Motorradwallfahrt des Seelsorgebezirkes Cham

Cham/Roding/Sulzbach-Rosenberg. Die Wallfahrtskirche Annaberg in der Oberpfalz war das Ziel von über 60 Bikern aus den Bundeswehrstandorten Cham, Regen, Roding, Pfreimd und Amberg. Eingeladen hatte dazu das Katholische Militärpfarramt unter der Leitung von Militärseelsorger Pastoralreferent Hans Rückerl. Begleitet wurden die Soldatinnen und Soldaten, unter ihnen auch einige Reservisten, von mehreren Feldjägern aus Roding. Diese leisteten bei der großen Motorradkolonne einen hervorragenden Job.

Vor zwei Wochen wurde wegen des schlechten Wetters die Pilgerreise kurzfristig abgesagt. Bessere Voraussetzungen gab es 14 Tage später bei der achten Biker-Wallfahrt, denn sie traf direkt auf die Sankt Anna Festwoche. Vor der Tour gab es durch die begleitende Feldjägereskorte eine verkehrstechnische Einweisung. Mit einem Gebet und dem Reisesegen stimmte Militärseelsorger Hans Rückerl die 64 Soldatinnen und Soldaten auf die Fahrt ein. Pünktlich um 8 Uhr verließen die Motorradfahrer die Arnulf-Kaserne in Roding. Über Strahlfeld, Neunburg, Schwarzhofen führte die Strecke nach Guteneck. Nach einer knappen Stunde empfing Burkhard Graf Beissel von Gymnich im Schloss Guteneck die Biker. Er ist der Bundeswehr sehr verbunden, aber Soldaten auf Motorradwallfahrt waren erstmals auf seinem Schloss. Nach einer kurzen geschichtlichen Erläuterung führte er die Wallfahrer um das Schloss. In der Schlosskapelle, stimmten alle zum Lob Gottes ein „Jubilate Deo“ an.

Nach der Kaffeepause ging es auf einer motorradfreudlichen Strecke über Pfreimd, Luhe, Kohlberg, Gebenbach nach Sulzbach-Rosenberg. In der Wallfahrtskirche St. Anna feierten die Biker mit Hans Rückerl einen Wallfahrts-Gottesdienst. Als Einstimmung diente der Gospelsong „The Road to Freedom“, da die Bilder gut zum Motto der diesjährigen Wallfahrt passten: „Mit Triumpf gen Himmel“. Hier auf dem Annaberg ist man dem Himmel ein Stück näher und schließlich soll auch die heutige Wallfahrt wieder ein „himmlisches“ Vergnügen sein, so Rückerl. Bei den Fürbitten gedachte man eines Kameraden, der im Frühjahr durch einen tragischen Motorradunfall ums Leben gekommen war. Nach einem Gruppenfoto und einem deftigen Mittagessen genossen die Soldatinnen und Soldaten noch die besondere Atmosphäre des Ortes bevor die Heimreise angetreten wurde. Bei schönem Wetter führte die Tour über Illschwang, Kallmünz, Regenstauf zurück nach Roding. Am Ende dankte Hans Rückerl den Teilnehmern, seinem Fahrer Stabsfeldwebel d.R. Christian Wächter und vor allem der Feldjägerbegleitung aus Roding. Sie sorgten für eine sichere Fahrt auf der fast 300 Kilometer langen Tour. Alle waren sich einig, es war wieder eine gelungene Motorrad-Wallfahrt, die für Abwechslung im Truppenalltag sorgte. 

Die Wallfahrtskirche auf dem Annaberg gehört zur Pfarrei Sulzbach-Rosenberg. Ihre Wallfahrts- und Baugeschichte beginnt im Jahre 1656. Mit dem Bau einer kleinen, hölzernen Kapelle ließ der damaligen Landesherren Pfalzgraf Christian August die St. Anna-Wallfahrt im nahe gelegenen Peutental wieder aufleben. Das Gnadenbild, eine auf etwa 1520 datierte Holzplastik St. Anna-Selbdritt, fand auf dem Annaberg eine neue Heimatstatt. Von Jahr zu Jahr kamen mehr Wallfahrer zur Verehrung der Hl. Anna, Patronin der Bergleute und Schiffer, der Witwen, der werdenden Mütter, der kinderlosen Frauen, der Brautleute, der Ammen, aller im Haushalt Beschäftigten und noch vieler anderer Berufszweige. Ihr heutiges Aussehen mit dem barocken Turm erhielt St. Anna erst bei der letzten Kirchenerweiterung in den Jahren 1903/04. Die Wallfahrt fand zunächst nur am St. Anna-Tag (26. Juli) statt. In der Woche um den 26. Juli findet jährlich die Anna-Festwoche statt. Zu allen Zeiten suchten und suchen viele Pilger aus nah und fern Trost und Zuspruch bei Mutter Anna.