagen im Hochwasserbereich der Naab liegen, zum andern weil im Bereich der Abwasserrohre Grundwasser vorhanden ist. Dies erfordert spezielle Maßnahmen, zum Beispiel wasserdichte Kanaldeckel und Podeste von einem Meter Höhe für die oberirdischen Bauteile der Pumpstationen. Gluth sagte: „Natürlich ist dieses Vorgehen mit den zuständigen Fachbehörden abgesprochen.“ 

Das Kanalbauprojekt bringt für die Planer und Bauleiter vom Ingenieur-Büro Preihsl + Schwan einige besondere Herausforderungen wie die Unterdükerung der Naab: Zwei Meter unter dem Flussbett wird im Spülbohrverfahren ein Schutzrohr (DN 250) von der einen zur anderen Uferseite verlegt, darin verläuft das eigentliche Kanalrohr (DA 110 PE). 

Bereits abgebaut sind die Telefonmasten zwischen Mossendorf und See. Das Telefon-Kabel wird unterirdisch gemeinsam mit der Abwasserdruckleitung sowie Leerrohren für den Breitbandausbau verlegt. 

Stadtwerke-Vorstand Friedrich Gluth bat die Anwohner um Verständnis: „Solche Großbaustellen lassen sich leider nie ganz ohne Beeinträchtigungen abwickeln.“ Er zeigte sich sicher, dass wir „mit den Bürgerinnen und Bürgern hie ebenso gut zusammenarbeiten werden, wie bei der Eintragung von Grunddienstbarkeiten. „Dafür nochmals meinen herzlichen Dank“, sagte Gluth. Er kündigte zudem Beweissicherungsverfahren an für das Frühjahr – rechtzeitig bevor in den beiden Ortschaften die Kanäle verlegt werden. 

Hintergrund: Die Umlandgemeinden waren mit Ausgaben von mehr als sechs Millionen Euro für die Abwasserbeseitigung der Investitionsschwerpunkt der Stadtwerke in den vergangenen Jahren. Die einzelnen Projekte zum Anschluss an die Kläranlage im Industriegebiet Kallmünzer Straße:

Pottenstetten: rund 1,6 Millionen Euro.

Pilsheim, Niederhof und Höchensee: rund 2,7 Millionen Euro.

Reichertberg, Am Dürrstein, Kai, Straß und Untersdorf: rund 700.000 Euro.

Lanzenried, Armensee, Lamplhof und Hub: rund 1,3 Millionen Euro. 

In der Kernstadt haben die Stadtwerke ebenfalls kräftig in die Kanalisation investiert. So wurde unter anderem eine Lücke am Augustenhof geschlossen. Im Zuge von Straßensanierungen wurden Kanalleitungen ausgebessert oder erneuert. „Diese Vorgehensweise wollen wir auch in Zukunft beibehalten“, so Diplom-Ingenieur (FH) Josef Hollweck, Leiter des Technik-Referats der Stadtwerke.

 


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