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Naturnahe Bestattungen im Amberger Waldfriedhof

Naturnahe Bestattungen im Amberger Waldfriedhof

2 Minuten Lesezeit (406 Worte)

Im Bestattungsbereich haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten große Veränderungen ergeben. Standen in den 1990ern noch „ganz normale“ Erdbestattungen hoch im Kurs, ist heutzutage der Trend zu Feuerbestattungen ungebrochen. Gleichzeitig hat sich auch das Aussehen der Grabstätten gewandelt und viele wünschen sich statt einer klassischen Grabanlage einen Platz in einer Urnenwand oder alternative, naturnahe Bestattungsformen. Aus diesem Grund wurde in der Stadt Amberg schon vor einiger Zeit die Möglichkeit geschaffen, sich auf dem Amberger Waldfriedhof unter Bäumen zur letzten Ruhe betten zu lassen.

Dazu wurden an einer Stelle des Friedhofs insgesamt zehn amerikanische Roteichen gepflanzt. Bei jedem Urnenbaum setzt das Friedhofsamt eine Grabsäule. Darauf finden Täfelchen mit den Daten der acht Verstorbenen Platz, die um den Baum herum bestattet werden. Erwirbt jemand jedoch das Grabnutzungsrecht an einem Urnenfamilienbaum, unter dem höchstens acht Verstorbene der Familie beigesetzt werden können, so ist vom Berechtigten für eine Gedenkstele selbst Sorge zu tragen.

„Das Interesse an dieser Bestattungsart ist relativ groß“, berichtete jetzt der Leiter des Standes- und Friedhofsamtes, Wolfgang Lebe. Er hatte sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Michael Cerny aufgemacht, um die Situation vor Ort zu begutachten. Beide zeigten sich angetan von dem großen, parkähnlichen Bereich, der auf diese Weise entstanden ist. Da der Flächenbedarf entsprechend hoch ist, kann das Angebot zumindest vorerst nur auf dem Waldfriedhof umgesetzt werden. Längerfristig könnte dies aber auch in den anderen städtischen Friedhöfen möglich werden.

„Es gibt einen Beschluss des Stadtrates, bestimmte Grabfelder nicht mehr neu zu belegen, um ein größeres zusammenhängendes Gebiet zu bekommen“, erläuterte Lebe. Einen weiteren Vorteil bringe diese Vorgehensweise mit sich, da der Pflegeaufwand deutlich verringert wird. Für den Katharinenfriedhof wird zudem überlegt, Urnenringanlagen zu erstellen, mit deren Hilfe Freiflächen optisch ansprechend genutzt werden könnten.

Diese Anlagen sind als halbe und geschlossene Kreise sowie in individueller Gestaltung erhältlich – sowohl was die Farben und Formen als auch die Unterteilung betrifft. Einen Nachteil hätten diese neuen Bestattungsmöglichkeiten allerdings: einen relativ hohen Preis. Deshalb müsse erst einmal eruiert werden, inwieweit diese neue Variante auch nachgefragt werde und damit für eine Umsetzung geeignet sei, wie Wolfgang Lebe meint.

Was bereits besteht, ist nach seiner Auskunft der Platz für ein muslimisches Gräberfeld, der ebenfalls auf dem städtischen Waldfriedhof geschaffen wurde. In Übereinstimmung mit Oberbürgermeister Michael Cerny versprach der Leiter des städtischen Standes- und Friedhofsamtes: „Wir werden auch in Zukunft alles daran setzen, neue Ideen für die letzte Ruhestätte aufzugreifen und zu entwickeln, um die Wünsche unserer Bürgerinnen und Bürger erfüllen zu können.“

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