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Misereor - grenzenlose Solidarität für (Menschen-)Rechte

Misereor - grenzenlose Solidarität für (Menschen-)Rechte

3 Minuten Lesezeit (558 Worte)

„Das Recht ströme wie Wasser“: In vielen Kirchen finden sich gegenwärtig Plakate mit diesen Worten, die vom Propheten Amos stammen. Dieses Leitwort prägt die diesjährige Misereor-Fastenaktion. Informationen dazu bot die Katholische Erwachsenenbildung Schwandorf (KEB) in Kooperation mit der Arbeitsstelle Weltkirche des Bistums Regensburg sowie des Pfarrgemeinderates der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr-Alten- und Neuenschwand.

Eva Bräuer, Bildungsreferentin der KEB Schwandorf, dankte Pfarrer Johann Trescher für die Einladung ins Pfarrheim sowie dem Pfarrgemeinderat für die Bewirtung. Es ist Dienstagabend. Bräuer konnte unter den Gästen auch Prof. Dr. Dr. Heribert Popp aus Rappenbügl, Dekanatsversammlungssprecher Schwandorf und Dekanatsratssprecher, begrüßen. Als Referent fungierte Dr. Thomas Rigl, Leiter der Arbeitsstelle Weltkirche im Bistum Regensburg.

Die Sorge um Recht, Gerechtigkeit und Menschenwürde steht im Fokus der Aktion des katholischen Entwicklungshilfswerk Misereor. Im Zentrum steht dabei Brasilien, genauer, das Amazonasgebiet im Nordosten Brasiliens und in der Millionenmetropole São Paulo. Im November, so Dr. Rigl, habe er an einer Reise nach Brasilien teilgenommen. Dies sei eine gute Vorbereitung auf die diesjährige Fastenaktion gewesen. Und so präsentierte er nun Bilder, die die prekäre Lage dieses Landes aufzeigten. „Misereor will uns aufrütteln, uns direkt ansprechen, unseren eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Was können wir tun und vielleicht mehr tun als wir gewohnt sind“, brachte Dr. Rigl das Anliegen auf den Punkt. Um eine Vorstellung von der Größe des Amazonas-Gebietes zu bieten, nannte er die Strecke von Berlin bis Bagdad.

Die Betonung der Fastenaktion liege auf „gemeinsam“. Den Rahmen bilde dazu ein gemeinsames Haus, mit den beiden Partnern, der Brasilianische Rat der christlichen Kirchen „CONIC“ und das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR, das den gemeinsamen Weg durch die Fastenzeit bilde. Die Fastenzeit sei die Gelegenheit, Bewusstsein zu schaffen für Nachhaltigkeit und Klimaziele und Forderungen an die Politik zu stellen. Neue Verhaltensweisen sollen eingeübt und durch Spenden Diejenigen unterstützt werden, deren Lebensrechte bedroht seien. Die Brücke bilde das gemeinsame Leitwort „Das Recht ströme wie Wasser“. Misereor und die beiden brasilianischen Partner CONIC und das Menschenrechtszentrum „Centro Gaspar Garcia“ in São Paulo kämpfen für das Recht auf Wohnen und auf Stadt und gegen einen Staudamm, das die Flußanrainer bedroht, sowie auf das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung. Die Triebfeder als drittes Element heißt „Barmherzigkeit“ – für das gemeinsame Haus. Gerade zur österlichen Bußzeit sollen die Menschen durch das von Papst Franziskus ausgerufene „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ besonders ermutigt werden.

Misereor sei nicht mit „Missio“ zu verwechseln, betonte Dr. Rigl. Misereor verstehe sich als Entwicklungshilfeorganisation der katholischen Kirche, die keine Ausbildung wie Missio betreibe. Doch gebe es eine enge Zusammenarbeit mit kirchlichen Hilfswerken und anderen auch nichtkirchlichen Fachinstitutionen. Im Mittelpunkt der Kampagne „Das Recht ströme wie Wasser“ stehe die Geschwisterlichkeit, gerade auch in Bezug auf das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung. Generationen von Menschen leben am Fluss, deren traditioneller Lebensraum und ihre Kultur seien durch den Bau von Staudämmen bedroht. Eine Unterschriftenaktion sowohl auf brasilianischer als auch auf deutscher Seite möchte den Bau des Staudamms am Fluss Tapajós verhindern.

Das Menschenrechtszentrum Centro Gaspar Garcia biete Beratung bei Wohnungsnot. Die Menschen werden ermutigt, für ihre Rechte einzustehen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die CPT, die kirchliche Landpastoral, will nicht Land, Saatgut und Maschinen verteilen, sondern die Menschen bei ihrem Kampf um ihr Land unterstützen, somit Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Hierzulande können die Menschen ein Zeichen der Solidarität setzen, einmal mit der Unterschriftenaktion gegen den Staudamm und mit Spenden, einer Investition in Recht und Gerechtigkeit.

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