Moderne Infrastruktur für Guggenberger See

Neutraubling. Ob Spaziergänger, Jogger, Schwimmer, Taucher, Surfer oder Segler, alle haben eins gemeinsam: Man vermisste in den letzten Jahren am Guggenberger See mehr öffentliche WCs oder gar fließendes Wasser bei den Liegeplätzen. Lediglich beim Cafe Seeblick oder dem Segelclub Ratisbona konnte man die sanitären Einrichtungen nutzen oder man musste auf Mobiltoiletten zurück greifen, durch die man dann die Bedürfnisse auch schon mal auf die lange Bank schob.

Der Guggenberger See ist ein grundwassergespeister Badesee ohne Zuflüsse mit hervorragender Wasserqualität, den täglich mehrere tausend Freizeitler besuchen und das am meisten genutzte Freizeitgewässer im Landkreis. Der Verein für Naherholung im Raum Regensburg e.V. mit seinen Mitgliedern aus Stadt und Landkreis Regensburg hat als Eigentümer des Geländes die Bedürfnisse dieser Badegäste erkannt und beschlossen, hier Abhilfe zu leisten.

Im letzten November wurde begonnen, Rohrleitungen für Wasser und Abwasser sowie Stromleitungen (REWAG) und Leerrohre für eine spätere Erschließung mit Glasfaserkabel für eine mögliche WLAN-Versorgung zu verlegen. Die Leitungen werden nicht direkt am See, sondern am Rande der um den See führenden Straßen verlegt. Bei einem Ortstermin auf der Baustelle informierten die turnusmäßige Vorsitzende des Naherholungsvereins Landrätin Tanja Schweiger, ihre Geschäftsführerin Elisabeth Sojer-Falter gemeinsam mit dem Neutraublinger Bürgermeister Heinz Kiechle über den aktuellen Stand der Arbeiten. 1,50 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten.

Die Leitungen am Süd- und am Westufer sind bereits verlegt. Seit Anfang März wurden die Arbeiten an der Ostseite aufgenommen. Rund vier Kilometer Wasserleitung oder Abwasserleitungen werden verlegt. Die Abwasserbeseitigung erfolgt durch ein Vakuumentwässerungsverfahrens und beinhaltet Übergabeschächte sowie Sanitäranlagen. Bis Ende Mai sollen die Arbeiten rund um den See bis zu den Übergabestationen abgeschlossen sein.

Im Juni müssen dann nur noch die Einbindearbeiten der Leitungen in den Bestand ausgeführt werden. Somit wird der Badebetrieb nicht behindert. Auf Nachfrage von Kiechle kann der Seelauf am 4. Mai ohne Behinderungen durchgeführt werden. Der Neutraublinger Stadtrat hat den Bauantrag für die verschiedenen Standorte der Umkleiden, Duschen und Toiletten rund um den See bereits genehmigt. Somit können dann im Sommer die sanitären Anlagen gebaut werden. Weiterhin sind Grillstationen, ein Besucherlenkungskonzept mit Infotafeln und eine neue Beschilderung geplant. Elisabeth Sojer-Falter wies darauf hin, dass die Leitungen so dimensioniert wurden, dass eine Erschließung des benachbarten östlich gelegenen gerade entstehenden kleinen Sees mit einem Festivalgelände und einem Jugendfreizeitgelände möglich wäre. Weiterhin sind Stellplätze für Wohnmobile geplant. Während der Baustellenbegehung trauten sich die ersten Besucher auch schon in das Wasser. Nachgefragt, was sie von den Verbesserungen halten spürte man regelrecht die Begeisterung der Leute, einen dann noch attraktiveren Badesee nutzen zu können.