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gravur_ratsche_am_au__envierkant_rap_im_kreis_TS7Wz Die Gravur auf der Ratsche konnte mit moderner Technik sichtbar gemacht werden.

Mordfall Kalweit: Schriftzug 40 Jahre nach der Tat sichtbar

4 Minuten Lesezeit (702 Worte)
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Amberg. Die Tat ereignete sich im März 1980 und liegt damit 40 Jahre zurück. Das Opfer, die damals 38-jährige Gertrud Kalweit, wurde am 21. März ermordet im Stadtgraben von Amberg aufgefunden. Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Amberg versuchten erneut, auch auf Basis der neuesten wissenschaftlichen und kriminaltechnischen Möglichkeiten, mit der eigens im Oktober 2018 gegründeten Ermittlungsgruppe „EG Stadtgraben" die Tat aufzuklären. Trotz intensivster Bemühungen konnte der Fall auch dadurch leider nicht vollständig aufgeklärt werden, doch Mord verjährt nie.


Das 38-jährige Opfer wurde in der Nacht von Donnerstag, 20.03.1980 auf Freitag, sexuell missbraucht und ermordet. Ein Passant fand die leblose Frau am Freitagmorgen, gegen 06.30 Uhr, in einem Gebüsch im Stadtgraben am Kurfürstenring zwischen dem Nabburger Tor und der sogenannten Stadtbrille und verständigte die Polizei.

Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse gehen die Ermittler davon aus, dass Getrud Kalweit gegen 23.10 Uhr alleine zu Fuß aus Richtung des Kreisverkehrs am Nabburger Torplatz, auf dem oberen Alleeweg neben dem Kurfürstenring in Richtung Wingershofer Tor ging. Etwa auf Höhe der Fa. DEPRAG dürfte sie vom Täter überwältigt und in den Stadtgraben gezogen worden sein. Dort verging sich der Täter an der Frau und fügte ihr unter anderem Schlag- und Stichverletzungen zu, an denen sie letztlich verstarb.

Durch die „EG Stadtgraben" der Kripo Amberg, angesiedelt beim Kommissariat 1 - zuständig für die Bearbeitung von Tötungsdelikten –, erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Kommissariat 7 – Spurensicherung und Spurenauswertung – die Überprüfung von über 600 Personen. Viele Gerüchte und Vermutungen konnten durch die bis heute laufenden Ermittlungen ausgeräumt werden, nachdem sie akribisch überprüft wurden. Weitere 63 neue Spuren haben die Ermittler identifiziert und abgearbeitet. 

Sehr hilfreiche Unterstützung erfuhren die Beamten im Vorfeld auch von ehemals mit dem Fall befassten Ermittlern. Dieser bisher kaum praktizierte Ermittlungsschritt erfolgte Mitte Januar 2019 mit sechs ehemaligen Kollegen im Rahmen einer offiziellen Besprechung. Hierbei zeigten sich immer noch detaillierte Erkenntnisse und Eindrücke von der lange zurück liegenden Tat. Mit ihren ergänzenden Erklärungen und Einschätzungen versuchten die bereits im Ruhestand befindlichen Kollegen ihr Möglichstes zur Klärung des Falles beizutragen.

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Stichversuche - die roten Kreise sind relevant.

Aus all den gewonnen Erkenntnissen haben sich auch neue Fragestellungen ergeben, mit denen sich die Ermittler nun erneut an die Öffentlichkeit wenden.

Wer kann Hinweise zu einem unbekannten (Stich-)Werkzeug geben?

Besonders die auffälligen Stichverletzungen des Opfers werfen bei den Ermittlern weiterhin Fragen auf. Sie suchen immer noch nach einem unbekannten Stichwerkzeug, das unterschiedliche Verletzungsmuster hervorruft. Es dürfte sich um ein spitz zulaufendes Werkzeug handeln, das, je nach Eindringtiefe, dreieckige oder viereckige Verletzungsmuster hervorruft und deshalb auch so geformt sein muss.

Mit Stichversuchen haben die Ermittler die Verletzungsmuster nachgestellt und bitten so um Hinweise zu einem möglichen Tatwerkzeug.

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Wer kann Hinweise zur Ratschenverlängerung geben (siehe Foto oben)?

Unweit des Tatorts im Stadtgraben wurde damals eine Ratschenverlängerung mit Außenvierkant aufgefunden. Möglicherweise hat sie der Täter dort verloren. Durch moderne Technik und akribische Untersuchung konnten die Ermittler Gravuren auf der Ratschenverlängerung feststellen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Sie erhoffen sich nun Hinweise zum Ursprung bzw. zur Herkunft dieses Werkzeugs. An der Stirnseite sind u.a. folgende Schriftzüge graviert bzw. eingeritzt: „RAP" im Kreis und „3/5" „9 APR 80" „DJD".

„Durch die neuerlichen Ermittlungen ergaben sich neue Erkenntnisse, die die EG Stadtgraben trotz der lange zurück liegenden Tat klären konnte. Neben erneuten Befragungen und Vernehmungen wurden auch neueste wissenschaftliche und technische Möglichkeiten herangezogen und ausgeschöpft", so Kriminaldirektor Gerhard Huf, der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Amberg, über die umfangreichen Bemühungen.
Eng begleitet wurden die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Amberg, die unter anderem Anordnungen für aufwändige Untersuchungen an dem noch vorhandenen Spurenmaterial erlassen hatte.

Die EG Stadtgraben hat nun in fast zwei Jahren Arbeit keinen Stein auf dem anderen gelassen und sämtliche Spuren und Hinweise neu bewertet, bearbeitet und abgeschlossen. Alle bislang zur Verfügung stehenden Mittel und Ermittlungsschritte wurden ausgeschöpft.


Sollten sich nun durch diesen neuerlichen Aufruf im Rahmen dieser Berichterstattung keine weiteren Hinweise und Ermittlungsansätze ergeben, wird die Ermittlungsgruppe nun aufgelöst und die Ermittlungen in den allgemeinen Dienstbetrieb überführt werden.

Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg wird selbstverständlich auch zukünftig weiteren Hinweisen aus der Bevölkerung genauestens nachgehen, denn Mord verjährt niemals.

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